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Vom Kopieren und Interpretieren

Studierende der Hochschule RheinMain zeigen in der Wiesbadener Walkmühle ihre visuellen Re-Interpretationen klassischer Kunstwerke. Mit einer Vernissage ist die Ausstellung am Freitagabend eröffnet worden.

Vermeer, Picasso, da Vinci, Dalí, Goya, Monet: In den Räumen des Künstlervereins Walkmühle in Wiesbaden sind derzeit zahlreiche Arbeiten weltbekannter Künstler:innen zu sehen – natürlich nicht im Original. Doch mit den ausgestellten Werken stimmt etwas nicht. Das liegt daran, dass Studierende der Hochschule RheinMain (HSRM) die klassischen Kunstwerke in die Gegenwart übersetzt haben. Art Remake heißen das Konzept und die Ausstellung, die am Freitagabend mit einer Vernissage eröffnet wurde und noch bis zum 8. März 2026 zu sehen ist.

Ausgehend von einer detaillierten Analyse ikonischer Gemälde, Plastiken oder Fotografien, haben Studierende des Studiengangs Media: Conception & Production unter der Leitung von Prof. Claudia Aymar und Elena Rosche eigene visuelle Konzepte erarbeitet und anschließend im Fotostudio umgesetzt. Sie reichen von präziser Rekonstruktion bis zur zeitgenössischen Neuinterpretation der Ausgangswerke.

„Für die Studierenden ging es darum, die Geschichte hinter den Werken zu entdecken“, so Prof. Aymar. „Mich begeistert dabei vor allem der Lernprozess der Studierenden und zu beobachten, wie aus anfänglicher Fremdheit nach und nach Vertrautheit mit dem untersuchten Werk entsteht.“

Manga, Apps und Tierleid

Und so wird aus Johannes Vermeers „Mädchen mit dem Perlenohrring“ das Cover eines Manga-Magazins; Claude Monets berühmte Seerosen verwandeln sich in App-Symbole auf einem Smartphone-Display. Emilia Rodriguez Fleck wiederum hat aus Leonardo da Vincis „Dame mit dem Hermelin“ das Porträt einer modernen Frau gemacht, die einen ausgestopften, blutigen Pelz im Arm hält. Mit ihrer Kritik am Tierleid als Statusmerkmal ist dieses Bild auf dem Ausstellungsplakat zu sehen.

Insgesamt zeigen die ausgestellten Art Remakes eine große Bandbreite an künstlerischen Positionen, von subtilen Referenzen bis hin zu radikal neu interpretierten Bildwelten, in denen klassische Bildmotive in heutige Lebensrealitäten überführt werden.

Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Künstlerverein Walkmühle e. V. und mit Unterstützung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden statt. Ergänzend sind die Ausstellungen „Art House Clips“ und „Diversität im Film und Journalismus“ zu sehen; zwei Salonabende am 4. Februar und 4. März runden das Programm ab.

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