Mit dem Hessischen Rundfunk spricht Prof. Dr. Andreas Thiesen über die Grenzen kommunaler Hitzeschutzstrategien. Thiesen, der zur Working Group Transformative Sozialraumentwicklung gehört, sagt im Interview: „Den populären Hitzestrategien der Kommunen fehlt es vor allem an echter Bürgerbeteiligung, einer ‚Jetzt erst recht‘-Mentalität und natürlich an Geld.“
Thiesen betont zugleich, dass Kommunen unterschiedlich aufgestellt sind und deshalb ortsspezifisch reagieren müssen. Gemeinsame Standards hält er dennoch für wichtig und verweist dabei auf die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sowie die Neue Leipzig-Charta.
Zur Finanzierung führt er aus: „Wenn man sich aktuell anschaut, wie das zu erwartende Schuldenpaket verteilt ist, gibt es ja zu Recht Interventionen und die Frage, wie prominent der Klimaschutz da eigentlich abgebildet ist.“
Trotzdem sieht er Handlungsspielraum auf kommunaler Ebene: „Wenn die Kommunen das Gefühl haben, dass das ökonomisch nichts wird, dann sollten sie sich jetzt erst recht noch weiter aus dem Fenster lehnen, um sich Gehör zu verschaffen.“
Auch das Wissen aus der Bevölkerung soll aus seiner Sicht stärker berücksichtigt werden: „Stadtteile könnten zum Beispiel eigene Hitzekarten erstellen und sie der Kommune anbieten."