Wissensproduktion in der Verkehrsplanung: Im Spannungsfeld zwischen Desinformation und multiplen Wahrheiten?
| Projektname: | Wissensproduktion in der Verkehrsplanung: Im Spannungsfeld zwischen Desinformation und multiplen Wahrheiten? |
| Leitung: | Prof. Dr.-Ing. André Bruns Prof. Dr.-Ing. Fabian Wenner |
| Projektbeteiligte: | M.Eng. Jana Busse |
| Laufzeit: | 01.01.2026 - 31.12.2026 |
| Finanzierende Institution oder Auftraggeber: | Hochschule RheinMain – Strategische Forschungsmittel (Förderlinie Forschungsgruppen) |
Projektbeschreibung
Die Mobilitätswende als Bestandteil einer sozial-ökologischen Transformation erfordert aktive gesellschaftliche Gestaltung. Die Verkehrsplanung bildet dabei einen zentralen Steuerungsprozess, in dem grundlegende Weichen für zukünftige Mobilität gestellt werden. Kommunikation übernimmt hierbei eine Schlüsselfunktion, da sie sowohl Informationsverarbeitung als auch Konfliktlösung ermöglicht und wesentlich zur Legitimation planerischer Entscheidungen beiträgt.
Gleichzeitig wird seit einigen Jahren eine zunehmende Bedrohung demokratischer Prozesse durch die bewusste Verbreitung von Des- und Fehlinformationen wahrgenommen. In verkehrsplanerischen Aushandlungsprozessen treffen unterschiedliche Wissensformen und Wahrheitsansprüche aufeinander – von wissenschaftlich fundierter Expertise bis hin zu subjektiven Erfahrungen und emotional gebundenen Ortsbezügen. Diese Vielfalt erzeugt „multiple Wahrheiten“, die sich nicht ohne Weiteres hierarchisieren lassen.
Das Forschungsprojekt untersucht, welche Rolle Desinformation in verkehrsplanerischen Aushandlungsprozessen spielt und wie sie sich von legitimer Wissensvielfalt unterscheiden lässt. Anhand qualitativ-interpretativ angelegter Fallstudien in kommunalen Verkehrsplanungsprozessen werden Konflikte um Wissen, Wahrheit und Deutungshoheit empirisch analysiert und theoretisch rückgebunden.
Ziel des Vorhabens ist es, ein differenziertes Verständnis von Desinformation im Kontext der Verkehrsplanung zu entwickeln, praxisrelevante Handlungsansätze abzuleiten und Impulse für eine epistemisch gerechte Planungskultur zu setzen.