Arbeitskreis Hochschule-Wirtschaft der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände mit Arbeitsgruppentagung an Hochschule RheinMain in Rüsselsheim
Für die Tagung einer Arbeitsgruppe ihres Arbeitskreises Hochschule-Wirtschaft zum Thema „Berufsfelderkundung“ hatte die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU) am Donnerstag vergangener Woche ganz gezielt die Hochschule RheinMain in Rüsselsheim ausgewählt. Der hiesige Fachbereich Ingenieurwissenschaften zählt nicht nur mit seinen dualen und berufsintegrierten Studiengängen zu den Vorreitern in Sachen praxisorientierte Ingenieurausbildung. Seit dem laufenden Wintersemester gibt es darüber hinaus ein neues Wahlpflichtangebot für die Maschinenbau-Studierenden, das im Rahmen eines Seminars fachbezogene Betriebsexkursionen ermöglicht.
Ziel sei es, in der betrieblichen Praxis Einblicke in die Tätigkeiten von Ingenieuren zu bekommen, berichtete Dekanin Prof. Dr.-Ing. Moniko Greif den Mitgliedern des Arbeitskreises. Pro Semester finden vier solcher Exkursionen mit mindestens 12 bis 15 Teilnehmern statt. Nach der Pilotveranstaltung bei Schenck Process in Darmstadt wurden die Firmen EnviroChemie, EDAG, und Hörmann besucht, wo Jungingenieure ihren angehenden Kollegen Rede und Antwort standen Für die Seminarteilnahme und die anschließenden Ausarbeitungen bekommen die Studierenden vom dritten bis siebten Semester so genannte Credit Points und damit die Anerkennung als Studienleistung.
Aktuelles Bestreben des Fachbereichs ist es laut Prof. Dr. Greif, einen festen Stamm an Unternehmen aufzubauen, die sich an diesem Angebot beteiligen. „Der Ingenieurberuf hat sich in den zurückliegenden Jahren stark gewandelt. Viele Tätigkeitsfelder sind neu und den Studenten weitgehend unbekannt. Da ist es wichtig, einmal aus Sicht eines Berufspraktikers etwas über seine Aufgaben und seinen Arbeitsplatz zu erfahren“, so die Dekanin. Gleichzeitig sei auch für die Firmen in Zeiten einer großen Nachfrage nach jungen, gut ausgebildeten Ingenieuren der frühzeitige Kontakt mit den kommenden Hochschulabsolventen von Vorteil.
Dementsprechend interessiert zeigten sich die Arbeitskreismitglieder an den Aktivitäten des Rüsselsheimer Fachbereichs. Vorgestellt wurden die in der Region einmaligen dualen Kooperativen Ingenieurstudiengänge (KIS) Systems Engineering, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen. Auf positive Resonanz stieß dabei, dass durch die eingebundene IHK-Facharbeiterprüfung die Studierenden besser in die betrieblichen Abläufe integriert werden können als bei herkömmlichen BA- oder anderen Blockmodellen. Gleiches galt für die berufsintegrierten Studiengänge (BIS) in Maschinenbau und Elektrotechnik, bei denen besonders begrüßt wurde, dass mit diesem, im weiten Umkreis ebenfalls einzigartigen, Angebot Technikern und Meistern ermöglicht wird, neben ihrer Berufstätigkeit einen Studienabschluss zu erwerben.
Die Chancen, dass über die Tagung neue Kooperationen für das Angebot zur Berufsfelderkundung zustande kommen, stehen nicht schlecht. Immerhin vertritt die VhU als Dachorganisation der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände in Hessen und Spitzenorganisation der freiwillig organisierten hessischen Wirtschaft 64 Mitgliedsverbände, denen 150.000 Unternehmen mit 1,5 Millionen Beschäftigten angeschlossen sind.