DIGITALE LERNTIPPS UND -TECHNIKEN

Vernetzen – auch digital

Ein Netzwerk im Studiengang und in der Hochschule erleichtert das Studium. Warum? Sie erhalten durch Ihre Kommiliton*innen z.B. Informationen, wenn Termine und Fristen anstehen, sie erhalten informelle Informationen und die Vernetzung für eine Gruppenarbeit fällt Ihnen leichter, wenn Sie bereits einige bekannte Gesichter in Ihrem Seminar sehen – zusammen ist man eben weniger allein.

Wie aber Kontakte knüpfen in einem digitalen Semester? Dazu haben wir für Sie Tipps zusammengestellt:

  1. Besuchen Sie das studentische Online-Mentoring
    Hier können Sie nicht nur Ihre Fragen zur digitalen Lernumgebung und Ihrer Hochschule loswerden, sondern auch Ihre Kommiliton*innen sehen, sprechen, kontaktieren und so ein Netzwerk an der Hochschule knüpfen.
  2. Nutzen Sie in Ihren Online-Lehrveranstaltungen die Möglichkeit, Ihre Kamera anzuschalten. Sehen und gesehen werden ist auch im digitalen Raum die Devise! Bei der Teilnahme an Seminaren und Übungen ergeben sich Gelegenheiten wie Online-Gruppenarbeiten (in Break-out Rooms). Hier sind Sie mit Ihrer Kleingruppe unter sich und können Ihre Kommiliton*innen direkt ansprechen. Außerdem gibt es den Chat, über den Sie Kontakt aufnehmen können. Trauen Sie sich, einfach zu fragen, ob jemand Lust auf ein individuelles (virtuelles) Treffen hat.
  3. Die Hochschule sowie die einzelnen Fachbereiche, Fachschaften, das CCC, der AStA und der Hochschulsport sind auf Facebook und Instagram vertreten. Nutzen Sie auch hier die Möglichkeit auf dem Laufenden zu bleiben und andere Studierende zu kontaktieren.
  4. An der Hochschule gibt es viele Veranstaltungen, die außerhalb Ihres Studiengangs stattfinden: Informieren Sie sich darüber, welche Angebote zur Mitgestaltung der AStA(Allgemeiner Studierenden-Ausschuss) anbietet und halten Sie sich über die Kursangebote des Competence & Career Centers und die des Hochschulsports auf dem Laufenden. Diese finden oftmals in kleineren Gruppen statt und sie können dort unbefangen Kontakt zu anderen Studierenden aufnehmen.
  5. Wenn Sie Ihre Kontakte in einem professionellen Netzwerk aufbauen wollen, richten Sie ein Profil auf Xing oder LinkedIn ein. Hier finden Sie interessante thematische oder regionale Gruppen und können starten, ihr berufliches Netzwerk aufzubauen.

Beim Netzwerken gilt: Seien Sie aktiv und ergreifen Sie die Initiative! Ihre Kommiliton*innen werden es Ihnen danken, denn ihnen geht es wie Ihnen!

Literatur
Rein, Sylvia (Red.)(2012): Einfach studieren. Tipps und Tricks rund ums Studium und Studentenleben. Oldenbourg Verlag. München.S.26ff.

 

Lerngruppen im digitalen Umfeld

Egal, ob Gruppenarbeit für die Prüfung verlangt wird oder eine selbst initiierte Lerngruppe: Lernen in Gruppen bringt den Austausch, der Sie im Studium und Ihre persönlichen Kompetenzen weiterbringt!Gruppenlernen will geplant sein.
Um nicht den Überblick zu verlieren, probieren Sie diese Tipps:

  1. Die Gruppengröße einer Lerngruppe sollte übersichtlich bleiben. Maximal 10 Personen raten Experten – allerdings in „normalen Zeiten“. Im digitalen Semester erfordert der Austausch mehr Organisation, weshalb Sie sich einer kleineren Lerngruppe anschließen oder selbst initiieren sollten.
  2. Sprechen Sie mit Ihren Kommiliton*innen, wie Sie am besten in Kontakt treten können (E-Mail, Kurznachrichtendienste wie WhatsApp oder Telegram, etc.)
  3. Ganz wichtig: Richten Sie mit Ihrer/Ihren Gruppe/n feste wöchentliche Termine ein, an denen Sie Online-Meetings abhalten. So sparen Sie sich erneute Abstimmungen über Tag undUhrzeit.
  4. Online-Meetings bieten den Vorteil, dass Sie die Gestik und Mimik gegenseitig wahrnehmen.Nutzen Sie diese Möglichkeit, um der Anonymität zu entfliehen und Teamgefühl aufkommen zu lassen.
  5. Definieren Sie, welches Gruppenmitglied was bis wann zur Gruppenarbeit beiträgt. Sie kommen gemeinsam voran bei einer guten Arbeitsteilung. Dies gilt nicht nur inhaltlich für den Lernstoff, sondern auch für Informationen, die eingeholt werden müssen bspw. bei Dozierenden, dem Sekretariat, etc..
  6. Achten Sie darauf, jedes Gruppenmitglied miteinzubeziehen. Jede*r hat Stärken und Schwächen, es gibt mutige und zurückhaltende Studierende, doch alle verfolgen das gemeinsame Ziel, etwas zu lernen. Vereinbaren Sie Feedback-Runden, wobei Sie sich über die Zusammenarbeit äußern und Zurückhaltenden Mut zusprechen können.
  7. Lockern Sie die Gruppenzeit mit der Anwendung verschiedener Lernmethoden und Teamspielen auf. Wie wäre es mit Mind-Maps über bevorstehende Lerneinheiten oder Kurzreferaten über den gemeinsam erarbeiteten Lernstoff? Gestalten Sie Rollenspiele, um Problemstellungen aus anderen Perspektiven zu betrachten, oder erklären Sie einem anderen Gruppenmitglied die in der vergangenen Woche angeeigneten Lerninhalte.
  8. Nutzen Sie ggf. Online-Anwendungen, um die Gruppenarbeit zu unterstützen z.B. Trello (Teamorganisation auf Boards, Listen und Karten), Foodle (Teamabstimmungen) , miro (Teamorganisation) oder padlet (zum gemeinsamen Vervassen von Inhalten).

