Vom 3. bis 6. August konnten 13- bis 18-jährige Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Experimentiertage in drei abwechslungsreichen Workshops sowohl die Grundlagen der Elektrotechnik und Programmierung entdecken als auch spannende Einblick in das Studium der Umwelttechnik gewinnen.
In den ersten beiden Tagen standen Fledermäuse im Fokus. Los ging es mit etwas Theorie zu physikalischen Grundlagen und dem Kennenlernen von elektronischen Bauteilen. Dann ging es in die Praxis: Es wurde gelötet und verschiedene Teile zusammengebaut, sodass am Ende ein funktionstüchtiger Fledermausdetektor herauskam. Um zu prüfen, ob die Detektoren wirklich funktionierten, gingen die Schülerinnen und Schüler mit ihren Geräten auf die Suche nach einer Ultraschallquelle, die der Dozent Dr. Alexander Dörr auf dem Campus versteckt hatte. Der erste Versuchsbetrieb gelang: Alle Detektoren lösten aus und der Ursprung der Ultraschallwellen war schnell gefunden.
Fledermäusen auf der Spur
Zum Abschluss des Workshops entführte Wolf Emmer aus der Arbeitsgruppe “Fledermäuse” des NABU Kreis Groß-Gerau am Dienstagabend die Jugendlichen und interessierte Eltern in die Welt der kleinen Nachtflieger. Er berichtete aus seiner ehrenamtlichen Arbeit mit Fledermäusen und faszinierte das Publikum mit spannenden Details aus dem Leben der nachtaktiven Säugetiere. Höhepunkt des Abends war dann die “Jagd” nach Fledermäusen mit den gebauten Detektoren. Und siehe da: Rund um das Freibad an der Lache (direkt neben dem Campus) konnten die Mückenfledermaus und die Zwergfledermaus entdeckt werden.
Coden für Einsteiger
Beim zweiten Workshop tauchten die Jugendlichen ein ins Programmieren mit dem Raspberry Pi Pico ein. Dieter Carbon, Leiter des Arbeitskreises „Internet-Sicherheit" beim VDI-Rheingau Bezirksverein, erklärte Grundlagen und erarbeitete mit den Teilnehmenden verschiedene Befehle in der Programmiersprache Micro Python. Schnell konnten die Jugendlichen ihr erstes einfaches Programm auf dem Raspberry Pi Pico starten, um dann im zweiten Schritt eine Ampelschaltung zu programmieren und Musik zu erzeugen.
Kunststoff, aber bitte biologisch
Den Abschluss der Experimentiertage bildete ein Workshop nur für Mädchen, der im Rahmen des Projekts "Mädchen in Mint" stattfand. Karina Mohr, Studentin in Umwelttechnik, erforschte mit den Schülerinnen die Welt der Kunststoffe. Sie lernten, wo sie täglich mit Kunststoffen in Kontakt kommen, wie ein nachhaltiger Kreislauf funktioniert und wie man aus biologischen Materialien Kunststoff herstellen kann. Im Labor für Verfahrenstechnik durften die Schülerinnen dann selbst Bio-Kunststoff aus Stärke, Wasser, Essig und Glyzerin kochen. Das Ergebnis war eine dünne Kunststofffolie.
Projekt JugendUNI
Die Experimentiertage sind eine gemeinsame Veranstaltung der Jugendförderung der Stadt Rüsselsheim am Main und des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften der Hochschule RheinMain im Rahmen des Projekts JugendUNI für 13- bis 18-Jährige. Der Workshop für Mädchen wurde zudem von der Fachstelle Mädchenarbeit der Stadt Rüsselsheim unterstützt.