Die Arbeiten denken Diversität von Anfang bis Ende des Konzeptions- und Produktionsprozesses mit und eröffnen so komplementäre Perspektiven auf Unsichtbares und Übersehenes.
Der Film „Was Du Nicht Siehst“ (Tim Bräuer, Verena Mengen, Lukas Faust, Daniel Wilhelm) macht neurodivergente Alltagsrealitäten eindrücklich sichtbar und rückt die oft nicht wahrgenommenen Auswirkungen von ADHS in den Fokus.
In der Dokumentation „Treibend“ (Luca Meyer, Johanna Welle, Marie Tiebel, Amy Okrongli, Karl Schulze Froning) wird aus einer nahen, fast intimen Perspektive die Tragweite persönlicher politischer Entscheidungen deutlich. Gezeigt wird der herausfordernde Alltag von Hiba, die vor 11 Jahren mit ihren drei Kindern aus Syrien fliehen musste und heute als Empfängerin von Bürgergeld in Deutschland lebt.
Das Porträt „Zwischen den Momenten“ (Anna Schroer, Tillmann Boos, Svea Ege, Alexandru Dunose) lässt die 21-jährige Philine zu Wort kommen und thematisiert die zahlreichen Barrieren, die Menschen mit Mobilitätseinschränkungen im Alltag begegnen.
Gemeinsam zeigen die studentischen Arbeiten, wie Diversität als gestalterisches Prinzip filmischer Produktion wirken kann: Bei Konzeptentwicklung, Recherche, dramaturgischer Ausarbeitung, Produktion wie Postproduktion wurde besonderer Wert auf Sensibilität, Barrierefreiheit und ethische Verantwortung gelegt. Dadurch erweitern die Filme nicht nur das künstlerische Spektrum der Medienproduktion, sondern leisten auch einen Beitrag zu einer informierten öffentlichen Debatte über Repräsentation, Machtverhältnisse und Chancengerechtigkeit.
Die Vorführungen sind Teil eines laufenden Forschungsprojekts von Prof. Claudia Aymar und Prof. Dr. Jessica Einspänner‑Pflock mit dem Schwerpunkt „Diversität in Film und Journalismus“. Das Projekt setzt Diversität als konstitutive Methode filmischer und journalistischer Arbeit ein und hinterfragt, welche Geschichten erzählt werden, von wem und unter welchen strukturellen Bedingungen — etwa mit Blick auf personelle Zusammensetzungen journalistischer Redaktionen oder im Produktionsumfeld von Film und Medien.
Die Kurzfilme sind als Teil des Ausstellungskonzepts „Art Remake“ bis zum 8. März 2026 im Ausstellungsraum der Walkmühle in Wiesbaden zu sehen. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Künstlerverein Walkmühle e. V. und wird vom Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden unterstützt.