AKTUELLE MELDUNGEN AUS DER HOCHSCHULE RHEINMAIN

Zugang zu verschlüsselten Daten

Mit dem Ionenstrahler freigelegte Leiterbahnenschicht eines Microcontrollers, aus Sicht eines Elektronenmikroskops –  Topographiemodus

Mit dem Ionenstrahler freigelegte Leiterbahnenschicht eines Microcontrollers, aus Sicht eines Elektronenmikroskops – Topographiemodus © Alexios Karagiozidis

Mit dem Ionenstrahler freigelegte Leiterbahnenschicht eines Microcontrollers, aus Sicht eines Elektronenmikroskops – 2D Modus

Mit dem Ionenstrahler freigelegte Leiterbahnenschicht eines Microcontrollers, aus Sicht eines Elektronenmikroskops – 2D Modus © Alexios Karagiozidis

Chips in Smartphones oder Laptops werden immer kleiner – und sind damit auch schwerer zu knacken. Informatikstudent Alexios Karagiozidis hat sich in seiner Masterarbeit mit Methoden beschäftigt, die dennoch Zugang zu den dort verschlüsselten Daten ermöglichen. Diese Methoden können beispielsweise in der digitalen Forensik eingesetzt werden. 
In dem Verfahren werden Schichten des Chips abgetragen, um das Halbleitermaterial freizulegen, aus dem dann der verwendete Schlüssel abgelesen werden kann. Während hierzu lange Zeit Poliermaschinen eingesetzt wurden, müssen beim Umgang mit heutigen Chips andere Methoden angewendet werden. "Das liegt vor allem daran, dass die Chips kleiner und dünner geworden sind", erklärt Karagiozidis. "Dadurch wird das Material auch schneller porös und würde brechen." Aus diesem Grund kam im Projekt ein Ionenstrahler ("Broad Ion Beam System") zum Einsatz, der die einzelnen Schichten des Chips sehr schonend abtragen kann. 

Praktische Versuche im Labor

Da das Verfahren sehr neu ist, gibt es hierzu noch keine Literatur "Ich habe mich mit Büchern aus den Bereichen Materialwissenschaft und Physik vorbereitet und dann viele Versuche an unzähligen Chips gemacht", berichtet Karagiozidis. Hierbei war der Informatiker schließlich erfolgreich und entwickelte eine Methode, mit der Schichten freigelegt werden können, ohne die einzelnen Leiterbahnen zu beschädigen.
Während seiner Abschlussarbeit schon so praktisch arbeiten und forschen zu können war für Karagiozidis ein großer Vorteil. "Ich bin ein Praxismensch, deshalb habe ich mich auch für die Hochschule RheinMain entschieden." Hier studierte Karagiozidis bereits im Bachelor Wirtschaftsinformatik. Aus Interesse an den technischen Aspekten des Fachs belegte er in dieser Zeit auch Seminare der Angewandten Informatik. Nach dem Abschluss seines Masters plant Karagiozidis nun die Aufnahme einer Promotion – diese will er ebenfalls an der Hochschule RheinMain durchführen und sich darin mit industrieller Netzwerksicherheit beschäftigen.