PHILIPP MADER ÜBER SEINE STUDIENZEIT UND SEINEN BERUFSEINSTIEG

Studieren an einer Universität oder an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften? Diese Frage hatte Philipp Mader schnell für sich beantwortet und entschied sich für das Studium Internationales Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule RheinMain. „Der Grund hierfür lag an der Tatsache, dass deutsche Universitäten stark überfüllt sind, wodurch die Lernqualität extrem leidet. Einer Vorlesung zu folgen – teilweise auf dem Boden sitzend – ist meiner Meinung nach nicht zielführen.“ 

Die Entscheidung für sein Studienfach machte sich Philipp nicht so leicht: „Ich hatte seit meiner Kindheit ein großes technisches Interesse sowie Spaß am Umgang mit Zahlen. Daher schwankte ich bei meiner Studienwahl zwischen rein wirtschaftlichen und rein technischen Studienfächern. Nachdem ich alle Studiengänge im Umkreis sondiert hatte und trotzdem unsicher war, wie ich mich entscheiden sollte, versuchte ich „out of the box“ zu denken. Ich versuchte aus der Sicht eines Unternehmens zu denken: Was ist die Basis für Erfolg? Es sind Innovationen! Nur was ist eine Innovation? Ist eine Innovation ein technisch neuartiges und noch nie dagewesenes Produkt? Nein, denn eine Innovation muss zusätzlich profitabel sein. Folglich müssen technische sowie wirtschaftliche Aspekte verbunden werden. Das Studienfach Wirtschaftsingenieurwesen wird diesem Anspruch vollends gerecht, wodurch ich letztendlich meine Entscheidung getroffen habe.“

„Alles richtig gemacht“

Nach Beginn des Studiums war Philipp sich trotzdem nicht sicher, ob er die richtige Wahl getroffen hatte. „Zu Beginn plagten mich hin und wieder die Unsicherheit, ob ich mich für den richtigen Studiengang und die richtige Hochschule entschieden hatte. Glücklicherweise nahmen die Zweifel mit der Zeit ab und am letzten Tag wusste ich, dass ich alles richtig gemacht habe!“

Besonders positiv fiel Philipp der Einsatz vieler Professorinnen und Professoren und der Dozentinnen und Dozenten auf. „Ich habe oft gemerkt, dass ihnen das Wohl der Studierenden sehr am Herzen liegt und sie sich häufig außerordentlich für sie einsetzen. Als Student mit guten Ergebnissen, wurde Philipp Deutschlandstipendiat und wurde über mehrere Semester hinweg finanziell gefördert.

Besonders war für ihn auch das halbe Jahr während seines Studiums, das er für ein Praktikum in Tianjin, China, bei der Volkswagen AG verbrachte. „In diesen Monaten habe ich möglicherweise mehr gelernt als in den Jahren zuvor. Zum einen konnte ich mich fachlich weiterbilden, zum anderen – und das ist deutlich mehr wert – habe ich mich menschlich entwickelt. Es ist eine besondere Erfahrung in einem Land mit einer völlig anderen Kultur zu leben. Manches ist besser, anderes gewöhnungsbedürftig oder sogar schwer nachzuvollziehen. Aber das Verständnis und Bewusstsein für andere Denkweisen zu entwickeln hilft mir heute in meiner beruflichen Schnittstellentätigkeit weiter.“

Praktikum führte zu erstem Job

Ein weiteres Praktikum bei  der Adam Opel AG in Verbindung mit seiner Abschlussarbeit, führte Philipp dann zu seinem jetzigen Job als Direktmaterialeinkäufer. Für den Berufseinstieg fühlte er sich gut vorbereitet, gibt aber auch zu bedenken, dass man nicht erwarten könne, das Gelernte komplett umsetzen zu können. „Das Studium hat mich gelehrt, selbstständig und einigermaßen zügig neue Problemfelder zu erfassen.“

Sein Studium schloss Philipp sehr erfolgreich ab und bekam den Förderpreis der Gesellschaft zur Förderung des Ingenieurstudiums in Rüsselsheim e.V. als einer der besten Absolventen des Sommersemesters 2016.

Nachbereitung spart Zeit

Zukünftigen Studierenden gibt er folgenden Rat: Die Zeit als Schüler ist nun vorbei. Es gibt keinen Lehrer, der sagt:“ Tu dies, tu das, lern dies, lern das.“ Das mag erst mal erleichternd klingen, jedoch müsst ihr nun euer eigener Lehrer sein, der das verlangt. Dies muss bereits ab dem ersten Tag klar sein, um Erfolg zu haben. Ich empfehle jedem, die Vorlesung jede Woche, von Beginn an, nachzubereiten. Das kostet zwar erheblich Zeit zu Beginn der Vorlesungsphase, zahlt sich jedoch gegen Ende mehrfach aus.

Philipp Mader während seines Auslandsaufenthalts in China
Philipp Mader mit Kommilitonen und Kommilitoninen