Seit 2015 wird am Institut für Umwelt- und Verfahrenstechnik (IUVT) unter der Leitung von Prof. Dr. Jutta Kerpen zum Nachweis von Mikroplastik geforscht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Analyse von Mikroplastik in (industriellem) Abwasser mittels µ-Ramanspektroskopie. Daneben widmet sich die Arbeitsgruppe auch Mikroplastik in anderen Matrizes, bspw. Trinkwasser und Oberflächengewässern (Interview von Prof. Kerpen zum Thema).

Aktuelle Projekte

  • Mikroplastik in der Papierindustrie (seit 2022)

Durch Recycling von Altpapier, Einsatz von Polymeren in Papierprodukten und Anlagen- und Maschinenteile kann Mikroplastik in der Papierindustrie entstehen. Neben der Weiterentwicklung eines Analyseverfahrens für die spezifischen Matrizes der Papierindustrie, ist es Ziel des Forschungsprojekts, Quellen von Mikroplastik zu identifizieren, Emissionen über den Abwasserpfad zu quantifizieren und zu überprüfen, ob Mikroplastik auch in Produkten (bspw. Lebensmittelverpackungen) enthalten ist.

Das Projekt erfolgt in Kooperation mit dem Institut für Papierfabrikation und Mechanische Verfahrenstechnik (PMV) der TU Darmstadt.

Bisherige Forschungsprojekte

  • Mikroplastik in Oberflächengewässern (2021 2022)

Untersuchung hessischer Oberflächengewässer auf Mikroplastik und Validierung verschiedener Probenahmesysteme zur Beprobung von Oberflächengewässern;

In Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (HLNUG).

  • EmiStop: Mikroplastik in industriellen Abwässern (2018 – 2021)

Im BMBF-Forschungsprojekt EmiStop wurden gemeinsam mit u.a. der TU Darmstadt und der EnviroChemie GmbH erstmals systematisch Daten zu Mikroplastik in industriellem Abwasser erhoben. Der Fokus lag auf Kunststoffherstellern, verarbeitende Betrieben und großen Industrieparks. Neben der Ermittlung von Emissionen aus industriellen Kläranlagen, wurden Abscheidesysteme, wie Sandfilter und Kammerfilterpressen bilanziert und Emissionen über die Regenentwässerung ermittelt.

Die komplexen industriellen Abwassermatrizes und zum Teil hohen Mikroplastikkonzentrationen machten die Entwicklung eines geeigneten Analyseverfahrens, beispielsweise zur Entnahme repräsentativer Teilproben notwendig. Diese Erfahrungen flossen u.a. in das Statuspapier des BMBF zum Thema Mikroplastikanalyse ein.

Erste Ergebnisse zeigen, dass die Emissionen industrieller Kläranlagen von Industrieparks im Bereich kommunaler Anlagen liegen. Mit existierende Abscheidetechniken, wie Sandfiltern und Kammerfilterpressen, können bis zu 99 % des Mikroplastiks (< 10 µm) aus dem Abwasser entfernt werden. Die Einleitung von ungereinigtem Regenwasser von Industriebetrieben in Oberflächengewässer wurde als relevante Quelle für Mikroplastik identifiziert (siehe Abb. 8).

Weitere Informationen zu EmiStop finden Sie auf der Projekt-Website, im Video zum Forschungsprojekt, in den unten genannten Fachpublikationen und dem Schlussbericht. Für Fachbublikum aus der Industrie wurden zusätzlich Handlungsempfehlungen erarbeitet. Daneben sind Mitschnitte von Webinaren zu den Themen Mikroplastik in industriellen Kläranlagen und in Niederschlagswasser von Industrieflächen online verfügbar (siehe auch rechts).

  • Mikroplastik in kommunalen Kläranlagen (2016 – 2018)

Ein Verfahren zur Analyse von Mikroplastik im Ablauf kommunaler Kläranlagen mittels µ-Ramanspektroskopie wurde entwickelt und die Mikroplastik-Emissionen der Kläranlage in Rüsselsheim wurden bestimmt.

  • Mikroplastik in Trink und Mineralwasser (2017 – 2020)

In Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Rüsselsheim wurde das Trinkwasser im Rüsselsheimer Trinkwassernetz und an Zapfhähnen untersucht. Es wurde kein Mikroplastik ≥ 10 µm nachgewiesen.

Datensammlung von Drittanbietern deaktivieren Deaktivieren
Wenn Sie auf "Zulassen" klicken, werden externe Dienste ihre Daten erhalten.
Zulassen

Mehrere Studien haben Mikroplastik in Mineralwasser nachgewiesen. Am IUVT wurde untersucht, welchen Einfluss das Verschlusssystem von PET-Flaschen auf die Mikroplastikkonzentration im Wasser hat. Es wurde nachgewiesen, dass Mikroplastik beim Öffnen/Schließen des Deckels entsteht und die Konzentration/Aufnahme von Mikroplastik mit der Anzahl dieser Vorgänge zunimmt.

Publikationen


Datensammlung von Drittanbietern deaktivieren Deaktivieren
Wenn Sie auf "Zulassen" klicken, werden externe Dienste ihre Daten erhalten.
Zulassen
Datensammlung von Drittanbietern deaktivieren Deaktivieren
Wenn Sie auf "Zulassen" klicken, werden externe Dienste ihre Daten erhalten.
Zulassen