SIEBENKÄMPFERIN CLAUDIA RATH STUDIERT SOZIALE ARBEIT

Die Serie „Spitzensportler“ stellt Studierende unserer Hochschule vor, die neben dem Studium viel Zeit in den Sport investieren und dort national wie international Erfolge feiern. Als Partnerhochschule des Spitzensports (in Kooperation mit dem Olympiastützpunkt Hessen und dem allgemeinen deutschen Hochschulsportverband) unterstützt die Hochschule RheinMain diese Studierenden mit einer möglichst flexiblen Studienplanung, nimmt Rücksicht auf Fehlzeiten aufgrund von Wettkämpfen und Meisterschaften und stellt den Sportlerinnen und Sportlern mit Klaus Lindemann und Meike Kaltenbach vom Hochschulsport kompetente Ansprechpartner für alle Fragen der Vereinbarkeit von Studium und Sport zur Seite. Außerdem fungiert in jedem Fachbereich eine Professorin oder ein Professor als Tutor für die Leistungssportler.

Ein Geheimrezept für die reibungslose Vereinbarung von Studium und Spitzensport hat Claudia Rath noch nicht gefunden. „Manchmal komme ich schon ins Schleudern“, sagt die 28-jährige Leichtathletin. Eine große Stütze ist ihr in solchen Momenten ihre Mutter, bei der sie sich immer ausweinen kann, und die sie auf den Boden der Tatsachen zurückholt.

Claudia Rath studiert Soziale Arbeit an der Hochschule RheinMain und versucht tagtäglich, das Studium, ihre Arbeitsstelle bei der Bundeswehr und das Training unter einen Hut zu bringen. Eine Aufgabe, die alles andere als leicht ist und dazu geführt hat, dass das Studium schon etwas länger dauert, als ursprünglich geplant. Besonders zu knabbern hat die Mehrkämpferin daran, dass sich die Richtlinien in ihrem Studiengang schon mehrfach geändert haben, seit sie in Wiesbaden studiert. „Wer seinen Bachelor in der vorgegeben Zeit durchzieht, für den gelten von Anfang bis Ende die gleichen Regeln. Ich habe aber das Pech, dass zwischendurch Korrekturen vorgenommen wurden, und so muss ich immer von neuem gucken, was mir wo anerkannt wird, und welche Scheine mir noch fehlen“, berichtet sie.

Lohnt es sich denn, den Aufwand auf sich zu nehmen? Auf jeden Fall, so Claudia Rath. „Sportler kann man nur bis zu einem gewissen Alter sein, und danach braucht man auch ein Standbein.“ Die Studentin hat bereits im Alter von fünf Jahren mit der Leichtathletik begonnen – wie bei vielen anderen Spitzensportlern eine Familienkrankheit: „Meiner Mutter war damals Kindertrainerin, und meine große Schwester auch schon aktive Leichtathletin. Ich bin immer mit zum Training gegangen und wollte dann natürlich irgendwann der Großen nacheifern.“ Das tat die mehrmalige Deutsche Meisterin im Siebenkampf mit Erfolg: bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2010 in Barcelona wurde sie 10.; bei den Weltmeisterschaften in Moskau 2013 verpasste sie mit dem vierten Platz knapp die Bronzemedaille.

Und so wird Claudia Rath sich auch weiter durchbeißen und weder Studium noch Spitzensport aufgeben. Als nächstes steht die Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Peking auf dem Programm – Ende Mai muss die 28-Jährige sich in Götzis bewähren, Ende Juni in Ratingen. Wir drücken die Daumen!