Die Entwicklungen im Bereich KI zur Textproduktion werden auch an der Hochschule RheinMain aufmerksam verfolgt. Intensiviert durch die Freischaltung von ChatGPT werden Chancen, aber auch Herausforderungen, die sich aus KI-Systemen für Lernen, Lehren und Prüfen ergeben, diskutiert.

Es ist davon auszugehen, dass sich sowohl die Anzahl entsprechender Tools und ihrer Einsatzfelder als auch die Qualität der von ihnen verfassten Inhalten schnell weiterentwickeln wird, weshalb sich die Hochschule aktiv mit sinnvollen Einsatzmöglichkeiten von KI in der Hochschullehre, aber auch kritisch mit Auswirkungen auf Lehr- und Prüfungssituationen auseinandersetzt.

April 2023: HessenHub-Impulsreihe „KI for Education: Wie Künstliche Intelligenz die Hochschullandschaft verändert“

Die HessenHub-Impulsreihe „KI for Education: Wie Künstliche Intelligenz die Hochschullandschaft verändert“ gibt mit Vorträgen und anschließender Möglichkeit zur Diskussion einen Überblick über verschiedene Aspekte von KI in Bezug auf Studium und Hochschullehre und geht u.a. folgenden Fragen nach:

  • Was sind aktuelle Entwicklungen vor allem im Bereich KI-gestützter Tools?
  • Welche Kompetenzen brauchen Studierende und Lehrende im Umgang mit ChatGPT und vergleichbaren Werkzeugen?
  • Wie können ChatGPT und andere KI-gestützte Tools in verschiedenen Lehrkontexten eingesetzt werden?
  • Welche Auswirkungen haben diese Werkzeuge auf die Prüfungskultur?

Mit Frau Dr. Anika Limburg, Leitung des LehrLernZentrums, ist auch eine Angehörige der HSRM unter den Referent:innen. Sie wird am 09.05.23 im Rahmen der Impulsreihe zum Thema "ChatGPT et al. – Implikationen des Natural Language Processing für eine zukunftsfähige Prüfungskultur" vortragen.

Weitere Infos und Anmeldung hier. 

März 2023: Start des Think Tank

Die Entwicklung von KI-Tools wie ChatGPT stellt auch unsere Hochschule vor Herausforderungen und Fragen: Wie gewährleisten wir Prüfungsgerechtigkeit, wenn Tools Texte schreiben, Quellen finden und Hausarbeiten formulieren? Wie verändern sich unsere Bildungsziele und Lehrmethoden? Wie und warum sollen Studierende überhaupt noch akademisches Schreiben lernen?

Um für die HSRM Antworten auf diese und ähnliche Fragen zu finden, wurdee ein Think Tank ins Leben rufen. Angestoßen von der Vizepräsidentin, in Kooperation von LLZ & Abteilung V (Studium und Lehre) hat der erste Workshop im Rahmen des Think Tank stattgefunden. Hier können Lehrende und Studierende sowie Mitarbeiter:innen mit Expertise in Fragen von Studium und Lehre in sechs Workshops gemeinsam Lösungen erarbeiten und diskutieren. Organisiert und moderiert wurde der Think Tank von der Abteilung Studium und Lehre und dem LehrLernZentrum.

Weitere News zu KI an der HSRM

KI bietet erhebliche Potenziale für die Hochschullehre, bringt aber auch bedeutende Herausforderungen mit sich. Dies gilt auf unterschiedlichen Ebenen: in einzelnen Lehrveranstaltungen, bei Betrachtung eines Studienverlaufs sowie auf institutioneller Ebene. Aufgrund der Vielschichtigkeit der Einflüsse durch den Einsatz von KI (Technik, Didaktik etc.) ist ein hochschulübergreifender Dialog und Erfahrungsaustausch hierüber wichtig. 

Angestoßen von der Vizepräsidentin für Studium und Lehre, in Kooperation vom LLZ (Lehr-und Lernzentrum) & Abteilung V (Studium und Lehre) bieten wir Ihnen mit verschiedenen Formaten Informationen und fördern Austausch, um die Veränderungen und neuen Herausforderungen in der Hochschullehre zu verstehen und sie mit Hilfe von KI weiterzuentwickeln. 

Mögliche Einsatzszenarien für Lehrende:  

Alle Empfehlungen und Einsatzmöglichkeiten sind lediglich als Impulse für reflektiertes Ausprobieren und als Einladung zum Diskurs zu verstehen.

