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CATS: Forschungsprojekt zu Chatbot-Systemen im Personalrecruiting startet

Das Projektteam: Prof. Dr. Stephan Böhm (HSRM), Judith Eißer (HSRM), Ingolf Teetz (milch & zucker AG), Sebastian Meurer (HSRM) und Prof. Dr. Wolfgang Jäger (HSRM)

Das Projektteam: Prof. Dr. Stephan Böhm (HSRM), Judith Eißer (HSRM), Ingolf Teetz (milch & zucker AG), Sebastian Meurer (HSRM) und Prof. Dr. Wolfgang Jäger (HSRM) © Hochschulkommunikation | Hochschule RheinMain

Das Projekt CATS (Chatbots in Applicant Tracking Systems) wird in den kommenden zwei Jahren mit rund 356.000 Euro vom Land Hessen gefördert. In Kooperation mit der milch & zucker Talent Acquisition & Talent Management Company AG in Gießen wird an der Hochschule RheinMain der Einsatz von Chatbots in unterschiedlichen Phasen eines Bewerbungsprozesses sowie die Integration dieser Chatbots in Bewerbermanagementsysteme von Personalabteilungen untersucht. Chatbots sind computergestützte Dialogsysteme, mit denen Nutzerinnen und Nutzer – ähnlich wie mit Menschen – in natürlicher Sprache kommunizieren können. Sie lassen sich beispielsweise in Instant Messenger integrieren und können dann Fragen automatisiert beantworten. Der weltweite Markt für solche Systeme wächst derzeit sehr stark. Der globale Umsatz wird für das Jahr 2025 auf 1,25 Mrd. US-Dollar geschätzt (vgl. Grand View Report nach Nguyen, 2017).

Flexibler Werkzeugkasten mit Vorteilen für beide Seiten

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, basierend auf verfügbaren Chatbot-Basistechnologien ein Recruiting-Chatbot-Framework zu entwickeln. Entstehen soll dabei ein flexibler Chatbot-Werkzeugkasten, der vor, während und nach der Bewerbung eingesetzt werden kann. Außerdem soll der Chatbot-Werkzeugkasten auch die Möglichkeit bieten, über standardisierte Schnittstellen in bestehende Bewerbermanagementsysteme integriert zu werden.
Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) sollen die neuen Chatbots im Gegensatz zu bestehenden Lösungen eine verbesserte Kommunikation sowie umfassendere Interaktionsformen ermöglichen. "Wichtig ist es, dass wir die Bereiche identifizieren, in denen Chatbots eine realistische Effizienzsteigerung im Bewerbungsprozess bei akzeptabler Service-Qualität erzielen können“, erklärt Prof. Dr. Stephan Böhm, Projektleiter und Professor für Telekommunikation/Mobile Media im Studiengang Media Management.

Nutzerzentriertes Design

Wesentliche Ergebnisse im Projekt werden neuartige grafische Benutzeroberflächen (GUI) zur Bedienung und Konfiguration der Chatbots sein. Zusätzlich müssen Chatbot-Komponenten spezifisch zur Verwendung im Recruiting und zur Anbindung an Bewerbermanagementsysteme konfiguriert werden. Durch die Bereitstellung eines „Werkzeugkastens“ soll auch Mitarbeitern der Personalabteilungen ohne IT-Support die aufgabenbezogene Konfiguration von Chatbot-Systemen ermöglicht werden. Zusätzlich sind auch die Endbenutzerschnittstellen so auszugestalten, dass Bewerberanforderungen an eine gute User Experience sowie an Datenschutzanforderungen erfüllt werden können.
Basierend auf einem nutzerzentrierten Design-Ansatz werden systematisch die bewerber- und unternehmensseitigen Anforderungen erhoben und mittels eines iterativen und agilen Projektansatzes ein Prototyp entwickelt. "Am Ende steht nicht eine konkrete Softwarelösung, sondern ein Framework als technisches Grundgerüst“, erklärt Prof. Dr. Stephan Böhm. "Daraus kann dann später ein kommerzielles Endprodukt für verschiedene Chatbot-Basistechnologien und Bewerbermanagementsysteme entwickelt werden", ergänzt Ingolf Teetz, Vorstandsvorsitzender der milch & zucker AG.

Erste Schritte und Begleitforschung

In den kommenden Wochen werden zunächst Trainingsdaten für die KI-Komponenten identifiziert und aufbereitet. Fragen bezüglich geeigneter Basistechnologien und -standards, relevanter Schnittstellen und Anwendungsfelder, akzeptanzentscheidender Systemeigenschaften und GUI-spezifischer Möglichkeiten für das Chatbot-Framework stellen die Basis der begleitenden Forschung dar. Des Weiteren sollen die Qualität der Chatbot-generierten Bewerberdaten bewertet und geeignete KI-Modul-Trainingsdaten erhoben beziehungsweise adaptiert werden. "Die gemeinsame Entwicklungsarbeit zwischen Hochschule und Unternehmen in einem LOEWE-Forschungsprojekt macht dabei den besonderen Reiz aus“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Jäger, Sonderbeauftragter des Fachbereichs Design Informatik Medien.

Das Forschungsprojekt CATS (HA-Projekt-Nr.: 642/18-65) wird im Rahmen der Innovationsförderung Hessen aus Mitteln der LOEWE-Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz, Förderlinie 3: KMU-Verbundvorhaben gefördert. Weitere Informationen: CATS