VERWENDUNG VON RADARNIEDERSCHLAGSDATEN IN DER INGENIEURHYDROLOGIE

Etwa 50 % der Überflutungsschäden – so zeigen die Erfahrungen aus extremen Niederschlagsereignissen und der Versicherungswirtschaft – werden durch lokale Sturzfluten und Hangabflüsse, die nicht immer in direktem Zusammenhang mit der Ausuferung eines oberirdischen Gewässers stehen, verursacht. Auf kommunaler Ebene wird auch deshalb die Starkregen-Problematik verstärkt diskutiert.

Anders als zyklonale Niederschläge zeichnen sich konvektive Starkniederschläge durch ihre vergleichsweise kleinräumige Ausdehnung, kurze Dauer und ungleichmäßige räumliche und zeitliche Intensitätsverteilung aus. Oftmals werden die Niederschlagszellen mit ihren sehr hohen Niederschlagsintensitäten von den fest installierten Niederschlagsstationen nur am Rande oder gar nicht erfasst.

Seit 2001 werden im Rahmen der Radolan-Initiative des DWD mit Hilfe von mittlerweile 17 Radarstationen Radarniederschlagsdaten erfasst. Dabei werden die Radarreflektionen mit Hilfe der Bodenniederschlagsmessstationen online angeeicht. Hochaufgelöste Radarniederschlagsdaten erlauben eine räumliche und zeitliche Analyse abgelaufener Extremereignisse und sind in Verbindung mit Pegelaufzeichnungen eine ausgezeichnete Datengrundlage für die Niederschlags-Abfluss-Modellierung und zur Optimierung von Kanalsteuerstrategien.

In der Fachtagung werden die für die Ingenieurhydrologie verwendbaren Radarprodukte des DWD vorgestellt. Anhand von Praxisbeispielen werden die Anwendungsmöglichkeiten von hochaufgelösten Radarniederschlagsdaten gezeigt.

Im Foyer des Gebäudes präsentieren Firmen aktuelle Produkte zur Verarbeitung von Radarniederschlagsdaten in der Ingenieurhydrologie.

Zielgruppen: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Planungsbüros der Wasserwirtschaft und Hydrologie und staatlicher Behörden sowie Studierende

 Flyer

Vorträge:

1. Prof. Dr. Thomas Schmid, Das Projekt KLIMPRAX-Starkregen

2. Dr. Heike Hübener, Klimawandel und Starkregen in Hessen

3. B. Eng. Lisa Trost und Prof. Dr. E. Rodriguez, Voraussetzungen für den Einsatz von Radarniederschlagsdaten in der Ingenieurhydrologie

 4. A. Pfister, A. Treis, B. Teichgräber, Der Einsatz von Radardaten für wasserwirtschaftliche Zwecke bei Emschergenossenschaft und Lippeverband

 5. Norbert Demuth, Nutzung von Radardaten zur Hochwasservorhersage und Frühwarnung

 6. Dr. W. Pflügner: DWA-Audits „Hochwasser – wie gut sind wir vorbereitet“
zur nicht-baulichen Hochwasservorsorge