  • Sich Anregungen für die Gestaltung der eigenen Lehre geben lassen: 
    • Vorschläge für die Erstellung von Quiz-Fragen
    • Ideengenerierung für die Erstellung von Argumenten für eine Pro-Contra-Diskussion
    • Angebote von Themen für Lehrveranstaltungen, Bewertungsrastern und Workshops
    • Unterstütung beim Finden von Beispielen und einfachen Erklärungen
  • Individualisiertes Material zu erstellen: Vorschläge für Aufgabenstellungen für Studierende, Generieren von Übungssaufgaben
  • Instruktionen, Übersichten und Ähnliches zu optimieren, z.B. Formulierung von Lehr-Lernzielen; Anleitungen für die Bearbeitung von Aufgaben.
  • Standardisierte Textsorten erstellen: 
    • Veranstaltungsbeschreibungen zur Orientierung für Studierende
    • Nachrichten an Studierende (z.B. Erinnerung an Abgabetermine) 
    • Anleitungen zum Verfassen schriftlicher Arbeiten.

Mögliche Einsatzszenarien im Unterricht: 

  • als Diskussionspartner:in Gruppenarbeiten dienen
  • Texte kritisch hinterfragen: Studierende bekommen verschiedene, von Menschen und von KI geschriebene Texte und erhalten beispielsweise die Aufgabe, „Fake News“ zu identifizieren.
  • Zusammenfassungen vergleichen: Studierende schreiben eine eigene Zusammenfassung zu einem Text. In Kleingruppen vergleichen sie ihre Zusammenfassungen mit einer von einer KI erstellten Zusammenfassung und reflektieren die Unterschiede.
  • Generator von
    • Zusatzaufgaben für schnelle Studierende sein
    • Lösungen, die Studierende dann selbst erklären und/oder in denen sie Fehler finden sollen sein
    • Protokollant für Transkripte sein
    • Individualisiertes Lernen ermöglichen

Tipps zum Umgang mit KI in der Lehre: 

Damit Studierende KI-Tools verantwortungsvoll nutzen können, ist es ratsam, dass Lehrende mit Studierenden über KI-Tools sprechen und sie für die Möglichkeiten und Grenzen sensibilisieren. Studierende sollten über folgende Aspekte informiert sein:

  • Funktionsweise von KI: Studierende sollten verstehen, wie die KI funktioniert, woher die Daten stammen und sich über die Möglichkeiten und Grenzen bewusst werden. So etwa beispielsweise, dass ChatGPT nicht in der Lage ist, Quellen anzugeben.
  • Verwendung von KI-Tools im Einklang mit akademischer Haltung und Werten: Es ist ratsam mit den Studierenden wissenschaftliche Standards wie Objektivität und Quellennutzung zu besprechen.
  • Datenschutz: Studierenden sollten verstehen, wie bei der Nutzung von KI-Tools ihre Daten gesammelt, gespeichert und verwendet werden.
  • Regeln zum Umgang mit KI für das Ablegen der Prüfungsleistung: Zu Beginn der Veranstaltung sollten Lehrende transparent machen, inwiefern Studierende KI während der Lehrveranstaltung verwenden dürfen. Ein Beispiel sind die „Rules for Tools“ von Prof. Dr. Christian Spannagel der pädagogischen Hochschule Heidelberg.

Für Studierende stehen aktuell folgende Infomations - und Unterstüzungsangebote zum Thema KI an der HSRM zur Verfügung: 

Weiterhin können wir folgende externe Informationsseiten für Studierende empfehlen: 

Was sind KI-Tools im Bereich des NLP (Natural Language Processing) und was können diese?

Im Bereich des Natural Language Processing (NLP) gibt es eine Vielzahl von Tools, die auf Künstlicher Intelligenz basieren und auf die Verarbeitung und Analyse natürlicher Sprache spezialisiert sind. Hier sind einige exemplarische Funktionsbereiche solcher Tools:

  1. Spracherkennung: KI-Tools wie Google Speech-to-Text können gesprochene Sprache in Text umwandeln. Diese Technologie wird in Sprachassistenten wie Siri oder Alexa eingesetzt.
  2. Übersetzung: KI-Tools wie DeepL können Texte automatisch in andere Sprachen übersetzen. Dabei nutzen sie statistische Modelle oder neuronale Netzwerke, um eine möglichst genaue Übersetzung zu liefern.
  3. Sprachgenerierung: Sprachmodelle wie GPT-4 können Texte generieren, die kaum von menschlichen Texten unterscheidbar sind.
  4. Zusammenfassungen: KI-Tools wie chatpdf oder typeset.io können große Mengen von Text, etwa in PDFs, analysieren und daraus Zusammenfassungen erstellen.
  5. Literaturrecherche: KI-Tools wie ResearchRabbit oder iris.ai sind darauf spezialisiert, einzelne Paper in deren Relationen zu anderen, ähnlichen Papern darzustellen. Sie erleichtern somit die Literaturrecherche und sind durch die integrierte Funktion, Abstracts anzuzeigen, sehr effizienzsteigernd.

