Gründen
an der Hochschule RheinMain

Die Hochschule RheinMain fungiert durch ihre praxisorientierte Ausrichtung nicht nur als Sprungbrett in die Wirtschaft, sondern stellt auch einen guten Ausgangspunkt für die eigene Unternehmensgründung dar - ganz gleich, mit welchem Projekt ihr euch selbstverwirklichen wollt!

Dazu bietet die Gründungsunterstützung des Competence & Career Center sowie des INKUBATOR CONNECT ein breites Angebotsspektrum an, das sich spezifisch nach eurem Projekt richtet. Durch die ernannten Gründungsbotschafter findet ihr direkt an eurem Fachbereich Ansprechpersonen, die euer Projekt auch fachlich weiterbringen. Darüber hinaus profitiert ihr von der weitreichenden Vernetzung der Professoren und dem Gründungsnetzwerk der Hochschule. So wird eure Gründung zu einem logischen & erfolgreichen Schritt in eurer persönlichen und fachlichen Entwicklung!

Traut euch den ersten Schritt zu machen und nehmt Kontakt zu uns auf. Wir freuen uns auf euch!

Competence & Career Center

Gudrun Bolduan | Gründer-Service / Unternehmenskontakte
Campus Kurt-Schuhmacher-Ring, Gebäude C 2.20
Telefon: +49 611 9495-3210
E-Mail: Gudrun.Bolduan(at)hs-rm.de

 

 

 

INKUBATOR CONNECT

Prof. Dr. Thomas Heimer  I  Teilvorhabenleiter

Campus Rüsselsheim, A-Süd 218 und A-Nord 010
Telefon: +49 173 7250913
E-Mail: thomas.heimer(at)hs-rm.de

 

 

Dr. Sandra Steinbrink  I  Mitarbeiterin

Campus Rüsselsheim, G006
Telefon: +49(0)6142 898-4616
E-Mail: Sandra.Steinbrink(at)hs-rm.de
 

 

Adrian Stypka  I  Mitarbeiter

Campus Rüsselsheim: G 006
Telefon: +49 6142 898 4617
E-Mail: Adrian.Stypka(at)hs-rm.de

Hier gehts zur Anmeldung

Was das Innovation-Camp so besonders macht, erklärt Prof. Dr. Dennis Albert, Gründungsbotschafter an der WBS Wiesbaden im Video:

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Ziel der Gründungsunterstützung ist es, dass ihr es schaftt, euch mit eurer Idee zu verwirklichen. Wir begleiten und helfen euch während des gesamten Gründungsprozesses. Von den ersten Informationen & Vorlagen über mögliche Anforderungen und Stolpersteine bis hin zu strategischen Analysen und der Vernetzung zu Investoren und anderen Unterstützern.

Unser Angebot konkret:

  • Eingangsinformation & -beratung
  • IdeenCheck - Unterstützung bei Entwicklung von Geschäftsmodellen und Businessplänen
  • Vernetzung - mit Partnern aus Industrie, Wirtschaft und regionalen Bündnispartnern

Dabei können wir nicht genug betonen: Sämtliche Unterstützung erfolgt absolut vertraulich und natürlich kostenlos.
Wir freuen uns auf euch!

Um euer Projekt auf die Überholspur zu bringen ist Unterstützung und Förderung wichtig. Es kann jedoch schwierig sein in der unübersichtlichen Förderlandschaft den Überblick zu behalten. Einige Programme, wie das EXIST-Gründerstipendium oder die EY-Startup-Academy sind bekannt. Nicht alle Projekte aber erfüllen die spezifischen Anforderungen um auch tatsächlich gefördert zu werden. Stattdessen gibt es eine ganze Vielzahl weiterer Fördermittel, wie bspw. das Förderprogramm "Digitalisierung stärken, Transfer leben", die euch und eure Idee weiterbringen können.

Welche Fördermittel es gibt, worauf zu achten ist und wie eure Antragstellung erfolg hat - wir helfen!

