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15.03.2010 12:24

Studierende untersuchen deutsches Image im Ausland

Von: Birte Müller-Heidelberg

Freundliche Deutsche – trotz des Wetters

Als „Souvenir“ von der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin brachten drei Studierende der Hochschule RheinMain ein Umfrageergebnis mit: 65 ausländische Aussteller auf dem Gelände der ITB, die am Sonntag, 12. März, endete, äußerten sich in einem Fragebogen zu ihrem Bild von Deutschland. Erstaunlich: auf die Frage der Wiesbadener „Wenn Sie an Deutschland denken, welches Tier fällt Ihnen spontan ein?“ antwortete fast die Hälfte (49 %) mit „Bär“. Das offizielle deutsche Wappentier, der Adler, landete flügellahm mit 11 % weit abgeschlagen, fast noch überholt vom „Hund“ (9%). Die Master-Studierenden Asgard Schönherr, Eusebio Gomez und Miriam Wille des Fachbereichs Wiesbaden Business School schließen daraus auf die „erfolgreiche Vermarktung des Bären in Berlin und speziell des Eisbären Knut“.

Grundsätzlich ergab die Befragung im Auftrag des „Research Center Nation Branding“ am Studienort Wiesbaden der Hochschule RheinMain ein sehr positives Bild von Deutschland. Insbesondere in Hinsicht auf „Deutschland als Reiseziel“. Neun von zehn (87%) der ausländischen Tourismusprofis würden Deutschland als Reiseziel empfehlen. Allerdings fanden zwei Drittel (68%), dass sich Deutschland „eher schlecht“ bis „sehr schlecht“ als Tourismusdestination vermarktet: „Hier besteht ein sehr großer Handlungsbedarf“, so das erste Fazit der drei Studierenden. Beispielsweise vermissen die ausländischen Gäste englische Beschilderungen im öffentlichen Raum.

Welche Gründe haben die Befragten aus 27 Ländern, um Deutschland als Reiseziel zu empfehlen? Hier liegen „Sehenswürdigkeiten“, „Landschaften“ und „Freundlichkeit“ an der Spitze, während „Freizeit und Sport“ sowie „Klima und Wetter“ keine große Rolle spielen bzw. „Klima und Wetter“ sogar eher als negativ angesehen wird.

Alle drei Studierenden sind am Forschungsprojekt „Research Center Nation Branding“ der Wiesbaden Business School – unter der Leitung der beiden Professorinnen Dr. Susanne Czech-Winkelmann und Bettina Fischer – beteiligt. Hier geht es um die Ermittlung der Markenstärke von Ländern. Die aktuelle Aktion „stellt eine Fortsetzung der Forschungsarbeit von Nadine Thurn dar, die im Sommer 2009 ihre Master Thesis zum Thema ‚Nation Branding Deutschland’ geschrieben hat“, so Miriam Wille. „Das positive Image Deutschlands im Ausland wurde abermals beeindruckend bestätigt. Die Ergebnisse hinsichtlich der Marketingaktivitäten Deutschlands, sich als Reiseziel zu vermarkten, sind jedoch ernüchternd. Deutschland muss seine Präsenz im Ausland in diesem Bereich deutlich steigern. Das ‚Research Center Nation Branding’ unserer Hochschule kann aus diesen Ergebnissen weitere methodische und inhaltliche Rückschlüsse ziehen.“