Skip to Content
Ein modernes Hochschulgebäude mit der Aufschrift „Hochschule RheinMain“ im Vordergrund. Der Eingang wird von Bäumen und Pflanzen umgeben. Zwei Personen stehen auf der Treppe, die zum Eingang führt.

Hochschule RheinMain

Dein Studienort für Angewandte Wissenschaften

Alle Studiengänge

Kein Plan? Kein Problem! Jetzt herausfinden:

Studiengangsfinder

Optically Detected Magnetic Resonance (ODMR)

von Omar Alosch, Studierender im Master Angewandte Physik

Stickstoff-Fehlstellenzentren (Nitrogen-Vacancy Centers, NV-Zentren) sind Punktdefekte im Diamantkristallgitter, bestehend aus einem substitutionellen Stickstoffatom und einer benachbarten Leerstelle.

Negativ geladene NV-Zentren besitzen einen Gesamtspin S = 1 mit den Spinunterzuständen m_s = 0, m_s = +1 und m_s = −1. Aufgrund ihrer besonderen elektronischen Eigenschaften eignen sich Diamanten mit NV-Zentren als Quantensensoren zur Messung von Magnetfeldern und Temperaturänderungen.

Bei Ensemblemessungen werden mehrere NV-Zentren gleichzeitig ausgelesen, wodurch sich das Signal-Rausch-Verhältnis verbessern lässt. Dieses Verfahren wird in der vorgestellten Arbeit genutzt.

Ohne äußeres Magnetfeld sind die Zustände m_s = ±1 in guter Näherung energetisch entartet und durch eine Nullfeldaufspaltung von etwa 2870 MHz vom Zustand m_s = 0 getrennt. Die Zustände können optisch spinerhaltend angeregt und über ihre spinabhängige Fluoreszenz ausgelesen werden.

In Anwesenheit eines äußeren Magnetfeldes wird die energetische Entartung der Zustände m_s = ±1 durch den Zeeman-Effekt aufgehoben, wodurch unterschiedliche Resonanzfrequenzen entstehen (s. Abb. unten rechts). Diese werden mittels Mikrowellenanregung in der ODMR-Spektroskopie bestimmt. Aus einem ODMR-Spektrum lassen sich u.a. Informationen über die Stärke und Richtung des Magnetfeldes sowie über Temperaturänderungen gewinnen.

 

Im Rahmen eines Forschungsprojekts wurde ein ODMR-Spektrometer erfolgreich aufgebaut und in Betrieb genommen (s. Abb. unten links). Zum Einsatz kommen kommerzielle NV-Diamanten mit unterschiedlichen Dotierkonzentrationen, die mittels CVD (Chemical Vapor Deposition) oder HPHT (High Pressure High Temperature) hergestellt wurden.

 

Ziel ist die Integration einzelner NV-Zentren auf einem Chip, um Magnetfelder mit hoher Empfindlichkeit und räumlicher Auflösung zu erfassen.