AKTUELLE MELDUNGEN AUS DEM FACHBEREICH SOZIALWESEN

"Dass die Gesellschaft gewaltfreier wird"

Die Gesellschafterinnen und Gesellschafter der GKFG mit Hochschupräsident Prof. Dr. Detlev (li.) Reymann und Sozialdezernent Christoph Manjura (5.v.l.)

Die Gesellschafterinnen und Gesellschafter der GKFG mit Hochschupräsident Prof. Dr. Detlev Reymann (li.) und Sozialdezernent Christoph Manjura (5.v.l.). © Hochschulkommunikation | Hochschule RheinMain

Prof. Dr. Heidrun Schulze stellt die GKFG und MamMut vor

Prof. Dr. Heidrun Schulze stellt die GKFG und MamMut vor. © Hochschulkommunikation | Hochschule RheinMain

Gewalt an Frauen, Jungen und Mädchen ist ein globales Problem. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Praxis haben nun die Gesellschaft für Kinder- und Frauenrechte gegen Gewalt (GKFG) in Wiesbaden gegründet und wollen damit einen Beitrag zur Gewaltprävention leisten. "Wir müssen eine solche Gesellschaft gründen, damit die Gesamtgesellschaft sich weiterentwickelt", so Hochschulpräsident Prof. Dr. Detlev Reymann bei der gestrigen Kick-off-Veranstaltung der neuen Unternehmung. "Das ist ein Projekt, das wir aus vollem Herzen unterstützen", so Reymann weiter.

Die GKFG bündelt unterschiedliche Aktivitäten zur Prävention von Gewalt gegen Kinder und Frauen und möchte dazu beitragen, Frauen- und Kinderrechte weiter in den gesellschaftlichen Diskurs zu bringen sowie diese miteinander zu verknüpfen. Im Kern der praktischen Arbeit der GKFG steht die Umsetzung des international angewandten Präventionsprojektes "MamMut – Mitmachen macht Mut. Gemeinsam gegen Gewalt", das vom Land Hessen und von der Landeshauptstadt Wiesbaden gefördert wird. "Es ist schön, dass wir – neben vielen anderen gemeinsamen Projekten mit der Hochschule RheinMain – nun auch ein Spin-off im Bereich Soziale Arbeit haben", freute sich Christoph Manjura. Der Sozialdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden ergänzte, dass der Bedarf vorhanden und es gut sei, solch einen präventiven Ansatz zu haben. "Er wird einen Beitrag leisten, dass die Gesellschaft gewaltfreier wird."

"Agents of change für eine gewaltfreiere Welt"

Prof. Dr. Heidrun Schulze vom Fachbereich Sozialwesen stellte MamMut sowie die GKFG und deren zukünftige Aufgaben vor. "Wir gehen mit der Gründung weg von der Projektarbeit hin zu langfristigen Maßnahmen mit Schulen, Lehrern und anderen Einrichtungen", so die Geschäftsführerin und Gesellschafterin der GKFG, die MamMut von Südamerika an die HSRM nach Deutschland geholt hat. Sie führte aus, dass "wir in der Arbeit mit den Kindern gemeinsam einen Weg finden wollen, über Gewalt zu sprechen und Maßnahmen zu entwickeln". Denn Kinder seien "agents of change für eine gewaltfreiere Welt, für Anerkennung und Respekt", so Schulze, deren nächstes Ziel die Evaluation des Konzepts zusammen mit den Kindern ist.

Die Methode macht weiter international Schule. So wurde MamMut auch in Südafrika, Kolumbien und Marokko etabliert. "Es ist toll, nicht nur mit Erwachsenen zu arbeiten, sondern auch mit den Kindern. Kinder können sehr viel, sie wissen sehr viel über Gewalt", so Hamid Garouane, Absolvent der HSRM, der das Konzept in Marokko in der Quartiersarbeit einsetzt und beispielsweise Erzieherinnen und Erzieher schult. Denn das Problem sei überall: "Gewalt ist universell und international", so Garouane, der auch Gesellschafter in der GKFG ist.

Die Methode MamMut

"MamMut- Mitmachen macht Mut. Gemeinsam gegen Gewalt" ist ein interaktiver, partizipativer Lernparcours für Kinder zwischen fünf und neun Jahren. Der Fokus des Projekts liegt auf der Prävention von Gewalt gegen Frauen, Mädchen und Jungen. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH wurde der Parcours im Rahmen des Regionalprogramms "ComVoMujer – Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen in Lateinamerika", entwickelt. Nach einem intensiven Pilotprozess in Peru 2012 wurde die Methode in Ecuador zum ersten Mal an mehreren Schulen unter dem spanischen Titel "Ruta Participativa – de salto en salto a la violencia le ponemos alto" durchgeführt und 2015 in Kooperation mit der Hochschule RheinMain nach Deutschland geholt.