Der diplomierte Mathematiker und Informatiker absolvierte seine Studien an der TU Darmstadt, wo er 2010 zudem seine Promotion zum Thema Monitoring und Management von Peer-to-Peer-Systemen mit Auszeichnung abschloss. Nach Stationen als Postdoc an der Universität Paderborn und als Juniorprofessor für die Technik sozialer Netzwerke an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf leitete er als Principal Scientist die Kompetenzgruppe für Sicherheit, Systeme und Software am Honda Research Institute Europe. Zuletzt lehrte er als Professor für Netzwerke, Kommunikationssysteme und Cybersicherheit an der TH Bingen. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die IT-Sicherheit, dezentrale Systeme und Rechnernetze.
Welcher Aspekt fasziniert Sie an Ihrer Forschung am meisten?
Kommunikationsnetze – ob Internet oder Mobilfunk – haben die menschliche Zivilisation in kurzer Zeit grundlegend verändert. Faszinierend ist, dass diese Netze heute längst nicht mehr nur Menschen verbinden, sondern vor allem Maschinen miteinander kommunizieren lassen: das Internet der Dinge. In meiner Forschung interessiert mich besonders, wie sich solche Systeme dezentral, sicher und selbstorganisierend gestalten lassen.
Mich reizt die Idee, auf der Basis unsicherer, heterogener Geräte durch kluge Protokolle und Algorithmen verlässliche und sichere Kommunikationsstrukturen zu schaffen. Dabei habe ich etwa an effizienten Peer-to-Peer-Systemen gearbeitet, die soziale Netzwerke zensurresistent und ausfallsicher machen – ganz ohne zentrale Anbieter. Insgesamt fügt sich meine Arbeit in den Zukunftstrend des intelligenten Internets der Dinge ein: ein stetiges Streben nach Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit.
Was macht für Sie gute Lehre aus?
Gute Lehre bedeutet für mich, sowohl die soliden Grundlagen zu vermitteln als auch den aktuellen Stand der Forschung inspirierend erfahrbar zu machen. Die Grundlagenarbeit erfordert unterschiedliche Zugänge: Präsenzveranstaltungen, ergänzende Videoaufzeichnungen für das selbstständige Lernen zu Hause sowie die Verbindung von Theorie und Praxis. So kann für alle die passende Lernform gefunden werden, um die zentralen Konzepte wirklich zu verinnerlichen.
Aufbauend darauf geht es im weiteren Studium darum, den Blick für den Stand der Dinge zu öffnen – für offene Fragen, etablierte Ansätze und ihre Grenzen. Hier entsteht Raum für eigene Ideen und kreative Lösungen. Potenziale zu entdecken und zu fördern, empfinde ich als eine der schönsten Aufgaben in der akademischen Arbeit.
Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?
Einen konkreten Berufswunsch hatte ich als Kind eigentlich nie – meine Entwicklung verlief eher wie ein roter Faden. Schon früh haben mich Mathematik und Informatik begeistert, und dieses Interesse hat mich von der Schulzeit an konsequent begleitet. Das begann mit dem Spaß an Knobelaufgaben und dem Zugang zu einem PC in der Grundschule, führte über Mathematik und Informatik als Leistungskurse im Abitur bis hin zu meinen Abschlüssen in beiden Studiengängen. Rückblickend war der Weg in die Wissenschaft damit fast folgerichtig. Heute habe ich das Glück, dass mein Beruf zugleich mein Hobby ist.
Wie finden Sie einen Ausgleich zur Arbeit?
Einen wertvollen Ausgleich finde ich im handwerklichen Gestalten von Wohnräumen. Während die Arbeit am Computer oft abstrakt bleibt, schafft das Renovieren sichtbare und bleibende Ergebnisse. Besonders erfüllend ist es, Räume wohnlich und funktional innovativ zu gestalten. Das reicht von präzise verlegten Fliesen oder passenden Boden- und Wandbelägen bis hin zur Planung moderner Elektroinstallationen und Smart-Home-Integration.
Auch die Lichtgestaltung sowie Sanitär- und Wärmelösungen faszinieren mich, da hier praktische Planung und technisches Verständnis ineinandergreifen. Wo es möglich ist, integriere ich erneuerbare Energien, um Komfort und Nachhaltigkeit zu verbinden. Dieses sichtbare, funktionale Gestalten gibt mir das Gefühl, etwas Dauerhaftes zu schaffen.