AKTUELLE MELDUNGEN AUS DEM FACHBEREICH ARCHITEKTUR UND BAUINGENIEURWESEN

Mobilitätsmanagement

Neues Quartier Ostfeld/Kalkofen als Chance für Verkehrswende in Wiesbaden

Bildautorin: Petra Moser, SEG

Immobilien- und Mobilitätsexperten der Hochschule RheinMain sprechen sich für Paradigmenwechsel in der Stadtplanung aus. Nächste Impuls-Veranstaltung am 24. Mai 2018

Die vierte Veranstaltung der Reihe „Impulse für das Ostfeld“ befasste sich am 26. April 2018 mit den Herausforderungen des Verkehrs, den neue Quartiere wie das geplante Baugebiet Ostfeld/Kalkofen in Wiesbaden [Link zu Projektseite] mit sich bringen. Professor Volker Blees (Fachgruppe Mobilitätsmanagement) machte in einem Impulsreferat deutlich, dass eine Verkehrswende unverzichtbar ist, die über die Abkehr von fossilen Treibstoffen hinaus vielfältige und leicht nutzbare Verkehrsangebote schafft. Neue Wohngebiete bieten dabei besondere Chancen, da sie den neuen Bewohnern mit entsprechenden Angeboten vom Einzug an ein zeitgemäßes Mobilitätsverhalten ermöglichen. Eine zentrale Stellschraube ist dabei das Parken: Ort, Kosten und Verfügbarkeit von Stellplätzen sind entscheidende Faktoren für die Verkehrsmittelwahl im Alltag.

In der anschließenden Expertendiskussion unter reger Beteiligung der rund hundert interessierten Teilnehmenden erläuterte Professor Stefan Blümm (Studiengang Immobilienmanagement) die Rahmenbedingungen der Immobilienwirtschaft, die in Stadt- und Verkehrsplanung häufig nur wenig Beachtung finden. Für Projektentwickler spielen wirtschaftliche Risiken eine zentrale Rolle. Bei vielen neuen Verkehrsangeboten ist aber deren Akzeptanz und Nachfrage noch nicht zuverlässig prognostizierbar. Eine weitere Hürde besteht darin, dass konventionelle Verkehrsangebote wie Parkplätze sich als bauliche Infrastrukturen leicht wirtschaftlich bewerten lassen, während viele neue Verkehrsangebote wie Carsharing meist einen ausgeprägten Dienstleistungscharakter aufweisen.

Professor André Bruns (Fachgruppe und Studiengang Mobilitätsmanagement) plädierte eindrücklich dafür, bereits frühzeitig bei der Planung und Entwicklung des Quartiers die Verkehrsanbindung und innovative Angebote mitzudenken. Insbesondere aufwändige Infrastrukturen wie eine Schienenerschließung bedürfen langer Planungs- und Vorbereitungszeiten. Werden sie erst nachträglich geschaffen, hat sich bei vielen neuen Bewohnern bereits ihr Mobilitätsverhalten verfestigt.

Die Veranstaltungsreihe „Impulse für das Ostfeld“ wird gemeinsam von der SEG, dem Wiesbadener Architekturzentrum e.V. und der Hochschule RheinMain durchgeführt. Die nächste Veranstaltung zum Thema Soziale Mischung und gute Nachbarschaft in neuen Wohnquartieren findet am 24. Mai 2018 ab 19 Uhr im Hörsaal C-101 statt.