HYBRIDE LEHRE: DIDAKTISCHE EMPFEHLUNGEN

Bei hybriden Lehrformaten werden digitale Angebote werden mit einzelnen Präsenzterminen verbunden.

Wir möchten Ihnen hier didaktische Tipps an die Hand geben, wie sich hybride Lehrformate organisieren lassen. Für Tipps & Empfehlungen zur technischen Umsetzung hybrider Lehrformate wenden Sie sich bitte an die Kolleg*innen des IT- und Medienzentrums (service-itmz@hs-rm.de).

Unter hybrider Lehre versteht man derzeit alle Lehrformate, die darauf basieren, dass eine Teilgruppe von Studierenden nicht vor Ort an der Lehrveranstaltung teilnimmt. Einem Teil der Veranstaltungsteilnehmenden wird alternativ zu den Präsenzterminen synchron oder auch asynchron eine virtuelle Teilnahme ermöglicht.

Wichtig ist, dass den Studierenden, die nicht vor Ort sein können, kein Nachteil entstehen darf. Die hybride Lehre stellt Lehrende wie Studierende vor neue organisatorische und technische Herausforderungen. ­­­Die besondere Herausforderung des hybriden Formats liegt darin, den Online-Teilnehmenden eine gleichwertige Teilnahme zu ermöglichen, da diese leicht vergessen werden oder sich abgehängt fühlen können.

Es lassen sich viele verschiedene Ansätze für hybride Lehrformate skizzieren, diese sollen jedoch nicht als festgelegte Konzepte verstanden werden, sondern vielmehr die individuellen Ausgestaltungsmöglichkeiten illustrieren. Bei der Planung und Umsetzung hybrider Lehrformate ist es immer wichtig sicherzustellen, dass eine ausschließlich digitale Teilnahme möglich ist, bspw. begründet durch die Zugehörigkeit zu Risikogruppen.

Für die Umsetzung hybrider Lehrformate empfehlen wir aus didaktischen und technischen Gründen die Fokussierung auf die parallele Variante des hybriden Lehrens: Ein Teil der Studierenden wählt sich über Webex ein, eine kleine Gruppe an Studierenden ist zusammen mit der Lehrperson vor Ort.

Wertvolle gemeinsame Zeit, egal ob virtuell und/oder in Präsenz, wird für Interaktion und Austausch genutzt, asynchrone Angebote (z.B. Erklärvideos, Skripte, Literatur, Aufgaben über Stud.IP oder ILIAS) für die Wissensvermittlung.

Prof. Dr. Jürgen Hanke von der Philipps-Universität Marburg erläutert dieses Vorgehen am Beispiel der 2-Kohorten-Lösung.

Für Tipps & Empfehlungen zur technischen Umsetzungen hybrider Lehrformate wenden Sie sich bitte an die Kolleg*innen des IT- und Medienzentrums (service-itmz@hs-rm.de

  • Bei der Vorbereitung und in der Lehrsituation besteht die größte Herausforderung darin, beide Gruppen im Blick zu behalten. Nehmen Sie eine bewusste Position im Raum ein, sodass Sie auch für die Online-Studierenden stets sichtbar sind. 
  • Berücksichtigen Sie: Eine erfolgreiche Teilnahme muss auch durch die digitale Variante möglich sein, die Freiwilligkeit bei den Präsenzterminen sollte unter Berücksichtigung von Risikogruppen erfolgen. 
  • Studierende in der Präsenzveranstaltung können ggf. nicht gefilmt werden. Holen Sie sich das Einverständnis der Studierenden zum Aufzeichnen und Streamen ein. Der Zweck der Aufzeichnung und Dauer der Speicherung müssen bekannt sein.
  • Konzentrieren Sie sich auf wenige Tools, um ständige Plattformwechsel zu vermeiden. 
  • Klare Struktur und Kommunikation ist wichtig: Wie findet wo wann was worüber statt? (mündlich, schriftlich/visuell). Daher gilt: Legen Sie gemeinsam einen Arbeits- und Kommunikationscode fest. Bedenken Sie, dass die Teilnehmenden am Computer ebenso teilhaben können sollten, z.B. durch Nutzung eines Raummikrofons, Wiederholen von Fragen, Verschriftlichen von Antworten etc. 
  • Anwesende Studierende müssen unbedingt ihr Mikrofon ausschalten, da es sonst zu Rückkoppelungen im Raum kommt.
  • Moderation ist essenziell: Die besondere Herausforderung des hybriden Formats liegt darin, den Online-Teilnehmenden eine gleichwertige Teilnahme zu ermöglichen, da diese leicht vergessen werden oder sich abgehängt fühlen können. Wir empfehlen daher die Unterstützung durch eine Co-Moderation, die Sie bei der Moderation der Online-Gruppe und ggf. auch bei technischen Fragen unterstützt. Dies könnten bspw. auch teilnehmende Studierende sein, die Sie bei der Sammlung der Fragen im Chat oder der Rollenvergabe an Studierende (z.B. Handzeichen-Verantwortliche) unterstützen.
  • Die Chatfunktion in Webex kann als Backchannel für Fragen oder Hilfestellungen implementiert werden, eine klare Rollenverteilung (Assistenz durch Studierende oder andere Lehrpersonen) ist hierzu hilfreich.
  • Achten Sie auf klare Ansagen, wenn sich der Fokus wechselt, um alle Teilnehmenden mitzunehmen (z.B. „Schauen wir wieder auf die Präsentation“).
  • Holen Sie sich kontinuiertlich Zwischenfeedbacks ein („Welche Fragen gibt es? Wo konnten Sie nicht folgen?")
  • Bei der Planung und Durchführung von Gruppenarbeiten gilt zu beachten:Teilen Sie zur einfachen Kommunikation die Studierenden zur Bearbeitung in reine „online“ bzw. Präsenzgruppen auf.
  • Stellen Sie sicher, dass alle Beteiligten die gleichen Informationen erhalten: Diskussions- bzw. Arbeitsergebnisse müssen anschließend mit allen geteilt bzw. für alle dokumentiert werden können. Dazu könnten auch Ereignisprotokolle von Studierenden geführt und über Stud.IP oder ILIAS für alle zugänglich gemacht werden.
  • Stellen Sie den Studierenden bestmöglich schon vor der Sitzung alle benötigten Materialien online zur Verfügung.