Am Campus Rüsselsheim eröffnete Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Eva Waller die Veranstaltung. Sie ermunterte die Teilnehmerinnen, neugierig und wissbegierig zu bleiben und Fragen zu stellen – ganz nach dem Motto: „Fragenden Menschen kann meistens geholfen werden.“ Die HSRM-Präsidentin betonte, dass in der Geschichte meistens Männer mit ihren Erfindungen bekannt würden und Frauen oft im Hintergrund blieben. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf die erste Solarheizung von Mária Telkes (1948), die erste Gasheizung von Alice H. Parker (1919) sowie den Vorläufer der heutigen Spülmaschine von Josephine Cochrane (1886). „Es ist schön, wenn starke Frauen in den Vordergrund treten. Ich hoffe sehr, dass ihr das tut“, ermutigte Prof. Dr. Waller die Schülerinnen.
Anschließend hatten die Mädchen im Fachbereich Ingenieurwissenschaften die Gelegenheit, Mikroorganismen unter dem Mikroskop zu entdecken, die Heizung der Zukunft kennenzulernen, ein Solarauto, einen Naschautomaten oder einen Taschenrechner zu bauen, Experimente im MINT-Bereich durchzuführen, Wasserstoff selbst herzustellen sowie Projektmanagement, Teamwork und Führung für junge Ingenieurinnen zu erleben.
Auch an den Wiesbadener Campus Kurt-Schumacher-Ring sowie Unter den Eichen konnten die Teilnehmerinnen die Angebote der HSRM praxisnah kennenlernen. Prof. Dr. Robert Kanz, Dekan des Fachbereichs Architektur und Bauingenieurwesen, bezeichnete es als „herausragend“, dass sich so viele Mädchen für die Bereiche des Bauingenieurwesens interessierten. Auch Damaris Cichowski von der Ingenieurkammer Hessen ermutigte die Mädchen, neugierig zu bleiben und das zu tun, was ihnen Spaß macht: „Die Zukunft braucht kluge Köpfe, kreative Ideen und Menschen, die mutig sind.“
Proben nehmen, Beton anrühren, Roboter bauen
In den Laboren des Fachbereichs konnten die Mädchen anschließend selbst aktiv werden: Sie entnahmen Wasserproben am Wellritzbach und untersuchten sie im Labor, sie beobachteten Renaturierungsmaßnahmen im Wellritztal und testeten, wie Wasser durch unterschiedliche Böden fließt. Im Massivbaulabor stellten sie selbst Beton her und lernten mehr über seine Eigenschaften. Mit Rollstuhl und Alterssimulationsanzug erlebten sie im Mobilitätslabor, wie wichtig barrierefreie Planung für alle ist.
Am Campus Unter den Eichen, Heimat des Fachbereichs Design Informatik Medien, waren die Mädchen dazu eingeladen, einen Tag lang in die Welt des Films einzutauchen und herauszufinden, wie viel Kreativität, Technik und Teamarbeit hinter einer professionellen Filmproduktion steckt. Im Workshop „Lass den Roboter tanzen“ bauten und programmierten sie einen eigenen tanzenden Lego-Roboter.