8. Poetikdozentur: junge Autoren - Annette Pehnt

Die Autorin Annette Pehnt hält im Sommersemester 2008 im Rahmen der "Poetikdozentur: junge Autoren" zwei Vorlesungen an der Fachhochschule Wiesbaden und zwei Lesungen in der Villa Clementine. Hubert Spiegel, Mitglied der Poetikdozentur-Jury, schreibt in der F.A.Z. über den 2007 erschienenen Roman "Mobbing": "Annette Pehnt erweist sich in ihrem vierten Roman als Erzählerin von subtiler Raffinesse." Bereits der erste Roman "Ich muss los" fand positive Resonanz, Annette Pehnts Darstellung des Schweigers Dorst erinnere an Melville und Robert Walser.

Den Auftakt zur Poetikdozentur von Annette Pehnt bildet eine "Lunchlesung", also eine Vorlesung zur Mittagszeit in der Bibliothek der Fachhochschule am Kurt-Schumacher-Ring. Dem Vortrag von Annette Pehnt schließen sich Fragen aus dem Kreis der Zuhörerschaft und eine Diskussion mit der Autorin an. Selbstverständlich gehört zur Lunchlesung auch ein gemeinsamer Imbiss von Autorin und Gästen.

Annette Pehnt nimmt nach Autorinnen und Autoren wie z. B. Julia Franck, Felicitas Hoppe, Daniel Kehlmann und Peter Stamm die "Poetikdozentur: junge Autoren" wahr. In den kommenden Jahren sollen weitere deutsche und internationale junge Autorinnen und Autoren für die Poetikdozentur gewonnen werden.

Biografie

Annette Pehnt wurde 1967 in Köln geboren. Nach Aufenthalten in Nordirland und Schottland studierte sie Anglistik, Keltologie und Germanistik an den Universitäten in Köln, Galway (Irland),
Berkeley (Kalifornien) und Freiburg/Breisgau. In ihrer Promotion (1997) an der Uni Freiburg befasste sie sich mit einem Thema zur irischen Literatur. Annette Pehnt ist heute freie Autorin sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule Freiburg.

Zwischen "Ich muss los" (2001) und "Mobbing" erschienen die beiden Romane "Insel 34" (2003) und "Haus der Schildkröten (2006). Außerdem veröffentlichte sie zwei Kinderbücher: "Rabea und Marili" (2006) und "Annika und die geheimnisvollen Freunde" (2007).

Annette Pehnt erhielt u. a. den Künstlerinnen-Preis NRW (2001), den Mara-Cassens-Preis des Hamburger Literaturhauses 2001, den Preis der Jury in Klagenfurt (2003), das Große Stipendium des Darmstädter Literaturfonds (2004) sowie den Kinderbuchpreis NRW 2007.

Annette Pehnt über sich selbst:

Ich wuchs in Köln auf, in den ersten Jahren nahe am Rhein. Jedes Frühjahr trat er über die Ufer und ergoss sich großzügig in unseren Stadtteil, verschluckte Keller und trieb die Leute in die oberen Etagen. Man fuhr mit dem Schlauchboot zum Bäcker, um die Brötchen fürs Frühstück zu holen. Das gefiel mir und ängstigte mich zugleich: dass die Welt uns dermaßen überrumpeln kann; dass womöglich von einem Tag auf den anderen alles Vertraute davontreibt; dass Katastrophen auch komische Momente haben. Und dass man sich wappnen kann - man steigt einfach ein paar Treppen höher. Ich schlief damals nur mit Gummistiefeln neben dem Bett. Später lebten wir außerhalb der Hochwasserzone, und ich fing an zu schreiben, immer schon, bevor mir das Wasser bis zum Halse stand.