An der Hochschule RheinMain (HSRM) ist das Projekt SEMMI-Lab (Schnellevaluation mobilitätsbezogener Maßnahmen & Interventionen) gestartet. Mit dem SEMMI-Lab entwickeln Forschende ein praxisorientiertes Instrument, das die Prinzipien von Lean Management auf betriebliche und kommunale Mobilitätsprojekte überträgt. Egal ob temporäre Radwege, kostenfreier ÖPNV-Angebote oder die Einführung von HR-Benefits wie Jobrad oder Jobticket: Projektverantwortliche sollen mit SEMMI-Lab bei der schnellen, datenbasierten Bewertung ihrer Maßnahmen unterstützt werden.
Zeitnahe Evaluation von Mobilitätsprojekten
Denn für Kommunen und Unternehmen sind innovative Verkehrs- und Mobilitätsprojekte häufig mit hohem Abstimmungsaufwand, kurzfristigen Umsetzungsperspektiven und komplexen Verwaltungsverfahren verbunden. „Eine systematische Messung, ob das Mobilitätsprojekt erfolgreich ist, findet oft nur unzureichend statt. Die Folgen sind mangelnde Wirkungstransparenz, eingeschränkte Kontrolle über Alternativen, unspezifisches Feedback zu Verbesserungsmöglichkeiten und eine fehlende objektive Argumentationsbasis gegenüber Stakeholdern wie Mitarbeitenden oder der Öffentlichkeit“, erklärt Dr. Sebastian L. Grüner, Postdoc im Bereich Mobilitätsmanagement und Mobilitätsverhalten und Initiator von SEMMI-Lab. Mit SEMMI-Lab soll sich das ändern. Vor- und Nachlaufzeiten von maximal zwei Wochen ermöglichen eine methodisch fundierte Evaluation von mobilitätsbezogenen Projekten und liefert Entscheidungsträger:innen zeitnah eine Grundlage für die Weiterentwicklung und Kommunikation ihrer Projekte.
Weitere Praxispartner:innen gesucht
SEMMI-Lab greift dabei auf Prinzipien aus dem Lean Management zurück und stellt Effizienz, Lernen und kontinuierliche Verbesserung in den Vordergrund. „Wir verstehen Innovationsprojekte dialektisch: Sie sind einerseits Ergebnis von Planung und gleichzeitig Ausgangspunkt weiterer Planungen“, erklärt Dr. Grüner. „Mit SEMMI-Lab schaffen wir ein Werkzeug, das Organisationen befähigt, Projekte schnell und evidenzbasiert zu evaluieren, Ergebnisse transparent zu kommunizieren und daraus unmittelbar zu lernen. Momentan befindet sich SEMMI-Lab in einer Pilotphase mit ausgewählten Partner:innen, weitere werden gesucht. Perspektivisch soll das Verfahren auf zusätzliche Anwendungsfelder wie etwa Beteiligungsprozesse oder Nachhaltigkeitsmaßnahmen ausgeweitet werden.
[Als Hilfsmittel wurde KI in die Texterstellung einbezogen]