Weshalb stellen KI-Schreibtools die Hochschulen vor einen hohen Transformationsdruck?

Schriftliche Prüfungen sollen erheben, inwiefern Studierende über Wissen verfügen bzw. ob sie es anwenden, kritisch beurteilen und weiterentwickeln können. Indem KI-Tools vielfältige Fragen auf Mausklick beantworten, Texte verfassen bzw. die Qualität von Texten verbessern können, besteht die Gefahr, dass der Zusammenhang von Texten und den darin dokumentierten mentalen Prozessen der Studierenden unterwandert wird. Hochschulen müssen sich deshalb mit der Frage auseinandersetzen, wie sie ihre Prüfungen, aber im Sinne des Constructive Alignment auch die Lehre, an die Verwendung von KI-Schreibtools anpassen können.

Was bedeuten KI-Schreibtools für die Prüfungsgerechtigkeit?

Solange noch nicht alle Studierenden flächendeckend Zugang zu hochwertigen KI-Tools haben (etwa über Hochschullizenzen) und solange noch nicht alle Studierenden KI-Tools nutzen, sei es aus Unwissenheit oder Angst vor Fehlverhalten, kann Prüfungsgerechtigkeit nicht gewährleistet werden. In der Zwischenzeit sollten Punkte wie Rechtschreibung, Zeichensetzung, Stil nicht mit in die Bewertung schriftlicher Produkte einfließen. Zudem sind Open-Book-Klausuren im Sinne der Prüfungsgerechtigkeit nicht mehr haltbar – es sei denn, die Verwendung von KI-Tools wird explizit erlaubt und eingefordert und die Aufgabenstellung daraufhin anspruchsvoll formuliert.

Wie reagiert die HSRM auf die Verbreitung von KI-Tools?

Ziel der Hochschule ist es, dass Studierende einen verantwortungsbewussten Umgang mit KI-Tools lernen. Hieraus ergibt sich, dass ein Verbot der entsprechenden Tools keine Lösung darstellt. Die HSRM hat deshalb einen Prozess angestoßen, im Rahmen dessen sowohl die Implikationen für Studium und Lehre als auch die prüfungsrechtlichen Implikationen von KI-Tools diskutiert werden. Neben Vorträgen und Workshops für alle Angehörigen der HSRM (Lehrende, Studierende, Verwaltungsangestellte) arbeitet ein aus allen Statusgruppen zusammengesetzter Think Tank an konkreten, zukunftsweisenden Lösungen für die Hochschule. Parallel dazu fließen die prüfungsrechtlichen Implikationen auch in die aktuelle Überarbeitung der Rahmenprüfungsordnung ein .

Wo finde ich eine Übersicht über aktuelle KI-Tools?

Gute Zusammenstellungen finden Sie auf: 

Dürfen Studierende KI-Tools bei der Erstellung schriftlicher Arbeiten nutzen?

Studierende dürfen KI-Tools nutzen, solange dies verantwortungsbewusst geschieht und die KI-Tools lediglich als Hilfsmittel genutzt werden und damit nicht das prüfungsrechtlich geforderte eigenständige Arbeiten unterlaufen wird. Je mehr KI-Schreibtools Verbreitung finden, desto selbstverständlicher wird deren Einsatz werden. Damit werden sie immer mehr zu einem integralen Bestandteil professioneller Schreibprozesse werden. Kompetente Schreibende zeichnen sich dann dadurch aus, dass sie verschiedene KI-Schreibtools als hilfreiches Instrument sinnvoll mit ihrem eigenen Schreibhandeln verknüpfen.

In jedem Fall sollten die Lehrenden Transparenz darüber schaffen, ob KI-Tools eingesetzt werden dürfen oder nicht, und entsprechende Rules for Tools veröffentlichen (Beispiel: Rules for Tools).

Wie müssen Texte, die durch die Nutzung eines KI-Tools entstanden sind, gekennzeichnet werden?

