MANUELA MAURER

Studium

Sozialwesen (Diplom)

Abschluss im Jahr

2001

Beruf

Geschäftsführerin PONTON 3 e.V. – Verein für soziale Projekte


Was fällt Ihnen als Erstes ein, wenn Sie an Ihr Studium an der Hochschule RheinMain (ehemals Fachhochschule Wiesbaden) denken? Gab es besonders kuriose Momente?    

Die wertvolle Verknüpfung von Theorie und Praxis durch Praktika.

Mein Auslandsaufenthalt in New York im Phoenix House, einer Therapieeinrichtung für Suchtkranke, war für mich äußerst prägend und eine große Erfahrung – inhaltlich, kulturell und persönlich. Dort habe ich viele kuriose Momente erlebt, die meinen Horizont erweitert und meine Fähigkeiten in der Sozialen Arbeit nachhaltig beeinflusst haben.

 

Was haben Sie an der Hochschule RheinMain gelernt, was Sie heute noch anwenden?

Für meine Ideen einzustehen, daran zu glauben und meine Vision zu verfolgen.

Im Rahmen meiner Abschlussarbeit „MenschenBilderBewegen: eine fotografische Erzählung (außer-)gewöhnlicher Lebenswelten“ an der Hochschule RheinMain habe ich als Zweitprüfer einen Professor des Fachbereichs Kommunikationsdesign durchgeboxt. Das wurde damals erstmalig gestattet und war daher schon etwas Außergewöhnliches. Mein Ziel war es, der Arbeit mit hohem Praxisanteil einen starken gestalterischen Anspruch zu verleihen. Diese Verknüpfung war innovativ und interdisziplinär – auf das Resultat bin ich heute noch stolz.

 

Welche Schwerpunkte haben Sie in Ihrem Studium gelegt?    

„Rehabilitation von Suchtkranken“ und „Wiedereingliederung von Straftätern“ inkl. Auslandserfahrungen und mehrmonatiger Praktika im Hauptstudium.

 

Wie sind Sie zu Ihrem jetzigen Beruf bzw. Ihrer jetzigen Tätigkeit gekommen?    

Ich bin stark von meinem Grundmotiv zum zivilgesellschaftlichen Engagement getrieben. Aus dieser Haltung entspringt mein Anspruch, weiter zu wachsen und Menschen, die ihren Platz in der Gesellschaft verloren oder nie gefunden haben, Halt zu geben und sie mit Orientierung, Selbstvertrauen, Zuversicht und Wertschätzung zu begleiten.

Dabei bin ich neuen Erfahrungen immer mit Offenheit und Neugier begegnet, durfte dadurch auch wertvolle branchenübergreifende Erfahrungen sammeln, lernen mit Druck umzugehen, durch viele Herausforderungen noch widerstandsfähiger werden, wirtschaftlich mit Zahlen hantieren und unternehmerisches Handwerkszeug für das Business erlangen – um schließlich 2010 mein eigenes Sozialunternehmen zu gründen: PONTON 3 e. V. – Verein für soziale Projekte.

 

Gibt es ein Erlebnis aus Ihrer Studienzeit, das Sie bis heute mit Ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen verbindet?

Die Zeit im Studentenwohnheim „Camp Pieri“. Das war ein großes Erlebnis! Dort sind Freundschaften fürs Leben entstanden.

 

Welche Professorinnen und Professoren haben Sie geprägt und warum?

1. Prof. Dr. Franz Josef Röll (Fach Medienpädagogik) war einer meiner Dreh- und Angelpunkte. Seine Sprechgeschwindigkeit war einmalig und zuerst eine richtige Herausforderung. Als ich mich dran gewöhnt hatte, war mit klar: An dem bleib‘ ich dran. Der setzt Impulse, die meine Gedanken in eine irre Richtung bringen. Franz Josef Röll war schließlich der Tutor meiner Abschlussarbeit.

2. Prof. Dr. Jürgen Rehberg (Fach Recht) hat es durch seine lebendige Art und die tollen Fallbeispiele geschafft, uns Studenten richtig Lust auf diese knallharte inhaltliche Substanz zu machen und mit dieser Materie umzugehen.

3. Prof. Ulrich Senftleben (Fach Sozialmedizin) eröffnete immer einen wunderbaren Raum für gesellschaftskritische und philosophische Auseinandersetzungen und Fragestellungen, die im Alltag wenig Platz fanden, uns jedoch alle umtrieben. Gemeinsam haben wir über die vielen Stunden hinweg diskutiert, Fragen gestellt und Antworten gesucht, uns inspiriert und geöffnet.

 

Wären Sie gern noch einmal Student/in und warum (nicht)?

Im Studium bin ich definitiv zur Gestalterin meiner Wirkungsthemen geworden und empfinde diese Zeit als wichtige Transferphase, bevor man sich im Berufsleben einlässt. Hier konnte ich berufsvorbereitend meine Leidenschaften, Neigungen und Potentiale scharf stellen und wurde damals auch vom Austausch mit Kommiliton:innen aus anderen Fachbereichen sehr inspiriert.

Heute bin ich dankbar und glücklich voll in meiner Kraft zu sein, in meinem Thema arbeiten zu können und von meinem gewachsenen Erfahrungsschatz und all den Begegnungen mit Menschen andere bereichern zu können, Themen weiter vertiefen zu können und ganz anders nachhaltig wirken zu können.

 

Rückblickend auf Ihre Studienzeit: Was möchten Sie den heutigen Studierenden mit auf den Weg geben?    

Seid offen und mutig, probiert euch aus, macht auch mal einen Umweg. Man lernt auch links vom Tritt und manchmal steht es sich überraschend auch da ganz gut. Bewahrt euch eure Neugier und tragt ungewöhnliche, neue Ideen in die Welt. Tut euch dafür mit Menschen zusammen und erlebt, was für eine Kraft das haben kann, was ihr damit gemeinsam an Neuem bewirken könnt!

 

Was wünschen Sie der Hochschule RheinMain zum 50. Geburtstag?

Ich wünsche Ihnen, dass Sie genauso offen sind wie Ihre Student:innen, am Puls der Zeit lehren, sich mit den Herausforderungen der Zeit mit entwickeln und weiterhin eine attraktive Hochschule bleiben, die den Nachwuchskräften von morgen echte Möglichkeiten eröffnet und Potenziale fördert. Alles Gute zum 50. Geburtstag! Cheers!