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Sozialer Zusammenhalt als Zukunftsaufgabe

Prof. Dr. Thiesen hält Keynote anlässlich der 80-Jahr-Feier der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen hat ihr 80-jähriges Bestehen im Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden gefeiert. Gemeinsam mit rund 150 Gästen aus Politik, Sozialwirtschaft und Zivilgesellschaft blickte sie auf acht Jahrzehnte sozialer Verantwortung zurück und richtete zugleich den Blick nach vorn. Denn die Herausforderungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt wachsen: Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, soziale Spannungen, Digitalisierung und knappe öffentliche Haushalte verändern die Rahmenbedingungen Sozialer Arbeit grundlegend.

Im Anschluss an die Grußworte des Vorstandsvorsitzenden der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen, Dr. Markus Juch und des Hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein erinnerte Prof. Dr. Andreas Thiesen an den Grundgedanken von Subsidiarität und Solidarität als historisch erstrittene Errungenschaft. Dieser werde nicht nur durch eine verkürzte ökonomische Perspektive immer wieder in Frage gestellt, sondern insbesondere durch die gegenwärtigen nationalistischen und rechtsextremen Verschiebungen im gesellschaftlichen Diskurs. 

Zentral, so Thiesen, sei die Frage, wie sich das „sozial Verlernte“ im Sinne des gesellschaftlichen Zusammenhalts zurückgewinnen lasse. Dabei müssten Akteure der Wohlfahrtspflege den Einfluss sozialer Herkunft verstärkt in den Blick nehmen und ganz konkret „räumliche Distanzen“ in der Stadt, zwischen Quartieren und Nachbarschaften abbauen. Die gute Nachricht sei, dass die Soziale Arbeit über das methodische Rüstzeug für diese Aufgabe verfüge.

Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege unterstützen Menschen in schwierigen Lebenslagen, schaffen Teilhabemöglichkeiten und begleiten sie durch Krisen und Umbrüche. Gleichzeitig bringen sie die Erfahrungen aus der Praxis in politische Entscheidungsprozesse ein und setzen sich für gute Rahmenbedingungen in Bereichen wie Pflege, Gesundheit, Kinder- und Jugendhilfe, Eingliederungshilfe, Migration und Armutsbekämpfung ein. 

Das Jubiläum der Liga ist zugleich ein Auftrag für die Zukunft. Hessen braucht starke soziale Infrastrukturen, um gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern, Fachkräfte zu gewinnen und Teilhabe für alle Menschen zu ermöglichen. Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen, so der Tenor der Veranstaltung, wird diesen Weg weiterhin aktiv mitgestalten. 

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