Das Rechtsgutachten der Ruhr-Universität Bochum empfiehlt hinsichtlich der Kennzeichnung eine Differenzierung nach verschiedenen Fällen: Zentral muss immer die Frage sein, ob für Dritte erkennbar ist, "welche Textteile in welchem Ausmaß von einer KI generiert wurden.  Wurden die Texte wortwörtlich übernommen, so empfiehlt es sich, die Stelle ähnlich wie ein „klassisches“ Zitat zu behandeln. Wurde das KI-Programm hingegen als Inspirationsquelle oder Gedankenanstoß verwendet, könnte eine Hilfsmittelangabe zu Beginn oder am Ende genügen. Eine Hilfsmittelangabe dürfte auch für den Fall genügen, dass der KI-generierte Text wortwörtlich übernommen wird, nachdem die Nutzer:in wie oben beschrieben den prompt so formuliert hat, dass die KI keinen Zufallsspielraum mehr hat bzw. die Eingabe durch konkretisierende prompts der Nutzer:in soweit präzisiert wurden, dass ein Urheberrecht für die Nutzer:in wieder angenommen werden kann“. Auch die Lizenz- oder Nutzungsbedingungen der genutzten Tools müssen hierbei bedacht werden. Das Rechtsgutachten der RUB sagt hierzu: „Sofern diese vorschreiben, dass auf die Verwendung der KI-generierten Texte hingewiesen werden muss, sind die Nutzer:innen dazu verpflichtet, den Bedingungen nachzukommen“.

Können Lehrende Studierenden verbieten, KI-Tools einzusetzen?

Prinzipiell ist dies möglich. Da KI-generierte Texte jedoch nicht zuverlässig detektiert werden können, müsste ein Verbot über eine Selbstverpflichtung Studierender, etwa in Form einer entsprechenden Eigenständigkeitserklärung umgesetzt werden. Sinnvoll ist ein Verbot aus zwei Gründen jedoch nicht. Zum einen hält die KI immer weiter Einzug in unsere alltäglichen Arbeitstools. So umfasst etwa die neueste Version von Microsoft Office eine KI-Integration, weshalb Studierende, die mit Microsoft Word arbeiten, zwangsläufig KI verwenden. Zum anderen kommt es bei einem Verbot von KI-Tools zu einer Diskrepanz zwischen Lern- bzw. Prüfungs- und Praxisformen. Als Hochschule haben wir den Auftrag, Studierende auf das Arbeitsleben vorzubereiten. Hierzu gehört es in Zukunft immer mehr, Studierenden die Gelegenheit zu geben, die kompetente Nutzung der Tools bereits im Studium einzuüben. Ein Verbot ist daher weder praktisch noch didaktisch sinnvoll.

Wie können Lehrende KI-Tools in ihrer Lehre thematisieren?

Probieren Sie die Tools gemeinsam mit Ihren Studierenden aus. Sprechen Sie mit Ihren Studierenden über Möglichkeiten und Grenzen dieser Tools, wenden Sie sie gemeinsam an. Reflektieren Sie gemeinsam, was gut funktioniert und wo Defizite bestehen.

Verstößt der Einsatz von KI-Schreibwerkzeugen in wissenschaftlichen Arbeiten gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis?

Sinn und Zweck der Regeln zu guter wissenschaftlicher Praxis (DFG) ist es, dass für Dritte nachvollziehbar ist, wo die in wissenschaftlichen Arbeiten dokumentierten Sachverhalte ihren Ursprung haben. Das von der Ruhr-Universität Bochum in Auftrag gegebene Rechtsgutachten zu Umgang mit KI-Software im Hochschulkontext hält dementsprechend fest, dass „[d]er markierte Einsatz von KI-Schreibwerkzeugen in wissenschaftlichen Arbeiten […] formal wohl nicht gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis verstoßen [wird], da ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass der betreffende Text nicht dem eigenen Wissen entstammt, sondern von einer KI generiert wurde. Dieser Fall ist mithin genauso zu behandeln wie die Verwendung von wörtlichen Zitaten. Auch hier wird deutlich kenntlich gemacht, dass der jeweilige Abschnitt einer anderen Arbeit entnommen wurde und damit nicht der eigenen Feder entspringt“. Der unmarkierte Einsatz von KI-Schreibwerkzeugen hingegen verschleiert „die wahre Herkunft dieser Texte […], was gerade durch die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis verhindert werden soll. […] Denkbar ist [aber] auch, dass entsprechende Regelwerke eine bestimmte Art und Weise des Einsatzes von KI-Tools mit wissenschaftlichem Verhalten für vereinbar erklären, beispielsweise, wenn ein signifikantes Maß an geistiger Eigenleistung in die Arbeit mit dem Tool eingeflossen ist“ (Hoeren 2023: 32).