Die an der Hochschule RheinMain etablierten Gründungsbotschafter dienen als zusätzlicher Ansprechpartner für Gründungsinteressierte, Studierende, Absolventen:innen sowie Wissenschaftler:innen innerhalb des jeweiligen Fachbereichs. Darüber hinaus stellen sie auch eine fachbereichsübergreifende Vernetzung sicher und haben oftmals einen engen inhaltlichen Bezug zur Gründungsidee.

Fachbereich Sozialwesen

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Fachbereich Ingenieurwissenschaften

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Fachbereich Wiesbaden Business School

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Fachbereich DCSM

  • Gründer:innen Treffen - Netzwerk für innovative und kreative Köpfe
    - Das Format? No-fuss: Fragen stellen, Erfahrungen weitergeben, Inspirieren lassen, vernetzen - 
     
  • GRÜNDERwissen kompakt
     
  • Innovation Camp 2021 - Save the Date
    - vom 23. bis zum 27. August ist es wieder soweit. Von Design Thinking über Lean Start-up bis zum Pitching, 5 Tage Intensiv-Crashkurs -

Unverbindliche Voranmeldung per E-Mail an: gruenden(at)remove-this.hs-rm.de

Highlights aus dem letzten Innovation Camp:

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Murat Karakaya – CargoSteps GmbH & Co. KG

Name: Murat Karakaya

Studiengang an der HSRM: Bachelor Internationales Wirtschaftsingenieurwesen & Master Berufsintegriertes Masterstudium Wirtschaftsingenieurwesen

Abschlussjahr: 2016

Unternehmen (Name): CargoSteps GmbH & Co. KG

Gründungsdatum: 18.02.2016

Kurzbeschreibung Produkt/Dienstleistung: CargoSteps hilft Spediteuren und Frachtführern, ihre Kapazitäten auszulasten und ermöglicht das durch unternehmensübergreifende Echtzeit Sendungsverfolgung mit proaktivem Informationsfluss.

Interview

  • Das Thema Start-ups generiert in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit - viele sprechen sogar von einem Hype. Ist es das tatsächlich oder was zeichnet die Start-up-Welt Deiner Meinung nach aus?

Das Aufkommen von Start-ups selbst ist nichts Neues, aber etwas, das vor einigen Jahren kategorisiert wurde. Einen Hype würde ich es nicht nennen, denn dazu dauert er schon viel zu Lange und wächst weiterhin zu stark. Die Gründerkultur, die mit der Start-up-Welt einhergeht, bringt durch ihren Drive viele Innovationen zustande, auf die wir sonst sehr lange warten müssten. Sie gibt uns auch eine aufgefrischte Neugier auf Fortschritt. Ich glaube, dieses Mindset ist neben der gestiegenen Innovationskraft etwas, was die Start-up-Welt auszeichnet.

  • Du bist jetzt seit fünf Jahren Selbstständiger. Kannst Du Dir vorstellen, wieder zurückzugehen und als Angestellter zu arbeiten?

In den letzten fünf Jahren habe wahrscheinlich so viel gelernt, wie ich als Angestellter in 15 Jahren gelernt hätte. Das liegt daran, dass man verglichen mit einem normalen Unternehmen in einem kleinen Start-up für sehr viel mehr zuständig ist und alles selbst entscheidet. Die Geschwindigkeit ist sehr hoch und man sprintet durch einen Marathon. Für viele, die aus Unternehmen in Verwaltungen wechseln, ist es schwierig, sich an die Abläufe und das gesenkte Tempo der Entscheidungsprozesse anzupassen, daher denken viele, dass es denselben Effekt beim Wechsel von Start-ups zu Unternehmen gibt. Dem ist jedoch nicht so. Der Unterschied ist die stark ausgeprägte Anpassungsfähigkeit, die im Start-up von Tag eins verlangt wird. Es ist wichtig, eine übergeordnete Strategie beizubehalten und sich daran zu orientieren. Jedoch ist es wegen der spezialisierten Innovationen der Start-ups notwendig, dass man sich ständig selbst überprüft, neu ausrichtet und wenn nötig das Geschäftsmodell anpasst. Ich würde sehr gut in einem Unternehmen als Angestellter mit all seinen Prozessen und Hierarchien klarkommen, jedoch ist es als Selbstständiger viel schöner und macht mehr Spaß. Man kann sich selbst verwirklichen, wenn man es am Markt schafft.

