Workshop A5
Ziviler Ungehorsam
Wenn demokratische Errungenschaften aufgekündigt, soziale Gerechtigkeit und Inklusion in Frage gestellt werden, ist Soziale Arbeit aufgefordert, kritisch zu intervenieren. Wie kann die politische Einmischung aussehen? Hat Soziale Arbeit die moralische Pflicht, sich politischen Forderungen, die ihr professionsethisches Selbstverständnis konterkarieren, zu verweigern? Sollen sich Fachkräfte mit Adressat:innen solidarisieren, die Aktionen des zivilen Ungehorsams organisieren? Unter welchen Bedingungen ist Ungehorsam gegen das Gesetz gerechtfertigt?
Im Workshop reflektieren wir auf die Geschichte des zivilen Ungehorsams. Definition, Rechtfertigung und Funktion der Protestform sind seit jeher umstritten. Wir beschäftigen uns mit allen drei Fragen: Was ist ziviler Ungehorsam? Wie unterscheidet er sich von Protestformen extrem rechter „Bürgerwehren“ und „völkischer Gemeinschaften“? Welche Funktion hat ziviler Ungehorsam in demokratischen Rechtsstaaten?
An ausgewählten Textauszügen aus der Sozialphilosophie erarbeiten Sie sich verschiedene Theoriepositionen zum zivilen Ungehorsam und diskutieren diese in Hinblick auf gegenwärtige Herausforderungen in der Praxis Sozialer Arbeit.