Dr. Sergio Staab
Dr. Sergio Staab, Promotion 2024
| Beruf: | Vertretungsprofessor; Senior Researcher |
| Arbeitgeber: | Hochschule RheinMain; Frauenhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) |
| Fachbereich: | Design Informatik Medien |
| Studiengang: | Angewandte Informatik, Wirtschaftsinformatik |
| Abschluss: | Promotion |
Du kennst beide Welten: (Promotions)student der Hochschule RheinMain (HSRM) und seit Herbst 2025 als Vertretungsprofessor. Wie ist es für dich in einer neuen Rolle zurück an der HSRM zu sein?
Es fühlt sich wie ein Heimspiel an. Seit 2010 habe ich als Student, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand alle Perspektiven erlebt und kann nun als Vertretungsprofessor meine Erfahrungen in die Ausbildung einbringen. Die neue Rolle bedeutet mehr Verantwortung, ermöglicht mir aber auch, Forschungsergebnisse direkt in die Lehre zu transferieren. Es ist bereichernd, den Campus Unter den Eichen mit anderen Augen zu sehen und Studierende auf ihrem Weg zu begleiten.
Du hast Angewandte Informatik und Wirtschaftsinformatik studiert. In welchem Feld arbeitest du heute, neben deiner Lehrtätigkeit? Was genau machst du dort?
Neben meiner Professur leite ich als Senior Researcher am Fraunhofer‑Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Darmstadt Projekte im Bereich „Smart Living & Biometrische Technologien“. Wir entwickeln Verfahren zur Aktivitäts‑ und Bewegungserkennung auf Basis von Wearables, insbesondere Smartwatches. Dazu gehören KI‑gestützte Pflegedokumentation, Anomalie‑Erkennung in Vitaldaten und das Verbundprojekt GIDEA – Ganzheitliche Innovationsmethodik für digitale Assistenztechnologien zur Entlastung bei indirekten Pflegetätigkeiten. Meine Aufgaben reichen von der Konzeption der Algorithmen bis zur Koordination interdisziplinärer Forschungsteams und der Umsetzung praxistauglicher Assistenzsysteme.ur Koordination interdisziplinärer Forschungsteams und der Umsetzung praxistauglicher Assistenzsysteme.
Während deines Studiums hast du drei Jahre in Folge das Deutschlandstipendium erhalten. Es fördert begabte und leistungsstarke Studierende mit einem monatlichen Zuschuss. Was hat das bei dir verändert?
Das Deutschlandstipendium hat mir den Rücken freigehalten. Junge Menschen haben es heute schwerer denn je, Studium und finanzielle Lage gleichzeitig zu bewältigen. Durch die monatliche Unterstützung konnte ich mich stärker auf Studium und Forschung konzentrieren und musste weniger freiberufliche Projekte annehmen. Die Begegnungen mit Fördernden und anderen Stipendiat:innen haben mir neue Perspektiven eröffnet und mein Netzwerk erweitert.
Wenn du noch einmal studieren würdest, was wäre dein Rat an aktuelle Studierende?
Probiert euch aus und baut früh praxisnahe Erfahrungen auf. In euren Zwanzigern tun Fehler und falsche Entscheidungen nicht weh – sie bereichern euren Erfahrungsschatz, und später ist das nicht mehr so einfach. Nutzt Projekte, Praktika und Stipendien, vernetzt euch interdisziplinär und bringt eigene Ideen ein. Eine gute Selbstorganisation und Ausgleich durch Sport oder Hobbys – bei mir war es das Fitnesstraining – helfen, fokussiert und kreativ zu bleiben.