Auf einen Blick

Forschungsprojekt

Medienhäuser in Deutschland: Strategien und Architektur 1871-2021

Fachbereich

Design Informatik Medien

Leitung

Prof. Dr. Dr. Alexander Moutchnik

Projektmitarbeiterinnen

Anna Gonchar, M.A. Architektur (TUM)
Surya Fiedler, cand. B.Sc. Media Management (HSRM)

Laufzeit

1.5.2022 - 31.12.2022

Mittelgeber

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst,
Förderprogramm "Forschung für die Praxis"

Projektbeschreibung

Im Forschungsprojekt „Medienhäuser in Deutschland: Strategien und Architektur 1871-2021“ wird das Ziel verfolgt, die in die Sprache der Architektur übersetzten Grundausrichtungen des strategischen Managements von Medienunternehmen, d. h. von Buch-, Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen sowie von TV- und Rundfunkanstalten in Deutschland in ihrer historischen Entwicklung darzustellen und in ihrer Gesamtheit zu analysieren.

Das Projekt deckt die Mehrdimensionalität der Entscheidungsfindung, welche zur Entstehung der neuen Mediengebäude führt, auf. Daraus wird ein Beitrag zur Erforschung des organisationalen Verhaltens bzw. des institutionellen Isomorphismus geleistet, d.h. zur Klärung der Frage nach den gestalterisch und strukturell ähnlichen Prozessen und Faktoren, welche bei unterschiedlichen Medienunternehmen einwirken und diese erst dadurch miteinander vergleichbar machen. Das institutionelle Analyseraster soll es ermöglichen, Strategien, welche für bestimmte Rahmenbedingungen, technische und technologische Innovationen sowie Zeitgeistspezifika, Unternehmensformen und Managementstrukturen stehen, abzuleiten und auf Ähnlichkeiten hin zu untersuchen.

Die Darstellung von jeweiligen Zukunftsvisionen von Verlegern, Intendanten und Medienmanagern, welche bei den Entscheidungen über das eigene Bauprojekt in der Regel auf dem Höhepunkt ihrer wirtschaftlichen (Medien-) Macht stehen, erfolgt nach der Methodik der kritischen Quellenanalyse. Medienmanager als Bauherren, die sowohl Ausschreibungen für Architekturwettbewerbe formulieren und die Gewinner küren als auch Bauprojekte begleiten und Neubauten zu den wesentlichen Elementen der Organisationskultur und der Markenführung ihrer Medienhäuser bestimmen, werden in dieser Eigenschaft zum ersten Mal wissenschaftlich systematisch erfasst.

Dieses Forschungsprojekt legt den methodischen Schwerpunkt vor allem auf genuine Bauten von Medienhäusern und geht dabei insbesondere auf jene Medienunternehmen ein, die ein Spezifikum in der technischen und technologischen Medienproduktion aufweisen, wie etwa eine Zeitungsdruckerei oder ein Fernsehstudio. Besondere und sich immer ändernde Ansprüche an ihre Produktions- und Geschäftsprozesse unterscheiden Medienhäuser im Sinne der „Corporate Architecture“ dadurch wesentlich von sonstigen Unternehmen.