Sie studierte Betriebswirtschaftslehre an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main und der University of Southampton. An ihre empirisch ausgerichtete Promotion an der Universität Hamburg schloss sich die berufliche Tätigkeit als Marktforscherin in einem auf Online-Marktforschung spezialisierten Start-up-Unternehmen an. Nach der Übernahme durch einen amerikanischen Konzern übernahm sie die Leitung der europäischen Marketing- und Kommunikationsaktivitäten. 2008 wechselte sie zur dfv Mediengruppe, wo sie als Medienmanagerin und Chefredakteurin Publikationen zu Marktforschung, Marketing, Messen und Ausstellungen verantwortete. Nach einer Vertretungsprofessur für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Fulda zeichnete sie zuletzt für die Kommunikationspolitik des Geschäftsbereichs Klima und Umwelt beim Deutschen Wetterdienst verantwortlich.
Welcher Aspekt fasziniert Sie an Ihrer Forschung am meisten?
Mich beschäftigt vor allem die Technologisierung von Kommunikation. In der Kommunikation technischer Produkte kommt zunehmend KI zum Einsatz, in allen Phasen des Kontakts. Das möchte ich in meiner Forschung genauer beleuchten: Welche Bedeutung hat Vertrauen bei der Nutzung von KI in Marketing und Vertrieb? Wie kann Vertrauen aufgebaut werden? Welche Rolle kann dabei Live-Kommunikation, insbesondere Messen, spielen? Welche Chancen und Risiken ergeben sich durch KI-gestützte Kommunikation für den Verbraucherschutz?
Was macht für Sie gute Lehre aus?
Aus meiner Sicht eröffnet gute Lehre einen Dialog. Ich als Lehrkraft gebe fachlich-inhaltlichen Input, um darüber mit Studierenden ins Gespräch zu kommen. Eine Lernumgebung zu schaffen, in der sich Studierende gerne beteiligen, ist mir ein Anliegen. Wissen verankert sich besonders gut durch eigene Anwendung, deswegen freue ich mich besonders über Beispiele, die von Studierenden eingebracht werden. Sei es, um über Spezialfälle zu diskutieren, wie sich Konzepte dafür nutzen lassen, oder auch Beispiele mit Bezug zum eigenen Leben. Das macht Themen greifbarer – schließlich ist jede und jeder von Marketing und Vertriebsbemühungen von Unternehmen umgeben.
Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?
Da gab es verschiedene: Fotografin, Konditorin, Bibliothekarin. Zu manchen fehlte das Talent, bei anderen habe ich durch Praktika die negativen Seiten kennengelernt und meine Meinung geändert. Da ist mein erster Nebenjob richtungsweisender gewesen: Ich war als Nachhilfelehrerin aktiv. Es hat mir Freude gemacht, Themen so zu erklären, dass meine Schüler:innen sie verstanden haben und eine gewisse Leichtigkeit in Bezug auf die Fächer zurückgewinnen konnten. Das zieht sich seitdem wie ein roter Faden durch mein Berufsleben: lange Jahre als Fachjournalistin, jetzt als Professorin.
Wie finden Sie einen Ausgleich zur Arbeit?
Als Ausgleich zu meiner wunderbar vielschichtigen Arbeit verbringe ich gerne Zeit mit meiner Familie. Mit meinem Mann und meinem Sohn bin ich in der Natur unterwegs und wir erkunden alte Burgen und Schlösser in der Region. Super abschalten kann ich bei Zentangle, einer meditativen Form des Zeichnens. Den Sonntagvormittag verbringe ich außerdem auch gerne mal beim Brunch mit Freundinnen.