Ist der unmarkierte Einsatz von KI-Schreibwerkzeugen in einer Haus-/Abschlussarbeit als Täuschungsversuch zu werten oder handelt es sich hier nur um ein weiteres Hilfsmittel wie etwa Citavi, Zotero, Word, Excel o. dgl.?

Das von der Ruhr-Universität Bochum in Auftrag gegebene Rechtsgutachten zu Umgang mit KI-Software im Hochschulkontext positioniert sich dazu wie folgt: „Bei der Verwendung von KI-Software ist die Art und Weise sowie das Maß der Nutzung entscheidend für das Vorliegen eines Täuschungsversuches. Zum einen ist denkbar, dass eine eigenständige KI-Software wie z.B. ChatGPT zur Bearbeitung der Prüfungsleistung verwendet wird. Andererseits können in Zukunft in Textverarbeitungsprogrammen wie Word KI-Tools integriert sein und dazu verwendet werden, ergänzende Formulierungsvorschläge zu machen. Andererseits könnten auch diese integrierten Tools so weit gehen, Wissen durch den bisher verfassten Text zu „generieren“ bzw. selbständig zu ergänzen. Werden ohne signifikante geistige Eigenleistung KI-generierte Erzeugnisse kopiert, welche für die Prüfungsleistung relevante Inhalte enthalten, wird ein selbstständiges Verfassen ohne fremde Hilfe wohl nicht vorliegen können, da keine Eigenständigkeit mehr gegeben ist. So bedeutet der Begriff der Eigenständigkeit in diesem Zusammenhang, dass die Ergebnisse auf eigener Grundlage fußen, also das für die Lösung der Prüfungsleistung erforderliche Wissen von den Studierenden stammen muss. Wenn dieses Wissen von der KI ‚generiert‘ wird, kann nicht mehr von einer selbständigen Leistung ausgegangen werden. Das bedeutet, dass je nach Art der Verwendungsweise ein Täuschungsversuch vorliegen kann. Soweit die Studierenden z. B. ChatGPT oder perspektivisch eine „Word-KI“ verwenden und von ihr generiertes sowie formuliertes Wissen wortwörtlich übernehmen, ohne dies kenntlich zu machen und ohne signifikant die Textproduktion gesteuert zu haben, wird man einen Täuschungsversuch annehmen müssen. Dagegen kann die Verwendung zulässig sein, wenn sie lediglich ergänzende Formulierungsvorschläge macht, ohne den Studierenden die Lösung der Prüfung abzunehmen. Auch die inspirierende Nutzung einer KI als Gedankenanstoß wird noch als zulässig zu erachten sein“.

Gibt es Tools, durch die der Einsatz von KI-Tools in Texten detektierbar ist?

Solche Tools gibt es. Turnitin, das die HSRM lizensiert hat, verfügt seit Kurzem über eine solche Funktion (bislang allerdings nur für englischsprachige Texte). OpenAI, die Entwickler von ChatGPT, stellen sogar selbst einen solchen Classifier zur Verfügung: https://openai.com/blog/new-ai-classifier-for-indicating-ai-written-text Allerdings handelt es sich hier um ein „Wettrüsten“: Die KI-gestützten Textgeneratoren werden immer besser werden, sodass die Detektor-Tools ebenfalls nachziehen müssen. Zudem sind die Ergebnisse dieser Tools oftmals nicht besonders valide. Werden verschiedene KI-Tools kombiniert und wird deren Output allein als Inspiration genutzt, der ausgegebene Text also mehrfach umformuliert, lässt sich der Einsatz dieser Tools ohnehin nicht mehr zurückverfolgen.

Angestoßen von der Vizepräsidentin für Studium und Lehre, in Kooperation vom LLZ (Lehr-und Lernzentrum) und Abteilung V (Studium und Lehre) bieten wir Ihnen mit verschiedenen Formaten Informationen und fördern Austausch, um die Veränderungen und neuen Herausforderungen in der Hochschullehre zu verstehen. Daher möchten wir Ihnen mit dieser Seite aktuelle Informationen liefern und so zum Diskussionsprozess beitragen.

Diese Seite befindet sich im Aufbau und wird fortlaufend aktualisiert.

Schauen Sie gerne auch zu einem späteren Zeitpunkt vorbei!