Katharina Langenstein studiert am Fachbereich Wiesbaden Business School der Hochschule RheinMain International Business Administration. In der ersten Jahreshälfte von 2010 war die 23-Jährige in Paris, um dort am Institut Supérieur de Commerce ein Auslandssemester zu absolvieren. Ihre Entscheidung für Frankreich stand schon recht früh fest: „Ich habe die Sprache schon im Schulunterricht geliebt und darum auch während meines Studiums weiter Französischkurse besucht. Da lag es nahe, auch das Auslandssemester in Frankreich zu absolvieren.“
Von der Vorbereitung ihres Auslandssemesters war Katharina ganz begeistert: „Die Hochschule RheinMain hat mich regelmäßig auf dem Laufenden gehalten, wann ich welche Dokumente wohin schicken muss. Das lief völlig reibungslos, und irgendwann hat mich dann die Partnerhochschule aus Paris direkt kontaktiert und mir wichtige Details für meine Zeit vor Ort mitgeteilt. Im Grunde war die Wohnungssuche das Einzige, um das ich mich tatsächlich selbst kümmern musste.“
Und wie haben Sie während Ihres Auslandaufenthaltes gewohnt, Frau Langenstein? Paris ist ja als teures Pflaster bekannt…
„Ich habe Erasmus-Förderung erhalten und auch noch ein Stipendium der Richard-Müller-Stiftung. Das hat einiges erleichtert. Gewohnt habe ich dann in einer WG mit einer französischen Frau, die als Künstlerin zu Hause arbeitet. Die Wohnung war sehr, sehr klein, mein Zimmer aber sehr schön. Ich habe leider nicht so viel Kontakt zu meiner Vermieterin und Mitbewohnerin gehabt, weil sie wesentlich älter war und wir keine gemeinsamen Interessen hatten. Ich würde trotzdem allen empfehlen, sich so gut es geht unters Volk zu mischen und den Kontakt zu Einheimischen zu suchen. Dafür bietet sie eine WG natürlich hervorragend an.“
Weil Katharina in Deutschland noch Prüfungen schreiben musste, kam sie später in Paris an als die anderen Erasmus-Studierenden ihres Semesters. Die Einführungsveranstaltungen waren schon vorbei, und die Studierenden aus Wiesbaden mussten sich auf eigene Faust orientieren und zurechtfinden. „Das war aber gar kein Problem“, erzählt Katharina. „Unsere französischen Kommilitonen waren jederzeit bereit zu helfen.“ Überhaupt fühlte Katharina sich in Frankreich absolut willkommen, empfand die Menschen als sehr freundlich und zuvorkommend. Am meisten hatte sie aber – wie so viele Austauschstudierende – letztendlich nicht mit den Franzosen, sondern mit den anderen Erasmus-Studierenden zu tun: „Man lernt sich untereinander einfach automatisch kennen, weil alle fern der Heimat im gleichen Boot sitzen.“
Haben Sie denn dann überhaupt gemerkt, dass Sie in Frankreich waren?
„Ja, absolut. Die Offenheit und Lebensfreude der Menschen um mich herum haben mich begeistert. Ich hätte nicht erwartet, dass das typisch französische ‚savoir vivre’ sich doch so sehr von der deutschen Mentalität unterscheidet.“
Nicht nur die Mentalität, auch das Bildungssystem in Frankreich unterscheidet sich sehr vom deutschen. Katharina fiel besonders auf, dass sehr viele Fächer an der Universität als Blockseminare angeboten werden und dann nach ein, zwei Wochenenden bereits mit einer Prüfung abgeschlossen werden. „Es gab außerdem viel mehr Wahlmöglichkeiten, was die Fächer angeht. Von Weinwirtschaft bis Psychologie konnten wir fast alles belegen, soweit es den Vereinbarungen des Learning Agreements entsprach. Natürlich kam es auch in Frankreich auf den Professor und seinen Lehrstil an, aber generell hatte ich den Eindruck, dass dort während des Unterrichts mehr Interaktion stattfindet, je nach Fach auch Gruppenarbeit, und es wird viel diskutiert. Die Franzosen haben keinerlei Hemmungen, ihren Teil zum Unterricht beizutragen, sind sehr redegewandt, sodass die Fächer meist abwechslungsreich und lebendig verlaufen sind.“ Niveau und Umfang des Stoffs hält Katharina allerdings an der Hochschule RheinMain für anspruchsvoller.
Katharinas Fazit nach einem Semester in Paris: „Ich würde genau den gleichen Auslandsaufenthalt wieder wählen, weil ich einfach vom Land, der Stadt und der Kultur fasziniert bin. Paris hat einfach alles zu bieten, und da ist für jeden was dabei, Kultur, Sehenswürdigkeiten, Nachtleben, einfach alles! Man kann jeden Tag etwas Neues in der Stadt entdecken, und ein halbes Jahr reicht bei weitem nicht, um alles zu sehen. An allen möglichen Orten in der Stadt findet man Ecken, die man so noch nie gesehen hat, und Plätze, die ihren besonderen Pariser Charme haben.“
Katharinas Tipp für all diejenigen, die das Auslandssemester noch vor sich haben: „Genießt jeden Tag eures Auslandsaufenthaltes, die Realität holt euch schneller ein als ihr denkt. Am Ende steht man da und hat das Gefühl, alles nur geträumt zu haben!“
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