  • Wie kam es zu Deiner Gründung - warst Du schon immer ein „Gründergeist“ oder hat sich das mit der Zeit erst entwickelt?

Während meines Studiums habe ich vier Jahre lang als Kurier am Flughafen und anschließend noch ein Jahr im Qualitätsmanagement im Unternehmen meines Kindheitsfreundes und heutigen Geschäftspartners gearbeitet. Wir haben täglichen die gleichen Probleme in der Logistik erlebt und eigentlich nur nach einer Lösung für sein Unternehmen gesucht, jedoch gab es nichts mit den Anforderungen, die wir aufgestellt hatten. Nach der vergeblichen Suche haben wir uns entschieden, es einfach selbst zu machen, weitere Partner gesucht und CargoSteps gegründet. Es war immer ein Traum von mir, in die Selbstständigkeit zu gehen, jedoch fehlte mir bis dahin die Idee, das Team und das Kapital. Plötzlich kam alles zusammen und ich habe meine Chance genutzt.

  • Welche Voraussetzungen muss eine Person Deiner Meinung nach mitbringen, um ein/eine erfolgreiche(r) Gründer(in) zu werden?

Das wichtigste zuerst: Man gründet nicht allein. Es braucht ein Gründerteam aus drei bis fünf Personen und dieses ist am besten breit aufgestellt. Jedes Teammitglied sollte eine andere Stärke oder Spezialisierung mitbringen und das Team als Ganzes sollte im Stande sein, eigenständig alles Nötige bis zu einem sogenannten Minimum Viable Product ohne externe Hilfe hinzubekommen. Am besten auch darüber hinaus, denn vorher bekommt man kein Kapital für das Wachstum. Ein tolles Team macht auch eine mittelmäßige Idee groß. Man muss sich als Gründer*in darüber im Klaren sein, dass man sehr viel Durchhaltevermögen braucht, weil ein Start-up im Normalfall nicht über Nacht zum Erfolg wird. Vor allem muss man die Achterbahnfahrt der Erfolge hin zu den Tiefs der Rückschläge aushalten können. Diese Achterbahnfahrt ist nicht für einen Kindergeburtstag geeignet. Die dritte Komponente für den Erfolg ist das Netzwerk. Das fängt schon da an, dass man sich in einem Bereich, in dem man sich auskennt, gründen sollte. Von Tag eins an muss man Netzwerken und sein Netzwerk ausbauen. Man darf damit nie aufhören, denn ein Netzwerk schadet nur dem, der es nicht hat. Team, Durchhaltevermögen und Netzwerk ist der magische Dreiklang der Start-up-Welt.

  • Welches für die Gründung nützliche Handwerkzeug hat Dir Dein Studiengang mitgegeben bzw. wo hast Du Dein Know-how ansonsten gesammelt?

Im Wirtschaftsingenieurstudium hatte ich leider keinen Schwerpunkt im Bereich Logistik und Luftfahrt gewählt, was eine verschenkte Gelegenheit war. Das lag daran, dass ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, dass ich in dem Bereich gründen werde. Jedoch bot das Studium andere sehr gute Grundlagen, die man sich extern sehr teuer aneignen müsste. So günstig und konzentriert bekommt man so viel Know-how sonst nirgends.

  • Wenn Du an die Hochschule RheinMain zurückdenkst – was oder wer hatte Einfluss auf Deine Gründungsambitionen?

Den größten Einfluss auf meine Gründung hatte in der Hochschule eindeutig Prof. Dr. Thomas Heimer. Er hat in den Vorlesungen und darüber hinaus stets das Interesse für das Unternehmertum geweckt und uns viele Werkzeuge an die Hand gegeben. Im Nachgang sehe ich ihn als wichtigsten Faktor der HSRM für meinen Werdegang.

