„Wir setzen früh an!“

Schüler:innen der IGS Kastellstraße mit Stadtrat Christoph Manjura und (hintere Reihe v. r.:) Silke Sell (Rektorin), Alina Schmidt (Schulsozialarbeit), Simone Eng (Schulsozialarbeit), Prof. Dr. Tanja Grendel (Fachbereich Sozialwesen), Sarah Nusser (Schulsozialarbeit) sowie Jonah Kirschbaum (Chancenwerk e. V.). © Hochschule RheinMain

Ein weiteres erfolgreiches Service-Learning-Projekt des Competence & Career Centers der Hochschule RheinMain (HSRM) findet aktuell in der IGS (Integrierten Gesamtschule) Kastellstraße in Wiesbaden statt. Bei „Saturdays for Future“ vermitteln Studierende Schüler:innen der 5. bis 8. Klasse auf spielerische Art und Weise Grundlagen in Mathematik und Deutsch. Damit wollen sie herkunftsbedingte Bildungsbenachteiligung kompensieren.

„Wir gehen an die Basis, vergleichen auch mal verschiedene Medien. Im Team-Teaching ist auch Prof. Dr. Peter Dannenmann vom Fachbereich Ingenieurwissenschaften dabei und nutzt beispielsweise Gamification-Ansätze, um Schüler:innen beim Lernen zu unterstützen“, sagt Sarah Nusser Lehrkraft für besondere Aufgaben (LfbA) der Hochschule RheinMain im Fachbereich Sozialwesen.

64 Schüler:innen machen mit

Ursprünglich ist das Projekt aus Förderkursen für den Schulabschluss an der Wilhelm-Heinrich-von-Riehl-Schule und der Kerschensteiner-Schule entstanden und wurde nun für die Mittelstufe der IGS adaptiert. An sechs Samstagen kommen 64 Schüler:innen zu den „Saturdays for Future“ in kleinen Lerngruppen von sechs bis elf Personen zusammen, um den ein oder anderen Stoff noch einmal durchzugehen, aber auch um Freunde zu treffen. „Neunzig Prozent sagen, dass das Angebot sehr gut ist“, freut sich Petra Druckrey, Koordinatorin der Schulsozialarbeit der Landeshauptstadt Wiesbaden, über das Konzept, das gerade nach zwei Jahren Pandemie auf starken Zuspruch treffe. Auch Schulleiterin Silke Sell ist hochzufrieden: „Schulsozialarbeit ist Berufsorientierung ist Zukunftsorientierung. Wir setzen früh an!“ Das Konzept wird gut angenommen, sonst würden die Schüler:innen nicht kommen, so Sell. Einer von ihnen ist Daniel, der die 6. Klasse besucht: „Ich lerne viel und mit Freunden macht es mehr Spaß.“ Auch bei den Studierenden kommt das Projekt gut an: „Es ist toll, mit Kindern coole Sachen zu machen und dass sie dabei Spaß an den Inhalten haben“, so eine Studentin.

Projekt soll verstetigt werden

Die wissenschaftliche Analyse der „Saturdays for Future“ läuft bereits. In Abstimmung mit dem Kooperationspartner Chancenwerk e. V. haben Studierende des Fachbereichs Sozialwesen einen Evaluationsbogen erstellt, der von den Studierenden in der IGS eingesetzt wird. „So werden Forschungsmethoden direkt in der Praxis erprobt und die Studierenden können auf der Grundlage der Ergebnisse ihre Praxis reflektieren“, erklärt Prof. Dr. Tanja Grendel vom Fachbereich Sozialwesen. Mit Chancenwerk wird nun weiter ausgelotet, wo solche Angebote zukünftig sinnvoll erscheinen. Dass die Landeshauptstadt das Vorhaben ebenfalls gutheißt und weiterführen will, bestätigt Stadtrat Christoph Manjura. Der Plan sei, das Projekt ab dem kommenden Schuljahr zu verstetigen, so der Sozialdezernent.

Über Saturdays for Future

„Saturdays for Future“ ist ein Projekt zur Lernförderung von Schüler:innen der 5. bis 8. Klasse. Es handelt sich um eine Initiative der Schulsozialarbeit in Wiesbaden in Kooperation mit Chancenwerk e.V. sowie den Fachbereichen Ingenieurwissenschaften und Sozialwesen der Hochschule RheinMain. In einer Lehrveranstaltung werden die Studierenden auf die Präsenztermine in der Schule vorbereitet. Darin erwerben Sie unter anderem theoretische Grundlagen und erhalten einen Einblick in methodische Perspektiven für die Altersklasse der 11- bis 14-jährigen Schüler:innen. Das Gelernte wenden Sie dann an sechs Samstagsterminen à 90 Minuten in der Schule an. Abschließend erfolgt eine Reflexion in der Lehrveranstaltung. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit lernen die Studierenden fachspezifische Inhalte leicht und verständlich aufzubereiten sowie sich bei der Vermittlung auf unterschiedliche Zielgruppen beziehungsweise Zuhörerkreise einzustellen.