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AUSTAUSCH VERWALTUNG: Mobilität im Wandel #3

Auf Schienen in die Zukunft?! Neue Tramsysteme anderswo und in Wiesbaden © Lisa Mohr

© Lisa Mohr

Am 26. Juni 2019 fand die dritte Veranstaltung der Reihe „Mobilität im Wandel“ des Teilvorhabens AUSTAUSCH VERWALTUNG statt. Thema des Abends war die Rolle von Tramsystemen für innerstädtische Mobilität sowohl in Wiesbaden als auch in anderen Städten. Professor Dr.-Ing. Volker Blees, Professor für Verkehrswesen an der Hochschule RheinMain, begrüßte die circa 70 Zuhörerinnen und Zuhörer und betonte den wissenschaftlichen Charakter der Veranstaltung und die damit verbundene politische Neutralität.

Renaissance der Straßenbahn in Frankreich

Dr.-Ing. Christoph Groneck, Referat Wirtschaftsförderung und Strategische Kreisentwicklung, Siegburg, schilderte im ersten Vortrag des Abends die Entwicklung der Straßenbahn in Frankreich. Diese erlebt in den letzten 20 Jahren eine Renaissance – so haben mehr als 25 französische Städte Straßenbahnen (wieder) eingeführt. Auch wenn dieser Trend Parallelen zur Entwicklung in vielen Städten weltweit aufweist, gibt es auch einige länderspezifische Faktoren. Hier unterstrich Dr. Groneck vor allem die politischen und kommunal-rechtlichen Rahmenbedingungen, die Planung und Umsetzung solcher Projekte erleichtert. So können Kommunen etwa eine zweckgebundene Finanzierungsabgabe für den öffentlichen Nahverkehr erheben; wobei sich deren Höhe nach der Qualität des ÖPNVs richtet. Die hohe Akzeptanz für die teilweise notwendigen erheblichen Eingriffe in bestehende Verkehrssysteme wird auch dadurch erhöht, dass Verkehrsprojekte im Kontext der Stadtentwicklung gesehen werden und gleichzeitig auch zur Aufwertung des gesamten Straßenraums genutzt werden.

Erfolgsfaktoren für schienengebundene Verkehrsprojekte

Nico Graf, TransportTechnologie-Consult Karlsruhe GmbH, beleuchtete als zweiter Referent aktuelle Trends bei der Planung von Stadt und Straßenbahnsystemen in Europa. Als zentrale Erkenntnis aus der betrachteten Entwicklung lässt sich ableiten, dass es keine generelle Patentlösung für schienengebundene Verkehrskonzepte gibt, sondern jeweils individuelle Lösungen gefunden werden müssen. Allerdings gibt es verallgemeinerbare Erfolgsfaktoren für solche Projekte wie etwa die Entkoppelung von Auto- und Schienenverkehr durch eigene Trassen, da sich nur so Geschwindigkeits- und Komfortvorteile realisieren lassen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die sinnvolle Einbettung der Straßenbahn in ein attraktives ÖPNV-Gesamtsystem – etwa durch die Schaffung von Umsteigemöglichkeiten wie Park-and-Ride-Parkplätzen.