  • Was würdest Du Dir für die Hochschule RheinMain wünschen bzw. von ihr erwarten?

Es gibt viele Gründungsinteressierte und -willige Studierende an der Hochschule RheinMain. Dieses Potenzial sollte unbedingt genutzt werden. Mit IMPACT RheinMain und vor allem dem darin enthaltenen INKUBATOR CONNECT ist die perfekte Grundlage schon an der HSRM geschaffen. Dies gilt es nun zu unterstützen und auszubauen. Einen Punkt, den ich mir für meine Zeit als Studierender noch gewünscht hätte, wäre die Komponente Softwareentwicklung, denn die braucht man für die meisten Ideen. Auch für die Ideen, die dienstleistungs- oder hardwareorientiert sind. In Zeiten der Digitalisierung gibt es fast immer eine Softwarekomponente bei Innovationen. Ich hätte hierzu auch eine freiwillige Zusatzmöglichkeit wahrgenommen, wenn ich eine Webentwicklersprache mit Framework hätte lernen können, wie Python/Django oder Ruby on Rails. Ruby on Rails bringe ich mir aktuell selbst bei, was neben Unternehmen und Familie deutlich schwieriger unter einen Hut zu bekommen ist, als während des Studiums.

  • Viele Start-up-Interessierte zögern anfangs, über ihre Idee zu sprechen, weil sie denken, die Idee würde geklaut werden? Wie war das bei dir?

Wir haben gleich von Anfang an mit jedem über unsere Idee gesprochen. Wer Angst hat, kopiert zu werden, hat nicht genug Risikobereitschaft für die Start-up-Welt. Jedes Gespräch auch und vor allem mit Fachfremden hat uns weitergebracht. Man bekommt Input, an den man selbst nicht denkt. Auch gibt man ebenso dem Gegenüber Input für sein Geschäft oder seine Idee. Man sollte vielleicht aufpassen, dass man nicht gleich jedes Details an kapitalstarke Unternehmen weitergibt, die dafür bekannt sind, die Dinge selbst umzusetzen, aber man sollte immer bedenken, dass nicht jeder, der könnte, einen kopiert, da das Zeit und Geld kostet und die Unternehmen immer noch ihr Kerngeschäft haben. Wichtig ist auch, sich klar zu machen, dass Nachahmer kommen werden. Die Frage ist, ob die die Innovation besser machen als man selbst und wie viel Vorsprung man hat. Es wird eigentlich nie zu einem Monopol kommen können und der Markt ist meist groß genug für viele Player.

  • Was würdest Du Start-up-begeisterten Studierenden der Hochschule sonst noch raten, die selbst vor der Entscheidung stehen zu gründen?

Macht! Nicht warten, sondern loslegen. Holt Euch alle Infos online oder über Alumni und vor allem vor Ort beim INKUBATOR CONNECT, bevor Ihr offiziell gründet, um mehrere Angebote zum Start wahrnehmen zu können. Schafft Euch im Studium und mit den Zusatzangeboten so viel Know-how drauf wie möglich. Und wenn Ihr könnt, lernt zu programmieren mit Python/Django oder Ruby on Rails.

  • Wie wirkt sich die Corona-Krise auf Dich/Euch aus?

Corona hat uns Zeit und Geld gekostet, aber wir werden durch diese Krise durchkommen. Auf der anderen Seite ist es der perfekte Zeitpunkt zum Gründen oder um sich auf sein Unternehmen zu konzentrieren. Man hat mehr Zeit und wird nicht durch die normalerweise vorhandenen Freizeitmöglichkeiten abgelenkt.


