AKTUELLE MELDUNGEN AUS DER HOCHSCHULE RHEINMAIN

ArchitekturBauingenieurwesen

Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) fördert FuE-Vorhaben des Labors für Holzbau

Mit der Schraubenpressklebung existiert im Holzbau ein relativ einfach umzusetzendes Verfahren, um Klebeverbindungen für tragende Bauteile im Neu- und Altbau ohne Hydraulik- oder Vakuumpressen herzustellen. Aktuell unterliegt dieses Verfahren starken normativen Restriktionen, sodass der Anwendungsbereich gravierend eingeschränkt ist. Neuere Untersuchungen, die eine Erweiterung des Verfahrens zum Ziel haben, liegen nur sehr begrenzt vor. Erste Erfahrungen aus der Praxis konnten jedoch bereits belegen, dass Ansätze, die über die Norm hinausgehen, ebenfalls zu sehr beachtlichen Ergebnissen führen können.

Im Forschungsprojekt werden demzufolge Modifikationsmöglichkeiten der Schraubenpressklebung untersucht, die zur Erweiterung der Normen und des Anwendungsbereichs genutzt werden sollen. Genauere Berücksichtigung finden verschiedene Schraubentypen, die sich im Kopf, Gewinde und Material unterscheiden. Diese werden mit unterschiedlichen Hölzern unter der Verwendung diverser Klebstoffe verklebt. Anhand der Verwendung von Druckmessfolien können die auf eine Fläche induzierten Verläufe der Pressdrücke genau analysiert werden, ohne die Versuchsergebnisse zu beeinflussen. Parallel zur Versuchsdurchführung findet eine FE-Modellierung des Pressdruckverlaufs über der Fläche statt, um auf Basis von Simulationen ausgewählter Versuchskonstellationen die Pressdruckverläufe zu verifizieren.

Das Ziel besteht letztlich darin, die Anwendbarkeit der Schraubenpressklebung für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) durch Ergänzung der restriktiven Normung zu erweitern, was eine entscheidende Erleichterung bei der Entwicklung von Bauelementen impliziert und die Wettbewerbsfähigkeit der Holzbaubetriebe und der Materiallieferanten erhöht.

Das Forschungsprojekt 19971 N mit dem Titel „SPK Holz – Weiterentwicklung der Schraubenpressklebung im Holzbau“ läuft seit dem 01.03.2018 für einen Zeitraum von 24 Monaten. Es wird gemeinsam mit der TU Dortmund durchgeführt und hierbei von einem großen projektbegleitenden Ausschuss aus Unternehmen und Wirtschaftsvertretern unterstützt. Informationen zu dem Projekt können direkt bei der Projektleitung Dipl.-Ing. Oliver Bletz-Mühldorfer angefragt werden.