Wiesbadener BDA-Preis 2020 verliehen

Wiesbadener BDA-Studienpreis 2020 (Ausschnitt). © Benedikt Jährling und Sven Zimmermann

Wiesbadener BDA-Studienpreis 2020 (Gesamtprojekt). © Benedikt Jährling und Sven Zimmermann

Sanus per Aquam, Gesundheit durch Wasser – mit dem so betitelten Projekt haben die beiden Architekturstudenten Benedikt Jährling und Sven Zimmermann die Jury des BDA-Studienpreises 2020 überzeugt. Das von den Bachelorstudenten entwickelte Modell ist ein Ensemble aus Thermalbad und Hotel im Stadtzentrum von Bad Nauheim in unmittelbarer Nachbarschaft zum Sprudelhof, der 1910 im Jugendstil errichtet wurde und zu den Sehenswürdigkeiten der hessischen Kurstadt zählt.

"Unser Ziel war es, einen in sich selbst funktionierenden Komplex aus mehreren Gebäuden zu kreieren, welcher vor allem mit dem unmittelbaren Nachbarn harmoniert", so die angehenden Architekten in ihren Erläuterungen. Wichtig war den beiden Studenten, neben dem Ansatz Neues mit Bestehendem zu kombinieren, natürliche Werkstoffe einzusetzen und durch klare Linien für die Besucherinnen und Besucher eine Atmosphäre der Ruhe aufzubauen. Das Prinzip Ruhe und Erholung setzt sich in der eigentlichen Therme im Untergeschoss fort. Hier erwarten die potenziellen Gäste individuelle Räume, die zum Teil zur Besinnung einladen, aber auch durch Verbindungen zum äußeren Teil der Anlage zur Extraversion. "Der Preis bedeutet uns sehr viel und macht uns stolz", so Benedikt Jährling nach der Bekanntgabe.

"Gefühl der Selbstverständlichkeit"

Die Jury um Prof. Andreas Fuchs vom Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen der HSRM war insgesamt positiv "überrascht von der hohen Qualität der Arbeiten", wie es der Juror Roger Christ in seiner Laudatio formulierte. "Wir haben das Projekt 'Sanus per Aquam' einstimmig zum Preisträger gekürt", so Christ. Der Entwurf schaffe die Gratwanderung, den städtebaulichen Charakter des Sprudelhofs zu erhalten und sich gleichzeitig nicht unterzuordnen, was ein "Gefühl der Selbstverständlichkeit" der Anlage erzeuge. Überzeugt hat die Architektinnen und Architekten auch die Idee, über die Lichtführung mittels Fugen den unter der Erde gelegenen Teil der Therme zu erleuchten und damit die Atmosphäre zu erzeugen, ein "Teil des Untergrundes zu sein".

Minimal Housing und Galerie der Meere

Über eine Auszeichnung im Rahmen der gestrigen virtuellen Preisverleihung konnte sich Christina Wüst mit ihrer "Galerie der Meere", angesiedelt in der Stuttgarter Südstadt, freuen. Sie platziert in ihrem Entwurf eine Galerie neben Wohnateliers der Künstlerinnen und Künstler und gibt den für Stuttgart typischen Brandschutzfugen als Verbindungen beider Elemente eine neue Funktion.

Eine lobende Erwähnung fand auch die "Paper Beebox", ein Tiny-House-Konzept für Studierende von Hanna Bergmann und Liridona Hyseni, in dem unter anderen neue Baumaterialien wie Pappe zum Einsatz kommen. Die beiden Studentinnen wollen das Thema weiterverfolgen und das Konzept realisieren.

Der Wiesbadener BDA-Studienpreis für herausragende Arbeiten wurde zum zweiten Mal verliehen. "Wir freuen uns sehr, dem Nachwuchs die Möglichkeit zu geben, sich damit auch zu präsentieren", erklärt Jan Spork, Architekt und Jurymitglied. Eine Ausstellung der Werke ist für das kommende Jahr in der BDA-Zentrale in Frankfurt am Main geplant.