Literatur
Cottrell, Stella (2010): Studieren. Das Handbuch. Spektrum. Heidelberg.S.95ff.Rein, Sylvia (Red.)(2012): Einfach studieren. Tipps und Tricks rund ums Studium und Studentenleben. Oldenbourg Verlag. München.S.31f.
Videos zum ThemaARD-alpha: Pusch, Sabine (2019): 7 Tipps, wenn eine Gruppenarbeit ansteht. (3:24 Min.)

 

Digitales Lernen 

Die Vorlesung von zu Hause aus am Rechner zu verfolgen, fordert vom ein oder anderen Studierenden mehr Disziplin, als die Präsenzveranstaltung zu besuchen. Richten Sie sich mit diesen Tipps den perfekten Heimarbeitsplatz ein:

  1. Sorgen Sie dafür, dass Sie einen weitestgehend regelmäßigen Tagesablauf haben. Lernzeitensind genauso wichtig wie erholsame Schlafenszeiten, siehe hierzu auch „Zeit- und Selbstmanagement“.
  2. Schaffen Sie sich eine ruhige Lernumgebung und sorgen Sie damit für so wenig Ablenkung wie möglich. Räumen Sie Ihren Schreibtisch auf, schalten Sie Ihr Handy auf stumm und legen Sie es weit genug weg, dass Sie es während der Veranstaltungen und Lernzeiten nicht sehen.
  3. Wie auch bei Präsenz-Lehrveranstaltungen, gilt auch bei der digitalen Lehre: Folgen Sie aktiv der Veranstaltung. Schreiben Sie mit und beteiligen Sie sich, wenn Wortmeldungen gefragt sind. So nehmen Sie das Ihnen vermittelte Wissen im größtmöglichen Umfang mit. In der Nachbereitung vertiefen Sie Ihr Wissen durch weitere Literatur. Erst durch Wiederholungen wird der Lernstoff im Gehirn verankert.
  4. Die volle Aufmerksamkeit auf den Lernstoff zu richten, ist am heimischen Arbeitsplatz nicht immer leicht. Um die Konzentration auf eine bestimmte Aufgabe zu legen, ist es sinnvoll sich Lerneinheiten von 25 Minuten zu vorzunehmen. Anschließend gönnen Sie sich 5 Minuten Pause usw. Nach der vierten Lerneinheit machen Sie eine große Pause von 30 Minuten. Diesesog. „Pomodoro-Technik“ hilft Ihnen sich zu fokussieren und dranzubleiben.
  5. Die digitalen Lernplattformen fordern Sie jedes Mal aufs Neue heraus? Notieren Sie sich die Schritte, die Sie bei der Anwendung benötigen und bewahren Sie Ihre Notizen in greifbarer Nähe auf. So erleichtern Sie Ihren alltäglichen Umgang mit der Lernplattform oder anderen Anwendungen und müssen nach den Semesterferien nicht wieder ganz von vorn beginnen. Bei Fragen zum Hochschulnetzwerk und -anwendungen informieren Sie sich hier und kontaktieren Sie bitte den IT-Support des IT- und Medienzentrums der Hochschule.

Literatur
Edelmann, Walter/ Wittmann, Simone (2019): Lernpsychologie.
Cottrell, Stella (2010): Studieren. Das Handbuch. Spektrum. Heidelberg.S.159.
Siegel, Eva-Maria (2012): Erfolgreich studieren. Kernkompetenzen für Bachelor und Master. Ein Übungsbuch. Tectum Verlag. Marburg. S.45ff.
Onlinequellen
Mai, Jochen (Seiteninh.) (2020): Pomodoro-Technik. Online unter: https://karrierebibel.de/pomodoro-technik/
Videos zum Thema
BR: Pusch, Sabine/ Wittmann, Christoph (2016): Tutorial: Lernen lernen. Online unter: https://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/campus/campus-coach-lernen-lernen-100.html (3:24 Min.)

