Nicht nur aus der Region Wiesbaden, sondern unter anderem aus Berlin und Wien waren Interessierte gekommen, um sich am Freitag an der Hochschule RheinMain (HSRM) zum Thema „Community Building: Konzepte, Perspektiven und Soziale Innovationen für die Soziale Arbeit“, auszutauschen.
Für die Dekanin Prof. Dr. Kathrin Witek sind die Fachtage ein „wichtiger Baustein des Fachbereichs“ und der gelebte „Transfer aus und in die Praxis“. Sie betonte, dass Communities Verbundenheit, Teilhabe und gegenseitige Unterstützung bedeuten. Sie bildeten solidarische Räume, die wiederum einen wesentlichen Teil der Transformation der Gesellschaft ausmachten.
Transfer für die Transformation
Hier schloss die Keynote von Prof. Dr. Andreas Thiesen an. In seinem Vortrag erklärte er, dass es zu Veränderungen des Verständnisses sozialer Räume gekommen sei. Am Beispiel des Forschungsprojekts SUETS in Essen zeigte er auf, welche Möglichkeiten sozial-ökologische Transformationsprozesse haben können, wenn etwa die Durchlässigkeit zwischen Räumen das Gemeinwohl stärken kann.
In verschiedenen Workshops konnten Fachkräfte der Sozialen Arbeit, Praxispartner:innen, Kolleg:innen und Studierende im Anschluss Themen vertiefen. Im Mittelpunkt von Prof. Dr. Sabine Meiers Session stand die Diskussion, wie Fachkräfte „Community-Arbeit“ vorantreiben können, die macht,- und diversitätssensibel ist, wie gemeinsame Räume konstruiert und inklusive Orte geschaffen werden können. Diskutiert wurde zudem, wie soziale Konstruktionen von Identitäten zustande kommen und wem oder was sie dienen und welche Ziele formuliert werden, um welche Probleme (von wem) zu lösen.
Im Workshop von Alexandra Abt und Dr. Björn Krey ging es um das Verhältnis von Community Building und kultureller Bildung. Im Fokus: die Förderung von sozialem Miteinander durch Projekte der kulturellen Aktivierung und Partizipation. Prof. Catrin Dingler leitete die Gruppe zum Thema ziviler Ungehorsam. Fragen hier waren unter anderen, wie die politische Einmischung im Kontext Sozialer Arbeit aussehen kann und ob Soziale Arbeit die moralische Pflicht hat, sich politischen Forderungen, die ihr professionsethisches Selbstverständnis konterkarieren, zu verweigern. Erarbeitet werden sollten verschiedene Theoriepositionen zum zivilen Ungehorsam und diese wurden in Hinblick auf gegenwärtige Herausforderungen in der Praxis Sozialer Arbeit diskutiert.
Organisiert wurde der Fachtag vom Wiesbadener Institut für Methoden der Sozialen Arbeit (wims) unter der Leitung von Prof. Dr. Ingo Neupert und Prof. Dr. Christian Schütte-Bäumner.