Marius Tannebaum studiert am Rüsselsheimer Fachbereich Ingenieurwissenschaften Maschinenbau. Der 24-Jährige wird während eines Studienaufenthalts in den USA ab August 2012 durch das Hessen-Wisconsin-Programm des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst gefördert. Dieses Stipendium ermöglicht es hessischen Studierenden, für ein bis zwei Semester an einer der teilnehmenden Hochschulen im US-amerikanischen Bundesstaat Wisconsin zu studieren, ohne dort Studiengebühren zahlen zu müssen. Der Studiengebühren-Erlass entspricht je nach Studienfach und Studienstand einem Wert von ca. 9.000 US-Dollar pro Semester.
Nachdem Marius Tannebaum entschieden hatte, dass er gern ein Auslandssemester in den USA verbringen würde, musste er schnell feststellen, dass ihm das nötige Kleingeld fehlte. Also machte er sich auf die Suche nach einem Stipendium, das ihm die Reise ermöglichen würde. Seine Bilanz nach einer ersten Recherche war ernüchternd: „Stipendien sind oft an sehr spezielle Zielgruppen gerichtet. Für einen Maschinenbaustudenten auf dem Weg zum Bachelor gibt es nicht allzu viele passende Alternativen“, erinnert er sich an die ersten frustrierenden Eindrücke der Suche.
Das Hessen-Wisconsin-Programm kam dem angehenden Ingenieur da wie gerufen. Das Stipendium ist Studierenden aller Fachrichtungen offen und wird vom International Office der jeweiligen Heimathochschule der Austauschstudierenden betreut. Marius Tannebaum hatte also eine Ansprechpartnerin der Hochschule RheinMain vor Ort, die ihn bei der Bewerbung unterstützen und offene Fragen beantworten konnte. „Trotzdem war es am Anfang gar nicht so leicht, einen Überblick zu bekommen“, berichtet der Student. „Vor allem die Suche nach der passenden Uni hat bei mir viel Zeit in Anspruch genommen. Aber die große Vorfreude auf mein Studienabenteuer hat dafür gesorgt, dass ich die Zeit gerne investiert und die nötigen Dokumente zügig zusammengetragen habe.“
Die Suche nach der passenden Universität ist etwas, das Tannebaum seinen Kommilitonen sehr ans Herz legt. „Je besser man nicht nur über die Gastuni, sondern auch über die Kurse, die man dort besuchen möchte, informiert ist, desto größer sind die Chancen, das Stipendium auch tatsächlich zu erhalten. Bis ins Detail informiert zu sein zeigt zum einen, wie groß das eigene Interesse ist, tatsächlich ins Ausland zu gehen. Zum anderen ist man dann auch gut vorbereitet, wenn man in den USA ankommt und loslegen soll.“ Bei der Auswahl der Kurse empfiehlt Tannebaum, auch thematisch deutlich zu machen, dass man wirklich gefördert werden will und nicht nur zum Feiern und Spaß haben in die USA reisen möchte.
Nun freut der Maschinenbaustudent sich nicht nur darauf, in Wisconsin eine spannende Zeit erleben zu dürfen und sich sowohl fachlich als auch persönlich weiterzuentwickeln. Tannebaum sieht den Auslandsaufenthalt auch als wertvolle Referenz in seinem Lebenslauf. Neben dem Studium arbeitet er bei Daimler und hofft, in einem der Werke in den USA seine Bachelorarbeit schreiben zu können. Dafür wäre das Hessen-Wisconsin-Austauschprogramm die bestmögliche Vorbereitung.