 

Zeit- und Selbstmanagement

Gutes Zeit- und Selbstmanagement ist das A und O fürs (digitale) Lernen und unerlässlich für Ihr Studium. Probieren und optimieren Sie Ihren Umgang mit der Zeit, Ihre Zielsetzung und -erreichung mit diesen Tipps:

  1. Behalten Sie grade jetzt, wo der durch die Hochschule vorgegebene Ablauf wegfällt, unbedingt eine Tagesstruktur ein. Die Regelmäßigkeit hilft Ihnen sich zu organisieren und allealltäglich anfallenden Aufgaben zu erledigen.
  2. Setzen Sie sich Ziele nach der SMART-Regel. SMART steht für spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Statt zu sagen „Ich lese Kapitel eins bis zwölf“ ist ein SMART formuliertes Ziel: „Um die Prüfung zu bestehen, lese und verstehe ich Kapitel eins bis drei aus BWL. Ich beginne heute Morgen mit Kapitel eins, heute Nachmittag mit Kapitel zwei und bin bis morgen Mittag mit Kapitel drei fertig.“
  3. Unterteilen Sie Ihre großen Ziele in kleinere Etappen, um Erfolgserlebnisse zu haben. Damit bleiben Sie motiviert. Haben Sie einige Ziele ohne Mühe erreichen können, schrauben Sie die Anforderungen nach oben, um sich selbst zu fordern. Denn das Gefühl, dass Ihnen etwas leicht von der Hand geht, „im Flow“ zu sein, stellt sich ein, wenn die Anforderungen Ihren Fähigkeiten entsprechen. Weder Unter- noch Überforderung trägt zu einer angenehmen Lernatmosphäre bei.
  4. Zum Zeitmanagement gehört es, Ihre Aufgaben nach Prioritäten zu ordnen. Erstellen Sie eineTo-Do-Liste, die dies berücksichtigt. Haben Sie Schwierigkeiten herauszufinden, was zuerst erledigt werden sollte, dann probieren Sie diese Methode:

Prioritäten-Organizer

To-Do-Liste

A - Wie wichtig? (Skala von 6-10)

B - Wie dringend? (Skala von 1-5)

C - (A minus B)

D - Reihenfolge nach Priorität/wann?

         
         
  • Spalte A: Bewerten Sie die Wichtigkeit der Aufgabe (6= unwichtig, 10=essenziell)
  • Spalte B: Bewerten Sie die Dringlichkeit (1= muss sofort erledigt werden, 5=kann warten)
  • Spalte C: Subtrahieren Sie die Punktzahl aus Spalte B von der aus Spalte A. Die Aufgabe mit der höchsten Punktzahl in Spalte C hat die höchste Priorität.
  • Spalte D: Nummerieren Sie die Reihenfolge, in der Sie die Aufgaben bearbeiten wollen mit Datum, wann Sie sie beginnen werden.

(Abb. und Beschreibung nachCottrell, Stella (2010): Studieren. Das Handbuch. Spektrum. Heidelberg. S.78.)

 

Literatur
Cottrell, Stella (2010): Studieren. Das Handbuch. Spektrum. Heidelberg. S.72, 78,86
Eva-Maria Siegel (2012): Erfolgreich studieren. Kernkompetenzen für Bachelor und Master. Ein Übungsbuch. Tectum Verlag.Marburg. S.39ff.
Mayer, Jeffrey J. (2007): Zeitmanagement für Dummies. 3.,überarb. u. aktl. Aufl. Wiley-VCH Verlag.Weinheim. S.33ff.
Schubert-Henning, Sylvia (2007): Toolbox – Lernkompetenz für erfolgreiches Studieren. 2. Aufl. UVW. Bielefeld. S.28ff.
Videos zum Thema:
Zeitmanagement
ARD-alpha: Pusch, Sabine (2018): Im Prüfungs-Stress? 6 Tipps für besseres Zeitmanagement. Online unter: https://www.br.de/mediathek/video/ueber-uni-im-pruefungs-stress-6-tipps-fuer-besseres-zeitmanagement-av:5b2a04014c4c850018d26563 (3:53 Min.)
ARD-alpha Pusch, Sabine (2020): Campus Coach: Studieren daheim – wie kann das gut klappen? Online unter: https://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/campus/campus-coach-home-office-100.html (3:40 Min.)
SMART-Regel:
Studyflix (2019): SMART Ziele - erfolgreich mit S.M.A.R.T. formulierten Zielen. Online unter: https://youtu.be/_nwvWHePqUo (4:58 Min.)
Flow:
Tell me why (2020): Erklärt: Flow-Theorie. Lernen und Motivation. Was ist Flow und wie nutzen wir ihn? Psychologie. Online unter: https://youtu.be/lgWHNY14U7s (4:33 Min.)

© digitale Lerntipps- und –techniken, Competence & Career Center, Hochschule RheinMain S. 5