SEXUELLE ORIENTIERUNG (K)EIN THEMA IN DER KINDER- UND JUGENDHILFE (SEKIJU)

Auf einen Blick

Forschungsprojekt Sexuelle Orientierung (k)ein Thema in der Kinder- und Jugendhilfe (SeKiJu) aus?
Fachbereich Sozialwesen
Leitung Prof. Dr. Davina Höblich
Beteiligte Anna Kellermann B.A. Soziale Arbeit
Ansprechpartner/Forschungsförderung Susanne Korzuch
Projektpartner Evim – Evangelischer Verein für innere Mission in Nassau; Warmes Wiesbaden e.V.
Fördermittelgeber Das Projekt wird finanziert aus dem Förderprogramm „Forschung für die Praxis“ des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.
Laufzeit 15.09.2016 – 14.10.2017

Projektbeschreibung

Im Jahr 2003 wurde von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter die Empfehlung beschlossen, dass sexuelle Orientierung in der Kinder- und Jugendhilfe eine Rolle spielen müsse. Trotzdem existieren bis auf wenige, lokal begrenzte Studien kaum Untersuchungen zum Umgang der Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe mit dem Thema sexuelle Orientierung und Identität. Welche Rolle spielen also die sexuelle Orientierung und Identität von Jugendlichen in der alltäglichen Arbeit der Kinder- und Jugendhilfe? Wann, wie und wo greifen die Fachkräfte das Thema auf? Wo liegen die professionellen Herausforderungen im Umgang mit lesbischen, schwulen und bisexuellen Jugendlichen? Nach wie vor gelten lesbische, schwule und bisexuelle-Jugendliche als vulnerable Gruppe, die im besonderen Maße auf Unterstützungsangebote auch seitens der Kinder- und Jugendhilfe angewiesen ist. Auch aus diesem Grund muss die Frage gestellt werden, wie die jeweiligen Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe mit den hiermit verbundenen Anforderungen umgehen und wie sie im Umgang mit dem Thema sexuelle Orientierung unterstützt werden können.

Zur Beantwortung dieser Forschungsfragen wurde ein qualitativ-rekonstruktives Vorgehen gewählt. Dieses ermöglicht, Sinnzusammenhänge komplex zu erfassen und zur Erhellung des Erkenntniszusammenhangs beizutragen. Da der Forschungsgegenstand sowohl die kollektiven Orientierungsmuster der Fachkräfte als auch deren praktisches Erfahrungswissen umfasst, eignet sich das Gruppendiskussionsverfahren als Erhebungsmethode und die Analyse entlang der Dokumentarischen Methode nach Ralf Bohnsack im besonderen Maße.

SeKiJu verfolgt neben der Beantwortung noch offener Forschungsfragen das Ziel, Kompetenzen der Fachkräfte auszubauen und die Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe für Bedarfe von lesbischen, schwulen und bisexuelle-Jugendlichen zu sensibilisieren. Zudem leistet das Forschungsprojekt einen wertvollen Beitrag zum Forschungsschwerpunkt des Fachbereichs „Professionalität in der Sozialen Arbeit“ im Kontext erziehungswissenschaftlicher Professionsforschung.