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Demokratie braucht echte Teilhabe und Forschung, die Wege dahin aufzeigt

Die Gesprächsreihe "Demokratieforschung im Dialog" war zu Gast an der Hochschule RheinMain (HSRM).

Demokratie lebt davon, dass Menschen mitreden und mitentscheiden. Doch nicht alle Stimmen werden gleich gut gehört. Wer gestaltet mit, wer bleibt noch ausgeschlossen und wie kann Teilhabe gelingen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der sechsten Ausgabe von „Demokratieforschung im Dialog“, einer Gesprächsreihe des hessischen Wissenschaftsministeriums, die gestern am Campus Kurt-Schumacher-Ring der HSRM stattfand. Wissenschaftsminister Timon Gremmels diskutierte mit Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Eva Waller, Dr. Volkan Çıdam, Inhaber der Paulskirchen Professur für Demokratieforschung des Landes Hessen, Prof. Dr. Tanja Grendel vom Fachbereich Sozialwesen und Margarete Richter von der Projektgruppe EcoAct.

Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit

"Demokratie garantiert formal politische Gleichheit. Doch soziale, ökonomische und rechtliche Ungleichheiten können verhindern, dass alle Menschen tatsächlich gleichberechtigt an demokratischen Prozessen teilnehmen. Demokratieforschung hilft uns, zu sehen, wie Teilhabe gestaltet werden kann. Sie ist ein Kompass in unruhigen Zeiten, um zu erkennen, woher Spannungen kommen, wie autoritäre Tendenzen entstehen und was Demokratien widerstandsfähig macht. Doch Forschung allein genügt nicht. Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen wirken – in Politik, Bildung, Medien und Zivilgesellschaft. Deshalb ist mir der Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit besonders wichtig. Ihn fördert die Hochschule RheinMain mit großem Engagement", so Wissenschaftsminister Gremmels.

Zur Bedeutung von Hochschulen in der Dekomkratie erklärte Prof. Dr. Waller: „Hochschulen sind rechtlich etablierte, anerkannte Orte der Demokratie. Sie ermöglichen es Studierenden und Beschäftigten, Teilhabe zu erfahren und zu leben. Damit leisten Hochschulen einen essenziellen Beitrag für unsere demokratisch verfasste Gesellschaft insgesamt.“ 

„Demokratie ist ein Kampf um Inklusion"

Dr. Çıdam lehrte bis 2025 an der renommierten Boğaziçi-Universität in Istanbul und hat erlebt, wie die Demokratie durch Angriffe auf die Wissenschaft bedroht wird. Er berichtete, wie er sich gemeinsam mit Studierenden und anderen Lehrenden gegen die Eingriffe der Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan zur Wehr setzte. „Demokratie ist ein Kampf um Inklusion. Jede demokratische Auseinandersetzung ist daher zugleich ein Ringen um die Bestimmung des Demos: wer als Gleicher unter Gleichen anerkannt wird und wer in den Kreis der politisch Gleichen einbezogen ist. Diese Definition bestimmt nicht nur die normative Zielsetzung der Demokratie, sondern schlägt sich auch in den politischen Organisationsformen nieder“, so der Inhaber der Paulskirchen Professur für Demokratieforschung, der für ein Jahr im Fachbereich Sozialwesen der HSRM lehrt und forscht.

„Stärkung der Demokratieforschung Hessen"

Die neu geschaffene hessische Paulskirchen Professur für Demokratieforschung ist Teil des Programms „Stärkung der Demokratieforschung Hessen". Ebenfalls Teil des Programms ist das Projekt “Diversitätssensible Evaluation des Rahmenkonzepts Jugendbeteiligung der Stadt Wiesbaden” (DiValuation), in dem Forschende das Wiesbadener Rahmenkonzept zur Jugendbeteiligung evaluieren. Projektleiterin Prof. Dr. Grendel sprach über die Perspektive der Jugendlichen und darüber, wie sie demokratische Selbstwirksamkeit in Beteiligungsformaten erleben und wie bislang nicht erreichte junge Menschen gezielter angesprochen werden können.

Margarete Richter von der Projektgruppe EcoAct der HSRM, zeigte außerdem, wie soziale Medien, Künstliche Intelligenz und neue Formen der Interaktion Jugendliche für demokratische Prozesse gewinnen können. 

Über die Gesprächsreihe

Die Gesprächsreihe des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) bringt Wissenschaft und Politik mit Bürger:innen zusammen. Mit dem Austausch soll ein Zeichen für den demokratischen freien Meinungsaustausch gesetzt werden, den Bürger:innen Wissenschaft vermittelt, die vielfältige Landschaft der Demokratieforschung in Hessen aufzeigt und Wissenschaft und Gesellschaft miteinander vernetzt werden.

 

Zur Pressemitteilung zur Paulskirchen Professur für Demokratieforschung

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