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Wo synthetisches Kerosin wirtschaftlich wird

azare Lunchtalk: Dr. Katharina Göckeler zeigt, wo die Kostentreiber für E-Kerosin liegen.

Am 27. Mai 2026 stellte Dr. Katharina Göckeler, Öko-Institut Consult GmbH, auf dem gemeinsamen Lunchtalk des azare Forschungszentrums der Hochschule RheinMain und dem Innovationsschwerpunkt Markt und Regulierung des Projekts InnoFuels erste Ergebnisse einer Analyse zur standortoptimierten Aufstellung der Wertschöpfungskette für synthetisches Kerosin vor. Die Veranstaltung an der Hochschule RheinMain richtete sich an rund 40 Teilnehmende vor Ort und online und verband wissenschaftliche Einordnung mit Diskussion.

E-Kerosin soll steigenden CO2-Ausstoß bei zunehmenden Flugverkehr bremsen

Im Mittelpunkt stand die Frage, wo und unter welchen Bedingungen synthetisches Kerosin wirtschaftlich hergestellt werden kann. Hintergrund ist, dass der Flugverkehr nach dem Corona-Einbruch wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht hat und weiter zunimmt, während Kerosin fast vollständig auf fossilen, CO2-haltigen Quellen basiert. Zugleich setzt die EU mit ReFuelEU Aviation auf verbindlich steigende Beimischungs- und Nutzungsquoten für synthetische Flugkraftstoffe, darunter eine Subquote für E-Kerosin.

Drei große Kostentreiber

Die Analyse identifizierte vor allem drei große Kostentreiber: Strombezugskosten, die Kosten der CO₂-Quelle sowie Finanzierungsbedingungen wie Zinsen. Besonders deutlich sei der internationale Unterschied bei den Stromkosten pro Tonne E-Kerosin. Die günstigsten Produktionsstandorte lägen demnach überwiegend außerhalb Europas. Beim Bezug von Netzstrom könnten zudem hohe Netznutzungsgebühren die Vorteile einer besseren Auslastung der Anlagen häufig aufzehren.

Für den Markthochlauf bleibt die Lage schwierig: Nach Einschätzung der Teilnehmer fehlen derzeit ausreichende Produktionskapazitäten, und angekündigte Vorhaben scheitern teilweise an der Finanzierung. Die Kostenprognosen sind deshalb mit hoher Unsicherheit verbunden, weil zentrale Technologien noch nicht vollständig etabliert oder skaliert sind. 

Eine Alternative für die regionale und europäische Wertschöpfung gilt der mögliche Import von Methanol oder synthetischem Crude zur weiteren Verarbeitung vor Ort.

Präsentation zum Download (PDF, 3MB)

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