Erfolgreiches 14. Mobile Media Forum mit Schwerpunkt 5G am 23.09.2021

Der neue Mobilfunkstandard 5G verspricht erhebliche Leistungssteigerungen: verbesserter mobiler Breitbandzugang, Maschinenkommunikation mit vielen Endgeräten und hochzuverlässige Echtzeitkommunikation. „Die eigentlichen Umsatzpotenziale ergeben sich im B2B-Segment beziehungsweise in industriellen Anwendungsbereichen. 5G bietet aber als integrierte, zuverlässige und flexibel auf lokale Anforderungen anpassbare Technologie vor allem eine attraktive und leistungsfähige Alternative gerade für heterogene Anwendungsumgebungen“, erklärt Prof. Dr. Stephan Böhm, der kommerzielle Verwertungsmöglichkeiten von 5G zukünftig auch in lokal abgrenzbaren Netzen für Produktionsstandorte, Flughäfen und große Industrieparks, aber auch für Medienproduktionen bei  Live-Events wie Konzerten und Fußballstadien sieht. „Aber an der Hochschule RheinMain sind wir auch hier am Puls der Zeit und pilotieren gerade ein eigenes 5-G-Campusnetz im Bereich der Medienproduktionen. Es soll für Lehre und Forschung eingesetzt werden, aber auch als Innovation Hub für Kooperationen mit Unternehmen zur Verfügung stehen“, so der Telekommunikationsexperte im Fachbereich Design Informatik Medien.

Zusammen mit seinem Kollegen Prof. Dr. Peter Winzer eröffnete er am Wiesbadener Campus Unter den Eichen das 14. Mobile Media Forum, bei dem dieses Jahr der neue Mobilfunkstandard und seine Nutzungsszenarien im Fokus standen. Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Eva Waller wünschte in ihrem Grußwort den Teilnehmer:innen einen erfolgreichen und spannenden Austausch. Sie betonte in ihrer Rede die hohe Bedeutung der Verknüpfung von Theorie und Praxis, die sich auch in solchen Formaten zeigt: „Praxisbezug und Praxiskontakte liegen uns als Hochschule für Angewandte Wissenschaften sehr am Herzen. Wir freuen uns immer über wertvolle Kooperationen!“, so Prof. Dr. Waller.

5G aus unterschiedlichen Perspektiven

Durch die Vielfalt der Referent:innen aus Forschung und Praxis wurde der Einsatz von 5G aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. So wurde über Use Cases, Netzausbau- und Vermarktungsstrategien, potenzielle Kundensegmente sowie ökonomische und regulatorische Rahmenbedingungen diskutiert. Dr. Helge Erik Lüders, Access Network Strategy Manager von Telefónica Germany, erläuterte in seinem Vortrag die technischen Herausforderungen und Lösungen für 5-G-Netze und den Rollout lokaler Netzwerke. Auch Lüders sieht für den Massenmarkt spannende Entwicklungen, aber insbesondere vielfältige Geschäftsmodelle für den B2B-Bereich. Die Relevanz der industriellen Anwendungsgebiete unterstrich auch Marco Steglich, Senior Business Development Manager am Fraunhofer ISS in Erlangen, der unter anderem Szenarien im Bereich Smart Agriculture, Smart City, Industry Automation und Smart Factory beschrieb.

Smart Factory und konkrete Beispiele für die industrielle Anwendung von 5-G-Netzen stellte Dr. Miriam Solera Urena, Referentin für Elektrische Automation beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), vor. Für sie ist 5G der Key Enabler für die Industrie 4.0. So gebe es eine steigende Nachfrage nach leistungsfähiger und drahtloser Konnektivität bei den Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus. Weitere Referenten waren Ralf Schließer, Bereichsleiter Carrier Management Mobilfunk bei United Internet / 1&1 Telecom, Florian Bliesch, Head of Health & Insurance von der adesso mobile solutions GmbH, und Christof Sommerberg, Bereichsleiter Public Affairs bei der Deutschen Glasfaser Holding, die ihre jeweilige Expertise im Kontext 5G in die Diskussion einbrachten.

Die Organisatoren des Mobile Media Forums betonten, dass durch die digitalen Veranstaltungen der Kontakt zum professionellen Netzwerk aufrechterhalten werden konnte. Gleichzeitig hofften aber beide „auf den nächsten September, wenn wir das Forum wieder als Liveformat vor Ort auf dem Campus veranstalten wollen“, so Prof. Dr. Peter Winzer.