Leo Marose – StackFuel GmbH

Name: Leo Marose

Studiengang an der HSRM: Business Administration (BA)

Abschlussjahr: 2012

Unternehmen (Name): StackFuel GmbH

Gründungsdatum: Mai 2017

Kurzbeschreibung Produkt/Dienstleistung:
Die StackFuel GmbH wurde 2017 von Leo Marose und Stefan Berntheisel gegründet. StackFuel bietet Unternehmen aus der Industrie und Wirtschaft digitale Weiterbildungs- und Umschulungsprogramme für Data Literacy (grundlegende Datenkompetenzen), Data Science und künstliche Intelligenz (KI) an. Zur Bewältigung der digitalen Transformation und der bevorstehenden Qualifikationslücke im Bereich Daten und KI unterstützt StackFuel Unternehmen, Mitarbeitende effektiv und effizient in zukünftige Jobrollen weiterzuentwickeln. Die innovativen Online-Trainings bieten Teilnehmenden eine moderne und flexible Lernerfahrung mit einer interaktiven und Cloud-basierten Lernumgebung, in der sie mit Industriedatensätzen selbstständig Algorithmen entwickeln. Mit namhaften Kunden wie Telefónica, Deutsche Bahn, Daimler, BMW, IAV oder Axel Springer, beschäftigt StackFuel mit Sitz in Berlin-Kreuzberg derzeit 25 Mitarbeitende.

Interview

  • Das Thema Start-ups generiert in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit – viele sprechen sogar von einem Hype. Ist es das tatsächlich oder was zeichnet die Start-up-Welt Deiner Meinung nach aus?

Ich würde noch einen Schritt weiter gehen und sagen, dass wir ganz am Anfang stehen. Unternehmertum und Start-ups werden in Deutschland zwar immer populärer, aber im Vergleich zum Ausland haben wir noch Aufholbedarf. Besonders beim Bild des „Unternehmers“ in der Öffentlichkeit ist man in Deutschland doch noch sehr konservativ und die wenigsten Schüler sagen bereits in Ihrer Jugend, dass sie einmal selbstständig sein wollen. Ein eigenes Unternehmen aufzubauen ist spannend und bereichernd zu gleich; ich kann es als attraktive Alternative zum Angestelltendasein empfehlen.

  • Du bist jetzt seit acht Jahren Selbstständiger. Kannst Du Dir vorstellen, wieder zurück zu gehen und als Angestellter zu arbeiten?

StackFuel ist bereits mein zweites Unternehmen. Davor habe ich das Online-Magazin BOXROX.com mitgegründet und war auch fast zwei Jahre als Freelancer im Bereich Online Marketing & Growth Hacking aktiv. Wenn ich noch einmal für ein Unternehmen arbeiten würde, dann müsste es eine Führungsposition in Kombination mit einer sehr spannenden Aufgabe sein, die mich wirklich reizt. Aktuell kann ich es mir als Karriereoption aber nicht vorstellen.

  • Wie kam es zu Deiner Gründung – warst Du schon immer ein „Gründergeist“ oder hat sich das mit der Zeit erst entwickelt?

Zusammen mit Stefan Berntheisel, der damals an der HSRM Informatik studiert hat, habe ich direkt nach dem Studium angefangen, BOXROX.com aufzubauen. Meinen ersten Schritt in die Welt der Start-ups habe ich allerdings noch kurz vor meiner Bachelorthesis in Hamburg gemacht. Der Investor Hanse Ventures hatte damals eine spannende „Entrepreneur-in-Residence“ Stelle ausgeschrieben, welche mich in einer Art Praktikum für Unternehmer in sechs Monaten gut vorbereitet hat. Richtiger Unternehmer wird man aber erst, wenn man wirklich selbst gründet und seine eigenen Projekte vorantreibt. Die letzten acht Jahre waren somit mein ganz persönlicher MBA in Entrepreneurship.

  • Welche Voraussetzungen muss eine Person Deiner Meinung nach mitbringen, um ein(e) erfolgreicher Gründer(in) zu werden?

