Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts sind rund 80 Prozent der Tatverdächtigen bei Partnerschaftsgewalt männlich. Gewalt gegenüber (Ex-)Partnerinnen ist damit ein Problem, das überwiegend von Männern verursacht wird. Vor diesem Hintergrund hat eine Projektgruppe von 15 Studierenden des Masterstudiengangs Soziale Arbeit an der Hochschule RheinMain unter der Leitung von Prof. Dr. Regina-Maria Dackweiler die Wanderausstellung „(W)er stoppt die Gewalt?!“ konzipiert. Gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern, der Regionalen Diakonie Main- und Hochtaunus und pro familia Darmstadt, hatte das Team am Montag zur Vernissage in die Darmstädter Peter-Behrens-Schule eingeladen.
Die Ausstellung richtet sich an junge Erwachsene, insbesondere an junge Männer zwischen 18 und 35 Jahren. Sie informiert über Formen von Partnerschaftsgewalt, sensibilisiert für Warnsignale und lädt zur kritischen Auseinandersetzung ein. An sechs interaktiven Stationen mit Roll-ups, Installationen und Exponaten werden Besucher:innen ermutigt, ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen zu reflektieren und Perspektiven zu wechseln.
Männlichkeitsnormen kritisch hinterfragen
Neben Informationen über die ‚ganz normalen Täter‘, die mit und ohne Migrationsbiografie aus allen sozialen Schichten kommen, steht die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und der Bedeutung von Macht und Kontrolle als Ausdruck eines männlichen Dominanzanspruchs im Zentrum der Ausstellung. So soll eine kritische (Selbst-)Reflexion über traditionelle Männlichkeitsnormen angestoßen werden, die Partnerschaftsgewalt begünstigen.
Zugleich soll die Ausstellung dazu beitragen, die individuelle Handlungsfähigkeit des sozialen Umfelds von Opfer und Täter zu stärken, um jeder Form von Partnerschaftsgewalt entschieden entgegenwirken zu können. Informationen über das Hilfeangebot der ‚Täterarbeit‘ sollen verdeutlichen, dass Fachkräfte im Rahmen von sozialen Trainingskursen Männer dabei unterstützen, gewaltförmige Denk- und Handlungsmuster zu erkennen und zu verändern.