AKTUELLE MELDUNGEN AUS DEM FACHBEREICH ARCHITEKTUR UND BAUINGENIEURWESEN

Immobilienmanagement

Kreative Analyse eines komplexen Themas:

1. Platz: Team 1 (mit 30% der abgegebenen Stimmen) Bildschirmfoto Screencast Team 1 im Modul 2500 © H. Roman-Müller

2. Platz: Team 2 (mit 20% der abgegebenen Stimmen) Bildschirmfoto Screencast Team 2 im Modul 2500 © H. Roman-Müller (M. Lukic, S. Meimari, D. Naumann, I. Nergiz, L. Ruprecht, S. Sadat, S. Tükek, M.-S. Yilmaz)

3. Platz: Team 3 (mit 11% der abgegebenen Stimmen) Bildschirmfoto Screencast Team 3 im Modul 2500 © H. Roman-Müller

Auf besondere Weise setzten sich am 24.4.2020 rund 50 Studierende des zweiten Semesters in ihrer ersten Vorlesung des Moduls Projektmanagement für Ingenieurinnen und Ingenieure mit der Leistungs- und Honorarordnung im Projektmanagement auseinander. Es galt die Ziele, Inhalte und Anwendungsbereiche des Heftes Nr. 9 der AHO (Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung e.V.) zu untersuchen und in einem Screencasts von max. 5 Minuten verständlich darzustellen und zu erläutern. Ziel war es, sich mit diesem Standardwerk im Projektmanagement, das sich sowohl an öffentliche wie auch private Bauherren wendet, auf eine kreative Art und Weise intensiv auseinanderzusetzen, seine Komplexität zu durchdringen und es dadurch besser zu verstehen. Außerdem sollten Studierende das Arbeiten im Team wie auch das Visualisieren und Kommunizieren über neue Medien lernen und üben. Erste Informationen zum Thema Projektmanagement hatten die Studierenden bereits zu Anfang des Studiums in dem Modul Grundlagen des Immobilienmanagements erhalten.

Ohne Skepsis gegenüber der ungewöhnlichen Herangehensweise, mit großer Neugierde und bemerkenswerter Disziplin ließen sich alle Studierenden auf das Experiment ein und krempelten „die Ärmel hoch“. Nachdem sich die Studierenden bis zum Beginn der Lerneinheit selbst organisiert in neun Gruppen á 5–8 Teilnehmende einteilten, erhielten Sie eine kurze Einführung zur geplanten Vorgehensweise und eine Erläuterung zu den Zielen, der Vorgehensweise und Werkzeugen der Übung.

Zum Arbeiten stellte Prof. Horst Roman-Müller Informationen zur Übung bereits Tage vorher über Screencasts bereit, am Tag der Lerneinheit selbst erhielten dann die Studierenden nach einer kurzen Wiederholung Zutritt zu sogenannten Teilgruppenräumen in Webex Training. Außerdem erhielt jede Gruppe Zugang zu einem CoWriter-Pad im Lernmanagementsystem Stud.IP für kollaboratives Arbeiten. Zusätzlich kommunizierten die Teams untereinander mit WhatsApp und ähnlichen Messengerdiensten.

Folgende Schritte wurden vorgegeben:

  • Start Teilgruppensitzungen (Vorstellung der Teammitglieder, Verteilung von Rollen und Aufgaben, Klären der Vorgehensweise, Rechercheaufträge) 15 min
  • Lesen, Recherchieren, Zusammenfassen, 30 min
  • Visualisieren (1. Schritt: Powerpoint, 2. Schritt Erstellen des Screencasts), 60 min
  • Upload der fertigen Screencast in Stud.IP, ein Screencast je Team, 15 min.
  • Präsentation der Screencasts, 30 min.
  • Bewertung der Screencast (durch Studis, jeder Teilnehmer einer Gruppe konnte einmal „voten“, außer für das eigene Screencast 5 min
  • Präsentation der Gewinner (3 Screencasts), 10 min

Innerhalb einer 2-stündigen Veranstaltung sollte jede Gruppe ein Screencast fertiggestellt haben. Unmittelbar nach der Einführung begannen die Teams mit der Arbeitsvorbereitung und der Lektüre der AHO. Anschließend nahmen die Studierenden – in den meisten Gruppen arbeitsteilig – erste Entwürfe zur Visualisierung in Angriff. Andere wiederum kümmerten sich um technische Belange rund um die Erstellung eines Screencasts.

Tipps und Anregungen des Dozenten halfen dabei, Ideen zu ordnen und zu strukturieren. Dabei half vor allem die Funktion im Webex, mit deren Hilfe Lehrende Teilgruppenräumen beitreten und sich mit Studierenden in Teams austauschen können. Schaltet die Moderatorin oder der Moderator eines Teams den Bildschirm frei, können die Teammitglieder wie auch Lehrende die Arbeitsfortschritte sehen und bei der Bearbeitung unterstützen. Im Teamtandem mit der Kollegin Christine Weber vom selben Studiengang konnte hierdurch die Arbeit der Studierenden verfolgt und durch Tipps in fachlicher, formaler oder technischer Form unterstützt werden. Gegen Ablauf der „offiziellen“ Bearbeitung war das Engagement dann so groß, dass einige Gruppen um eine kleine Verlängerung baten, um ihr Ergebnis in der gewünschten Form fertig zu stellen. Tatsächlich haben acht von neun Teams nach etwas mehr als zwei Stunden ihr Screencast fertiggestellt, im Anschluss gemeinsam mit den anderen Studierenden die Ergebnisse angeschaut und die Arbeit der anderen Teams bewertet. Pro Gruppe konnte jeder Teilnehmer ein anderes Team über das Umfragetool im Webex als Sieger auswählen und schon nach kurzer Zeit waren die Favoriten deutlich erkennbar:

Bilder in der rechten Spalte:

  • 1. Platz: Team 1 (mit 30% der abgegebenen Stimmen)
  • 2. Platz: Team 2 (mit 20% der abgegebenen Stimmen)
  • 3. Platz: Team 3 (mit 11% der abgegebenen Stimmen)

Positiv überrascht hat vor allem die inhaltliche und gestalterische Qualität der Screencast, insbesondere angesichts der kurzen Zeit, die den Studierenden zur Verfügung stand. Interessant ist auch der Erkenntnisgewinn zur Gruppenarbeit am Ende der Übung (Zitat aus dem One-Minute CoWriter-Pad):

„Zeitmanagement ist eine Herausforderung in der Gruppenarbeit, ab einer bestimmten Größe muss allein für die Verwaltung der Gruppenangelegenheiten Zeit eingeplant werden“

„Kommunikation ist wesentlicher Bestandteil der Gruppenarbeit, ohne Kommunikation (egal wie) ist ein Gruppenergebnis gefährdet.“

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinnerinnen und Gewinner und ebenso herzlichen Dank an alle Studierenden, die bei dieser Übung mitgemacht haben. So kann Online-Lehre auch begeistern, Studierende wie Lehrende.

Prof. Horst Roman-Müller, 24.4.2020