BEGLEITFORSCHUNG EINES IN SÜDAMERIKA ENTWICKELTEN GEWALTPRÄVENTIONSPROJEKTES FÜR KINDER/JUGENDLICHE AN SCHULEN.

Auf einen Blick

Forschungsprojekt Begleitforschung eines in Südamerika (GIZ) entwickelten Präventionsprojektes gegen Gewalt gegen Frauen, Mädchen und Jungen für den Bildungsbereich, das in Deutschland erstmals durch die Hochschule RheinMain, Fachbereich Sozialwesen umgesetzt wird.
Fachbereich Sozialwesen
Leitung Prof. Dr. Heidrun Schulze, heidrun.schulze@hs-rm.de, 0611 9495-1311
Projektpartner Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
European Network of Masters in Children’s Rights“ (ENMCR)
Fördermittelgeber GIZ
Hochschule RheinMain
Laufzeit 04/2015 - 09/2018
Website(s)

Projektbeschreibung

MamMut ist ein Präventionsprojekt gegen Gewalt gegen Frauen, Mädchen und Jungen. An der Hochschule RheinMain wird das aus Südamerika stammende Konzept am Fachbereich Sozialwesen adaptiert und dessen Umsetzung evaluiert.

Entstehung und Umsetzung in Deutschland

Das Präventionsprojekt gegen Gewalt gegen Frauen, Mädchen und Jungen wurde als Lernparcours innerhalb des Regionalprogramms "ComVoMujer – Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen in Lateinamerika" im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Bolivien, Ecuador, Paraguay und Peru durchgeführt. Seit 2012 haben dort bereits mehr als 8.000 Mädchen und Jungen sowie über 800 Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter den Lernparcours durchlaufen. Das Programm ist auf der Grundlage des Partizipations- und Anerkennungsanspruchs der UN-Kinderrechtskonvention konzipiert. Als kinderrechtsbasierter sozio-kultureller Transfer und als Implementierung wurde das Präventionsprojekt an der Hochschule RheinMain in Kooperation mit der GIZ in Ecuador und Deutschland etabliert.

MamMut an Schulen / Ausbildung von Studierenden

Prof. Dr. Heidrun Schulze vom Fachbereich Sozialwesen der Hochschule RheinMain hat in Zusammenarbeit mit dem Team von „ComVoMujer“ das Konzept des Lernparcours überarbeitet und kulturell auf Deutschland angepasst. Erstmals wurde das Projekt als "MamMut – Mitmachen macht Mut. Gemeinsam gegen Gewalt" 2016 von ihr und der Dozentin Nicole Himmelbach sowie Studierenden mit Schülerinnen und Schülern an Wiesbadener Grundschulen durchgeführt. Als Instrument dient auch hier der Lernparcours, der von Mädchen und Jungen absolviert wird. In fünf Stationen durchlaufen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren während eines Vormittags den Parcours. Dabei wird ihnen vermittelt, welche verschiedenen Gewaltformen an Frauen, Mädchen und Jungen es gibt, beispielsweise durch dialogisch zum Thema konzipierte  Spiele, eine Bildergeschichte und ein Puppentheater vermittelt. Der Lernparcours fördert das Nachdenken über Beziehungsdynamiken, die von geschlechtsspezifischer Gewalt geprägt sind. Studierende der Sozialen Arbeit, die speziell für den Lernparcours geschult wurden, moderieren den Ablauf und führen die Schulklassen durch die verschiedenen Stationen.

Ziel von MamMut

Ziel des Projekts ist die Einflussnahme auf sozio-kulturelle Denkstrukturen und Verhaltensmuster, die Gewalt gegen Frauen und Geschlechterungleichheiten legitimieren. Außerdem soll ein Bewusstesein für die soziale Ungleichheit zwischen der Generation der Kinder (Mädchen und Jungen) und Erwachsenen hergestellt werden, das für die Legitimation von Gewalt Grundlage bildet. Die Schaffung dieses Bewussteseins wird gemäß öffentlicher Stellungnahme des UN-Kinderrechteausschuss (27. Januar 2014 in Genf) in den Kommunen in Deutschland massiv vernachlässigt (UN CRC/C/DU/CO/3-4, D. 40., Concluding Observations 31.). DesWEiteren will das Projekt die Zusammenarbeit zwischen regionalen, nationalen und internationalen Akteuren zur Verbesserung von Wissensaustausch und institutionsorientierten Präventionsprogrammen fördern. Mittlerweile gibt es Anfragen aus anderen Ländern, das Projekt dort umzusetzen, beispielsweise aus Vietnam.

Die Begleitforschung zum Projekt MamMut

Die Begleitforschung ist ein menschenrechts- und kinderrechtsbasiertes Evaluationsforschungsprojekt zum transkulturellen Transfer und Implementierung des (kulturell adaptierten) Präventionsprojektes. Rekonstruktionen der Erfahrungsperspektiven der Adressatinnen und Adressaten werden empirisch analysiert. Eine internationale Vergleichsstudie in methodischer und ethischer Orientierung an den Erfahrungsräumen von Kulturen und Milieus der Evaluationsbeteiligten ist ebenfalls Teil der Begleitforschung des MamMut-Projekts.

Bilder/Grafiken zum Projekt