Was genau sind deine Aufgaben?
Meine Arbeit als „Mitarbeiter für Nachhaltigkeit im curricularen Lernen“ im Nachhaltigkeitsbüro des LLZ startet parallel zum Inkrafttreten des Hessischen Hochschulpakts 2026-2031, welcher für die Hochschulen strukturelle Anpassungen und eine Konsolidierungsphase mit sich bringt. Für uns im Nachhaltigkeitsbüro bedeutet das, dass wir uns auf die zwei Bereiche außercurriculares Lernen und curriculares Lernen im Bereich Nachhaltigkeit fokussieren. Hier liegen aktuell die größten „Hebel“, um Nachhaltigkeit stärker an der Schnittstelle zwischen Lehre, Forschung und „Third Mission“ – den gesellschaftsbezogenen Aktivitäten von Hochschulen – zu verankern.
Konkret arbeite ich dabei in drei Richtungen: Erstens bauen wir unsere Inhalte rund um das bereits existierende Wahlpflichtmodul „Einführung in die nachhaltige Entwicklung“ aus. Das Modul kann bereits heute von allen Studierenden belegt werden, um Kenntnisse und Fähigkeiten zum Thema Nachhaltigkeit zu erlangen und wird in Zukunft noch stärker aktuelle politische, gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Entwicklungen integrieren. Zusätzlich vermitteln wir den Studierenden ein nachhaltiges Wertebewusstsein, welches sie über das Studium als ganzheitlich denkende Menschen prägen soll.
Darauf möchten wir aufbauen, indem unsere Inhalte im nächsten Schritt als Pflichtmodul in Studiengänge der Fachbereiche integriert werden können. Im Wintersemester 2026-2027 geht es damit bereits los: Die WBS bietet das Modul in ihrem Studiengang „Wirtschaftsrecht“ an.
Schließlich arbeite ich daran, ein Netzwerk aus interessierten Fachbereichen, Dozierenden und ProfessorInnen aufzubauen, in welchem interdisziplinäre Ideen und Projekte in der Lehre entstehen können, die wir fördern, koordinieren und inhaltlich unterstützen. Zurzeit konzentriere ich mich daher vor allem darauf, für die anstehenden Sustainable Future Days im November Nachhaltigkeitsprojekte aus dem Bereich Lehre und Lernen zu koordinieren.
Welche Aspekte sind dir dabei besonders wichtig?
Ursprünglich komme ich aus den Geschichtswissenschaften, in welchen ich zu Umweltkonflikten promoviert habe. Es folgten Stationen in der freien Wirtschaft, als Berater sowie als Dozent. Begleitet hat mich dabei von Anfang an eine Offenheit gegenüber neuen Themen und kreativen Herangehensweisen. Auf den Punkt gebracht bedeutet mir interdisziplinäres Arbeiten & Denken für meine Arbeit sehr viel. Auch an der Hochschule sollte Nachhaltigkeit kein Thema einzelner Personen sein, sondern Grundlage und strategischer Fixpunkt interdisziplinärer Aktivitäten. Damit das gelingt, möchte ich mit meiner Arbeit dabei helfen, mit KollegInnen Ziele zu setzen, für die wir gemeinsam und bereichsübergreifend arbeiten – aus meiner Zeit in der Wirtschaft bringe ich hier schon Kenntnisse mit, wie „Silos“ geöffnet und gemeinsames Zusammenarbeiten gestärkt werden kann. Schließlich ist mir daran gelegen, Innovationen und neueste Entwicklungen in diesen Prozess einzubinden – sei es durch eine enge Zusammenarbeit mit EIS@HSRM oder den Einsatz KI-gestützter Lerninhalte für unsere Nachhaltigkeitskurse.
Was machst du nach Feierabend?
Vor und nach der Arbeit findet man mich wohl am häufigsten auf dem Rad – ob auf der Straße oder auf Schotter, beim Radfahren kann ich mich im Allgemeinen gut entspannen und den Kopf freibekommen. Mich motiviert es auch, mich in Radrennen regelmäßig mit anderen zu messen, an mein Limit zu kommen und mir langfristige Ziele zu setzen, für die ich trainiere. Aus meinem Geschichtsstudium blieb die Leidenschaft für Bücher – ob in einem Café oder dem heimischen Balkon, mit einem dicken historischen Schmöker in der Hand bin ich fast immer glücklich. Schließlich mag ich es, neue Restaurants in Mainz und Umgebung auszuprobieren und freue mich immer über einen guten Tipp.
Weitere Informationen zum Thema Nachhaltigkeit finden Sie auf der nachfolgenden Seite.