AKTUELLE MELDUNGEN AUS DEM FACHBEREICH SOZIALWESEN

"Kinder haben ein Recht auf Beteiligung"

Prof. Dr. Heidrun Schulze begrüßt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Prof. Dr. Heidrun Schulze begrüßt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer © Hochschulkommunikation | Hochschule RheinMain

Prof. Dr. Heidrun Schulze, Prof. Dr. Tanja Grendel und Rita Nunes (v.l.) diskutieren mit den Fachkräften

Prof. Dr. Heidrun Schulze, Prof. Dr. Tanja Grendel und Rita Nunes (v.l.) diskutieren mit den Fachkräften © Hochschulkommunikation | Hochschule RheinMain

Förderung durch die Europäische Union

Seit 2017 beteiligt sich die Hochschule RheinMain an einem europaweiten Forschungsprojekt, in dessen Fokus die Perspektive von Kindern und Jugendlichen steht, die Gewalt erfahren haben. In dem von der Europäischen Kommission geförderten Projekt "Participation for Protection" wurden erstmals Kinder und Jugendliche selbst befragt, was  sie unter Gewalt verstehen, an wen sie sich wenden würden, um Hilfe zu bekommen und welche Unterstützung sie sich in diesen Situationen wünschen. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden heute auf einer Fachtagung mit Fachkräften aus dem Bereich der Sozialen Arbeit diskutiert.

Ablauf der Studie

Zu Beginn der Tagung stellte Projektleiterin Prof. Dr. Heidrun Schulze das Forschungsprojekt vor. Die Hochschule RheinMain ist eine von sieben europäischen Hochschulen, die sich an dem Vorhaben beteiligen. Das Projektteam um Prof. Dr. Schulze, Prof. Dr. Tanja Grendel, Prof. Dr. Davina Höblich, Rita Nunes und Vanessa Eggleston führte zunächst gemeinsam mit Studierenden der HSRM eine quantitative Befragung unter 185 Schülerinnen und Schülern durch. "Die Fragebögen wurden dabei ebenfalls von Kindern und Jugendlichen entwickelt. Zwei Altersgruppen in Belfast haben den kompletten Forschungsprozess begleitet", erklärt Prof. Dr. Schulze.
Im Anschluss an diese Erhebung wurden Fokusgruppen-Gespräche mit den Schwerpunkten Kinder mit Fluchterfahrung, Kinder im Kontext von Gewalt in der Familie sowie LSBT*IQ-Kinder und Jugendliche geführt. Die beteiligten Kinder und Jugendlichen hätten dabei sehr deutlich ihre Bedürfnisse benennen können, so Prof. Dr. Tanja Grendel. "Sie haben eine scharfe Wahrnehmung dafür, ob ihnen jemand richtig zuhört und versucht sich in sie hineinzuversetzen."

Fokus auf Beteiligung

Im Anschluss wurden die Ergebnisse des Fragebogens mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Fachtagung diskutiert. "Uns ist es wichtig, die Ergebnisse der Studie in die Praxis zu bringen", so Prof. Dr. Schulze. Partizipation sei kein Gewähren, sondern ein Kinderrecht. In diesem Bereich gäbe es in Deutschland noch dringenden Nachholbedarf.
Aus den Ergebnissen der Studie hat das Forschungsteam Materialien für die Weiterbildung von Fachkräften entwickelt. Diese werden ab Anfang Dezember auf dem Forschungsprofil des Fachbereichs Sozialwesen abrufbar sein.