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01.07.2010 09:00

Physik "haar"fein

Von: Birte Müller-Heidelberg

Förderpreis Mikrosystemtechnik für Matthias Schmitt

Matthias Schmitt im ReinraumDer Rüsselsheimer Absolvent Matthias Schmitt erhielt am 30. Juni anlässlich der Jahrestagung des mst-Netzwerks Rhein-Main den mit 1000 Euro dotierten Förderpreis Mikrosystemtechnik. Dieser Preis wurde 2010 erstmals vom mst-Netzwerk, einem Verbund von Firmen, Hochschulen und Forschungs-einrichtungen, vergeben. Schmitt ist Absolvent des Masterstudiengangs Angewandte Physik der Hochschule RheinMain. Den Preis erhielt er für seine Abschlussarbeit über thermoelektrisch aktive Nanodrähte.

Der Preisträger hat sich bereits ein neues Ziel gesetzt: im Rahmen eines Forschungsprojekts des Instituts für Mikrotechnologien (IMtech) der Hochschule RheinMain promoviert er an der Goethe-Universität Frankfurt. Der Doktorand hatte seine Ausbildung zum Physiklaboranten bei der Firma Schott in Mainz und sein Diplomstudium an der damaligen Fachhochschule Wiesbaden absolviert. „Von meinem Preisgeld möchte ich meiner Freundin einen Kurzurlaub schenken“, versprach Matthias Schmitt.

Wärme wird zu Strom

Was ist der besondere Vorteil von thermoelektrisch aktiven Materialien? Man kann mit ihnen „Wärme direkt in Elektrizität verwandeln“, so Matthias Schmitt. Thermoelektrische Generatoren können beispielsweise in einem Auto die am laufenden Motor entstehende Abwärme nutzen. Diese wird in Strom umgewandelt und geht somit nicht verloren. Der gewonnene Strom kann etwa die Bordelektronik oder die Klimaanlage des Autos betreiben. Besonders effizient wird die Thermoelektrik aber erst durch Materialien, die mit Hilfe der Nanotechnologie hergestellt werden, z.B. in Form von Nanodrähten.

ChipIn seiner Masterarbeit entwickelte der 30-jährige Matthias Schmitt einen Chip, um Nanodrähte mit einem Durchmesser von ca. 100 Nanometern (ein 500stel eines Haares) zu untersuchen. Hierzu erstellte er zuerst zahlreiche Simulationen am Computer und experimentierte dann an der Herstellung des Chips selbst – unter anderem durch den Einsatz unterschiedlicher Beschichtungen und Ätztechniken. Entstanden ist eine innovative Messplattform, mit der erstmalig die thermoelektrischen Eigenschaften einzelner Nanodrähte bestimmt werden können. Inzwischen wird sie auch von anderen Forschungsgruppen genutzt. In seiner Doktorarbeit macht Schmitt nun den weiteren logischen Schritt: es sollen Nanodrähte mit hoher thermoelektrischer Effizienz identifiziert werden, um aus ihnen extrem sensitive Sensoren zu entwickeln.

Zum Mikrosystemtechnik-Netzwerk Rhein-Main gehören rund 40 Firmen, Hochschulen und Forschungsinstitutionen. Es hat sich zum Ziel gesetzt, eine Plattform für Informationsaustausch und Weiterbildung im Bereich der Mikrosystemtechnik und Nanotechnologie zu schaffen und Forschungsprojekte auf diesem zukunftsweisenden Forschungsgebiet zu initiieren.


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