Gründung des Landes Hessen: Fragile Druckwerke aus den Anfangsjahren
80 Jahre Hessen
Aus der chaotischen und von Not geprägten Gründungszeit des Landes Hessen haben nicht viele gedruckte Zeugnisse überlebt. Dass man ausgerechnet in der HLB RheinMain dann doch einiges findet, hat mit der besonderen Stellung Wiesbadens in der unmittelbaren Nachkriegszeit zu tun. Es wurde am 12. Oktober 1945 von General Eisenhower, dem Militärgouverneur der US-Besatzungszone, zur Hauptstadt des neu errichteten Staates „Groß-Hessen“ ernannt – eine Vorentscheidung für die spätere Landeshauptstadt.
Das klingt zunächst abstrakt, hatte aber in einer Zeit, in der alles knapp war, auch die ganz handfeste Folge, dass es am Sitz der US-Militärregierung plötzlich viel mehr Papier gab als anderswo. So finden sich in unseren Magazinen, gedruckt auf dem meist stark verbräunten „Not“-Papier, nicht nur die ersten offiziellen Verlautbarungen der Amerikaner, sondern eben auch die ersten „Arbeitsbeweise“ der hessischen Regierungsorgane. Man stößt auf Karten, statistisches Material und in Druck gebrachte Reden. Einige frühe Publikationen aus Buchverlagen sollen aber auch gezeigt werden, denn sie vermitteln sehr plastisch, was die Menschen umtrieb, die in diesen Jahren um das nackte Überleben kämpften. Nicht zuletzt wird aus den oft unscheinbaren Einzelstücken auch deutlich, wie eine Gesellschaft ihre ersten zaghaften Schritte aus der Diktatur in die Demokratie machte.
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