1. Poetikdozentur: junge Autoren - Peter Stamm

Der Schweizer Erfolgsautor ("In fremden Gärten" / "Blitzeis" / "Ungefähre Landschaft") hält als Gastdozent im Wintersemester 2004 / 05 zwei Vorlesungen an der Fachhochschule Wiesbaden und zwei Lesungen im Literaturhaus (Villa Clementine). Die "Poetikdozentur: junge Autoren" ist ein neuartiges Forum für Literatur in Wiesbaden. Sie wird getragen von der Fachhochschule und der Stadt Wiesbaden.

Peter Stamm ist der erste Autor, der diese Dozentur wahrnimmt. In den kommenden Jahren sollen weitere deutsche und internationale junge Autorinnen und Autoren als Poetikdozentinnen und -dozenten gewonnen werden.

Biografie

Peter Stamm wurde am 18. Januar 1963 in Münsterlingen, Thurgau, in der Schweiz geboren. Nach einer kaufmännischen Lehre studierte er einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie. Peter Stamm hielt sich längere Zeit in Paris, New York, Skandinavien, London und Berlin auf; er lebt heute mit seiner Familie in Winterthur.

Seit 1990 ist er freier Autor und Journalist. Er schrieb mehrere Hörspiele für Schweizer Radiosender, für den WDR, den Südwestrundfunk und Radio Bremen; außerdem Theaterstücke sowie Beiträge für verschiedene Bücher. Sein erster Roman "Agnes" erschien 1998 im Arche Verlag (Zürich und Hamburg). Im selben Verlag erschienen unter anderem die Kurzgeschichtensammlung "Blitzeis" (1999) und eine Erzählsammlung unter dem Titel "In fremden Gärten" (2003).

Peter Stamm schrieb im Auftrag des Schauspielhauses Hamburg des Stück "Der Kuss des Kohaku", das in diesem Jahr (2004) auch dort uraufgeführt wurde. Für das Jahr 2005 ist gemeinsam mit Jutta Bauer das Kinderbuch "Warum wir vor der Stadt wohnen" geplant.

Peter Stamm über sich selbst:

Es ist mir heute noch schleierhaft, weshalb ich im Herbst 1990 das Selbstvertrauen hatte, mein Psychologie-Studium abzubrechen, um mich ganz meiner Schriftsteller-Karriere zu widmen. Zwar konnte ich kurz darauf mein erstes Hörspiel verkaufen, dann geschah aber nicht mehr viel.

Ende 1992 fuhr ich für drei Monate nach New York, um nur zu schreiben. In dieser Zeit liegen die Wurzeln für einige Geschichten aus "Blitzeis".

Im Februar hatte ich die erste Idee für "Agnes". Erst wurde daraus eine Novelle, die zu kurz war für ein Buch. Ich versuchte, sie zu verkaufen, was mir nicht gelang.

Es folgten Jahre, in denen ich Satiren schrieb und Reportagen. "Agnes" blieb liegen. 1997 machte ich aus "Agnes" ein Hörspiel und fing wieder an, an der Novelle zu arbeiten. Ich erweiterte den Text, konnte ihn aber noch immer nicht verkaufen. Durch zwei Zufälle - die Bekanntschaft mit einer Agentin und die Tatsache, dass die Schweiz 1998 Gastland der Frankfurter Buchmesse war - fand ich dann endlich einen Verlag und wurde zum "published author".