Man sollte es wirklich wollen. Zu Gründen bedeutet meist auch erst mal ein Verzicht auf ein hohes Gehalt und es entsteht ein sehr hoher Zeitaufwand. Viele private zeitraubende Hobbys sind am Anfang eher schwierig einzubinden. Sobald das Unternehmen dann stabiler aufgestellt ist, funktioniert aber auch die Work-Life-Balance wieder. Bestimmte Voraussetzungen, also sogenannte Hard-Skills, sind meiner Meinung nach nicht nötig. Man muss willig sein, immer neue Sachen zu lernen und darf sich nicht zu schade für kleine operative Aufgaben sein, die man erst später delegieren kann. Man benötigt einiges an Durchhaltevermögen und muss von vorne herein damit rechnen, dass Sachen schief laufen. Wenn etwas Negatives passiert, sollte man das aber sehr schnell unter „aus Fehlern lernt man“ abschreiben und sich wieder auf die wichtigen Dinge konzentrieren.

  • Wie wichtig ist ein gutes Team bzw. wo und wie hast Du Dein Team kennengelernt?

Mein Mitgründer Stefan und ich haben uns durch seine Lebensgefährtin kennengelernt, welche gemeinsam mit mir an der HSRM studiert hat. Ein gutes Team ist unglaublich wichtig, da einfach nicht jeder alles kann und man so von den Stärken des anderen profitieren kann. Ich bekomme immer wieder das Feedback von Sologründern, dass ihnen oft jemand zum Austausch oder zur Motivation fehlt, wenn es mal etwas härtere Zeiten gibt.

  • Du hast thematisch außerhalb Deines Studiengangs gegründet – welches für die Gründung nützliche Handwerkzeug hat Dir Dein Studiengang trotzdem mitgegeben beziehungsweise wo hast Du Dein Knowhow ansonsten gesammelt?

Als Geschäftsführer einer Firma sind betriebswirtschaftliche Kenntnisse sehr wichtig. Da ich an der HSRM genau hierin ausgebildet wurde, konnte ich vieles, was ich dort gelernt habe, auch anwenden. Wichtig waren für mich aber auch immer Werkstudenten-Tätigkeiten, um die Theorie direkt in die Praxis umzusetzen.

  • Wenn Du an die Hochschule RheinMain zurückdenkst – was oder wer hatte Einfluss auf Deine Gründungsambitionen?

Ein wichtiger Schritt für meine Gründung waren damals tatsächlich die Auswahl der verschiedenen Schwerpunkte im Studium, die Möglichkeit eines Auslandssemesters sowie der Standort Wiesbaden, welcher es mir ermöglicht hat, eine gute Auswahl an Werkstudententätigkeiten zu finden. Am Ende des Studiums bin ich auch mit der Gründungsförderung in Kontakt gekommen und uns wurden sogar kostenlos Büroräume zum Testen der ersten Ideen zur Verfügung gestellt.

  • Was würdest Du Dir für die Hochschule RheinMain wünschen beziehungsweise von ihr erwarten?

Als ich da war, gab es noch nicht viel, das scheint sich ja heute zu ändern, daher würde ich sagen: So weiter machen und Formate wie dieses fördern. Dozenten oder Gastredner, die selbst Unternehmer sind, einbinden. Denn diese können zur Inspiration der Studenten beitragen.

  • Viele Startup-Interessierte zögern anfangs über ihre Idee zu sprechen, weil sie denken, die Idee würde geklaut werden? Wie war das bei dir?

Das halte ich für einen der größten Fehler überhaupt. Nur wenn man über die eigene Idee spricht, erhält man Feedback und einen Realitätscheck. Am Ende geht es nie nur um die Idee, sondern wie man im Gründer-Denglisch sagt, hauptsächlich um die „Execution“ sowie die Fähigkeit, das eigene Geschäftsmodell immer wieder so anzupassen, dass es am Markt angenommen wird und erfolgreich ist. Die Idee selbst bedeutet nicht sofort Erfolg.

  • Was würdest Du Startup-begeisterten Studierenden der Hochschule sonst noch raten, die selbst vor der Entscheidung stehen zu gründen?

Redet mit anderen Personen, die es bereits gemacht haben. Macht ein Praktikum bei einem Start-up oder einer Venture Capital Gesellschaft, die in Start-ups investiert. Belest euch oder hört Podcasts zu dem Thema. Wer Unternehmen werden will und Durchhaltevermögen besitzt, schafft es auch.

