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"Where Do You Come From?"

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Summer School in New York 2018.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Summer School in New York 2018. © Hochschulkommunikation | Hochschule RheinMain

Zwölf Bachelor- und Master-Studierende des Fachbereichs Sozialwesen der Hochschule RheinMain waren gemeinsam mit Prof. Dr. Heidrun Schulze und Prof. Dr. Davina Höblich gerade in New York City. Mit Studierenden der Silver School of Social Work der New York University (NYU) nahmen im Rahmen der Kooperation zwischen der HSRM und der NYU an einer Summer School teil. Das Thema: "Where do you come from? (Im-) Migration Discourses in Germany and the USA". Zehn Tage lang beschäftigten sich dieTeilnehmerinnen und Teilnehmer mit den historischen und aktuellen Diskursen in der Sozialen Arbeit zu Asyl, Flucht und Migration in Deutschland und den USA. Gerade die USA und insbesondere die Stadt New York bieten aufgrund ihrer migrationsgeschichtlichen Bedeutung einen besonders anschaulichen Lernort für das Thema der diesjährigen Summer School. Der Einstieg ins Thema machte Prof. Dr. James Martin, der gemeinsam mit anderen Professorinnen und Professoren der NYU Ausschnitte der eigenen Migrationsgeschichte und deren Effekte auf die eigene Professionalität erzählten.

Theorie-Praxis-Transfer

Konzept der Summer School war ein wissenschafts- und erfahrungsbezogenes Lernen als Theorie-Praxis-Transfer. Es bestand aus Inputs zu Theorien, historische, gesellschafts- und fachpolitische sowie wohlfahrtsstaatliche Rahmungen von Migration und Asyl, Erkenntnissen und Befunden aktueller Forschung sowie Exkursionen. So lernten die Studierenden beispielsweise anhand des moralphilosophischen Statusmodells sozialer Gerechtigkeit von Nancy Fraser durch den Vortrag von Prof. Dr. Davina Höblich historische und aktuelle Migrationsprozesse und die Rolle Sozialer Arbeit kritisch zu hinterfragen. Die Studierenden reflektierten die institutionalisierten Prozesse und Verfahren der Immigration auf einer Exkursion zum weltberühmten Museum Ellis Island, welches als historisches Symbol für die Einwanderung in die Vereinigten Staaten von Amerika gilt. "Durch die Ausstellungen und die damit verbundene Selbsterfahrung auf Ellis Island kann ich mich in Menschen mit Fluchterfahrung jetzt besser hineinversetzen", sagt Julia, Studentin am Fachbereich Sozialwesen.

New York aus einem professionellen und sozialkritischen Blickwinkel betrachten

Anhand der von Prof. Dr. Schulze vorgestellten Forschungsmethode  Photovoice analysierten die Studierenden, wie sich der Blick auf die "Anderen" und das "Uns" in sozialen Kontexten konstituiert, welche Bedeutung dies für die eigene Identitätsbildung hat und wie notwendig die Reflexion dieser Prozesse für die Ausbildung einer kritischen interkulturellen Kompetenz ist. Die Teilnehmerinnen Janine Thiele und Malina Schuler, Bachelor-Studentinnen der Sozialen Arbeit an der HSRM, resümieren: "Durch die Photovoice Methode hatten wir die Möglichkeit, New York aus einem professionellen und sozialkritischen Blickwinkel betrachten zu können und nicht nur aus der Perspektive von Touristinnen." Prof. Dr. Grendel und Prof. Heidrun Schulze stellten schließlich ein kürzlich abgeschlossenes Forschungsprojekt mit Geflüchteten Jugendlichen unter dem Titel "Film stimulated Group Discussion with Young Refugees – Potentials for Social Work" vor. Danach wurden ausgewählte Befunde und Daten des Projekts ausgewertet und diskutiert, die neue Sichtweisen auf geflüchtete Jugendliche sowie den Einsatz von Filmen in Forschung und Praxis Sozialer Arbeit eröffnete.

Die gemeinsame Summer School fand bereits zum zweiten Mal statt. 2016 kamen ebenfalls zwölf Studierende aus den Vereinigten Staaten nach Wiesbaden, begleitet von Prof. Dr. James Martin, Associate Dean for Academic Affairs and Director. Er ist für das Social Work Master Program an der Silver School verantwortlich ist und Gastgeber der diesjährigen Summer School.

Zum Interview der New York University Silver School of Social Work mit den Beteiligten.