  • Wie wirkt sich die Corona-Krise auf Dich/Euch aus?

Da wir im E-Learning Segment aktiv sind, steigt auf Kundenseite das Interesse, nun alle Schulungen online durchzuführen. Ich denke, dass wir in den nächsten Jahren durch die aktuelle Situation starken Zulauf erhalten werden. Wir freuen uns jedenfalls bereits auf die nächsten Abenteuer in den nächsten Jahren.


Lukas Hoffmann – lawcode GmbH

Name: Lukas Hoffmann

Studiengang an der HSRM: Wirtschaftsinformatik Bachelor

Abschlussjahr: 2020

Unternehmen (Name): lawcode GmbH

Gründungsdatum: Mai 2020

Kurzbeschreibung Produkt/Dienstleistung:

Über das von den Gründern entwickelte digitale Hinweisgebersystem „Hintbox“ können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Missstände und Verstöße gegen geltendes Recht innerhalb eines Unternehmens melden. Hinweise können völlig anonym abgegeben werden, was durch intelligente Funktionen der Hintbox unterstützt wird. Dadurch, dass die Hintbox nach wenigen Sekunden einsatzbereit ist, kann die neue EU-Whistleblower-Richtlinie schnell umgesetzt werden. Die Whistleblower-Richtlinie verpflichtet Unternehmen und Behörden mit mehr als 50 Mitarbeitern dazu, Meldekanäle wie die Hintbox ab Ende 2021 (bzw. Ende 2023) einzuführen. Von der Richtlinie sind unter anderem auch Hochschulen betroffen.

www.hintbox.de

Interview

  • Wie kam es zu Deiner Gründung – warst Du schon immer ein „Gründergeist“ oder hat sich das mit der Zeit erst entwickelt?

Nach meinem Abitur hatte ich zunächst eine Ausbildung absolviert, aber schon dort in meiner Freizeit die ersten kleinen Projekte umgesetzt und Apps entwickelt. Diese habe ich dann mit meinem damaligen Ausbildungskollegen und heutigem Mitgründer Dominik Lienen fortgesetzt. Daraus ist damals eine App entstanden, mit der Nutzer freie Parkplätze in Echtzeit in Düsseldorf, Wuppertal und Hamburg einsehen konnten. Auf Grund sehr großer Konkurrenz haben wir dieses Projekt damals allerdings eingestellt. Zur gleichen Zeit kam aber Patrick Diede, ebenfalls Mitgründer der lawcode GmbH, mit einer Idee für eine Sharing-Plattform für Video- und Fotographen auf uns zu, die wir dann im Anschluss entwickelt haben.

Vor zwei Jahren haben wir Dr. Ubbo Aßmus kennengelernt und gemeinsam haben wir erkannt, dass es bei Unternehmen Bedarf für einfache Compliance-Software gibt. Häufig ist der Kauf dieser Software für Unternehmen mit langen Sales-Zyklen und hohen Kosten verbunden. Das möchten wir ändern, indem wir Software as a Service-Produkte anbieten, die innerhalb weniger Sekunden bereitstehen und Unternehmen dabei helfen, die eigenen Compliance-Richtlinien und Gesetze einzuhalten.

Abschließend kann ich also sagen, dass die Gründung sich über die letzten Jahre entwickelt hat, der „Gründergeist“ war aber mit Sicherheit schon immer vorhanden.

  • Wie wichtig ist ein gutes Team? Wo und wie hast Du Dein Team kennengelernt?

Das Gründungsvorhaben steht und fällt mit dem Team. Nur wenn alle motiviert am Produkt und dem Unternehmen arbeiten, hat man die Chance erfolgreich zu sein. Wie eben erwähnt, habe ich das Team während meiner Ausbildung und meines Studiums kennengelernt. Heute haben wir ein starkes und interdisziplinäres Team aus den Bereichen Recht, Informatik und Wirtschaftsinformatik.

  • Du hast thematisch im Bereich Deines Studiums gegründet – hat Dich dieses auf die Gründung vorbereitet?

Da ich vor meinem Studium bereits eine Ausbildung abgeschlossen habe und auch das erste Unternehmen vor dem Start meines Studiums in Wiesbaden gegründet habe, war das Studium nicht der Impulsgeber zur Gründung. Allerdings hat das Studium mir enorm dabei geholfen, mein Wissen in diesem Bereich zu erweitern und auch zu vertiefen. Gerade weil man bei einer Gründung sehr viele Dinge zum ersten Mal macht und man sich in vieles reinarbeiten muss, hat das Studium mir den dafür notwendigen inhaltlichen Rahmen vermittelt.

Neben den vermittelten Inhalten hat das Studium an der Hochschule RheinMain mir enorm dabei geholfen, mein Netzwerk zu erweitern und neue Leute kennenzulernen. Denn ohne das Studium in Wiesbaden wäre es niemals zur Gründung der lawcode GmbH gekommen, da ich Dr. Ubbo Aßmus durch seine Tätigkeit als Lehrbeauftragter an der Hochschule RheinMain kennengelernt habe. Er hatte die Vorlesung „IT-Recht“ für meinen Studiengang Wirtschaftsinformatik gehalten und so sind wir dann ins Gespräch und letztendlich zu unserer Gründung gekommen.

  • Wenn Du an die Hochschule RheinMain zurückdenkst – was oder wer hatte Einfluss auf Deine Gründungsambitionen?

Die Hochschule hat meine Gründungsambitionen auf jeden Fall gefestigt. Gerade in meinem Studiengang Wirtschaftsinformatik gab es Vorlesungen, die auf die Unternehmensgründung spezialisiert waren. Zusätzlich gab es Module, in welchen eigene Softwareprodukte geplant und entwickelt werden sollten. Auch wenn der Hintergrund dieser Module nicht zwingend eine Unternehmensgründung war, konnte man hier dennoch sehr viel Wissen mitnehmen, welche bei der Umsetzung des eigenen Softwareproduktes im Start-Up geholfen und die Gründungsambitionen verstärkt hat.

  • Viele Start-up-Interessierte zögern anfangs, über ihre Idee zu sprechen, weil sie denken, die Idee würde geklaut werden? Wie war das bei dir?

Die Bedenken kann ich verstehen, sind aber eigentlich immer unbegründet. Insbesondere die Beratungsangebote an der Hochschule oder anderen Institutionen, wie beispielsweise der IHK, sind immer sehr vertraulich.

Ich würde auch immer dazu raten, mit vielen Personen über die eigene Idee zu reden. Nur so kann man erfahren, ob die Idee Potenzial hat oder ob etwas verbessert werden kann.

Auch wir hatten bereits in einem frühen Stadium mit verschiedenen fachkundigen Personen über unsere Idee der Hintbox gesprochen und haben uns sogar während der Entwicklungsphase regelmäßiges Feedback zu unserem Produkt eingeholt.

  • Was würdest Du Start-up-begeisterten Studierenden der Hochschule sonst noch raten, die selbst vor der Entscheidung stehen zu gründen?

Der beste Rat ist mit Sicherheit, einfach zu beginnen. Selbst wenn das erste Produkt oder die erste Idee sich nicht durchsetzt, kann man dadurch schon erste Erfahrungen sammeln und das Netzwerk erweitern. Und vielleicht ergeben sich daraus dann weitere Projekte, so wie es bei uns der Fall war.

  • Wie hat sich die Corona-Krise auf Dich/Euch ausgewirkt?

Wir haben das Glück, dass man für die Softwareentwicklung keine physische Anwesenheit der Kollegen benötigt und wir die Hintbox aus dem Home-Office entwickeln konnten. In dieser Hinsicht hat sich Corona-Pandemie nicht wesentlich negativ auf uns ausgewirkt. Allerdings wäre es selbstverständlich schön gewesen, die lawcode GmbH und das Produkt Hintbox gemeinsam in Präsenz zu gestalten. Umso mehr freuen wir uns darauf, bald unsere neuen Büros beziehen zu können.